Karlsruhe verliert einen seiner bekanntesten Clubs – und das sorgt im Netz für reichlich Gesprächsstoff. Das Agostea galt 21 Jahre lang als eine feste Institution im Karlsruher Nachtleben. Am Donnerstag, 27. August, haben die Betreiber auf Instagram jedoch „aus betrieblichen Gründen“ überraschend die Schließung der Disco bekanntgegeben.

„Vor 15 Jahren hatte ich dort ne verdammt wilde Zeit“

Das Aus sorgt derweil für reichlich Gesprächsstoff im Netz. So manch einer erinnert sich an lange und wilde Partynächte zurück. Schnell wird klar: Für viele geht mit dem Agostea ein Stück Karlsruher Nachtleben verloren.

So schreibt etwa ka-news-Kommentatorin Hokus Pokus auf Facebook: „Vor 15 Jahren hatte ich dort ne wilde, verdammt wilde Zeit.“ Manuel Wilhelm meint: „Schöne Zeit war es damals im ago.“

„War nie einer der besten Clubs, aber trotzdem schade“

Userin Stefanie Meigel erklärt: „War seit ca. 15 Jahren nicht mehr da, aber bin jetzt ziemlich geschockt.“ Auch Kommentator Nico Leykam ist traurig über das Ende: „War nie einer der besten, aber trotzdem schade. Die Club Landschaft stirbt immer weiter aus“, schreibt er auf Facebook.

Michael Westenberger zollt dem Agostea für das Durchhalten „in diesen schwierigen Zeiten“ seinen Respekt und erklärt: „Ich wünsche den Betreibern für die Zukunft alles erdenklich Gute.“

„Kein großer Verlust“

Die Kommentarspalte macht allerdings auch klar: Längst nicht alle trauern der langjährigen Party-Adresse hinterher. Auch deutliche Erleichterung ist in der Online-Community herauszulesen. User Patrick Kauz etwa meint schlicht: „Gott sei Dank.“ Diese Ansicht teilt offenbar auch Benny Costanzo und schreibt: „Wird langsam auch Zeit.“

Facebook-Kommentatorin Nadine Hartmann bezeichnet das Agostea gar als „Drogenschuppen“. User Ma Rei ist scheibar ebenfalls nicht traurig über die Schließung: „Kein großer Verlust, war nie meine erste Adresse. Und kam auch nie ans A5 oder A65 heran“, meint er. Massimo Aliani erklärt: „Für mich hatte die Disco schon immer einen assigen Ruf. Alleine wenn ich an die Partybilder denke, schrecklich.“

Stirbt die Clubkultur aus?

Welche „betrieblichen Gründe“ genau hinter der überraschenden Schließung des Agostea stehen, ist bisher noch unklar. Die Betreiber waren für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.

ka-news-Kommentator Sven Eric Maier hat jedoch eine mögliche These aufgestellt: „Viele gehen gar nicht in Clubs, sondern halten sich eher an Bars oder das Aposto (hier gilt Sehen und Gesehenwerden). Die meiste Action ist zu Events abgewandert, vor allem WG-Partys, Univeranstaltungen, geheime Raves. Oder in bestimmte Nischen.“

Betreiber kündigen Closing-Party an

Alle, die dem Agostea einen letzten Tribut zollen und noch einmal ihre eigene Party-Jugend aufleben lassen möchten, haben Glück: Der Club plant nach eigenen Angaben auf Instagram eine letzte „Closing-Party“. Wann genau die stattfinden soll, ist aber noch nicht bekannt.