Der Eingang zum Landgericht in Kiel

AUDIO: Nachrichten 16:00 Uhr – 28.08.2026 (4 Min)

Stand: 28.08.2026 16:10 Uhr

Das Landgericht Kiel hat einen Mann unter anderem wegen Sozialversicherungsbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Geschäftsführer mehrerer Reinigungsfirmen hatte zuvor ein Geständnis abgelegt.

Das Landgericht Kiel hat am Freitag einen Mann unter anderem wegen Sozialversicherungsbetrugs in 48 Fällen zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Einer Gerichtssprecherin zufolge ist er zudem für Steuerhinterziehungen in 49 Fällen, Urkundenfälschung und gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern verantwortlich. Der Prozess gegen den Geschäftsführer von fünf Reinigungsfirmen, unter anderem in Norderstedt (Kreis Segeberg), begann Anfang August.

Der Eingang zum Landgericht in Kiel

Die Prozessbeteiligten konnten eine Verständigung erzielen und den Prozess so verkürzen.

Ursprünglich waren mehr als 20 Verhandlungstage bis November geplant. Eine sogenannte strafrechtliche Verständigung hat aber dafür gesorgt, dass nicht einmal drei Wochen nach Prozessauftakt ein Urteil verkündet werden konnte. Dabei handelt es sich um eine gerichtsinterne Absprache, bei der sich alle Prozessbeteiligten darauf einigen, dass der Angeklagte ein Geständnis ablegt und im Gegenzug die Zusage für einen milderen, klar eingegrenzten Strafrahmen erhält.

Verurteilter seit Razzia im Februar in Untersuchungshaft

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 4 Jahren und 1 Monat gefordert, die Verteidigung 3 Jahre und 11 Monate. Der jetzt verurteilte Mann war seit Februar in Untersuchungshaft. Damals hatte der Zoll bundesweit Durchsuchungen durchgeführt, unter anderem in Norderstedt (Kreis Segeberg), Pinneberg und Lübeck. Es ging um den Verdacht, dass der 43-jährige Inhaber mehrerer Reinigungsunternehmen Sozialversicherungsbeiträge in Millionenhöhe vorenthalten haben soll.

Zwischen März 2024 und Februar 2026 hatte der Mann ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt. Allerdings waren die zum Teil weder bei der Sozialversicherung noch beim Finanzamt angemeldet. Einige hatten auch keinen erforderlichen Aufenthaltstitel. Darüber hinaus hat der Mann Bankkonten mithilfe gefälschter Dokumente eröffnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Innerhalb einer Woche nach Urteilsverkündung können Rechtsmittel eingelegt werden.

Ein Fahrzeug des Zolls

Ein Unternehmer soll Personal nicht zur Sozialversicherung angemeldet haben. In SH gab es mehrere Durchsuchungen.

Der Eingang zum Landgericht in Kiel

Mehr als zwei Jahre lang soll ein Mann Mitarbeiter ohne Anmeldung bei der Sozialversicherung und teils ohne Aufenthaltstitel beschäftigt haben.