Intendant Bodo Busse lächelt und  hält ein bunt gestaltetes Programmheft mit der Aufschrift "Staatsoper Hannover" in die Kamera.

AUDIO: Staatsoper Hannover: Das sind die Highlights der neuen Saison (3 Min)

Stand: 29.08.2026 10:14 Uhr

Quer durch die neue Spielzeit wird das Eröffnungskonzert der Staatsoper Hannover führen, das am Sonntag ab 20 Uhr dank Liveübertragung auch auf dem Platz vor dem Opernhaus zu hören sein wird. Ein Überblick über die wichtigsten Inszenierungen der Saison.

von Agnes Bührig

Der französische Komponist Pascal Dusapin ist in Hannover kein Unbekannter mehr. Nach „Penthesilea“ in der vergangenen Saison präsentiert die Staatsoper Hannover in dieser Spielzeit die deutsche Erstaufführung seiner Oper „Il Viaggio, Dante“. Bariton Peter Schöne durchquert dabei das Leben des Dichters der Göttlichen Komödie. Mit mehr als 50 Minuten Singzeit ist es eine mächtige Rolle, die ihm im Sommer viel Lernzeit abverlangt habe, sagt der Sänger.

„Il Viaggio, Dante“: Die allerschlimmsten und allerschönsten Gefühle

„In der Oper geht es um die Innenschau von Dante“, erklärt Schöne. „Damit meine ich vor allem die vielen Figuren, die in seinem Leben eine Rolle gespielt haben und ihn entweder dazu gebracht haben, in der Hölle zu schmoren oder eben im Himmel zu sein. Im Speziellen natürlich Beatrice, seine große Liebe. Da werden alle Gefühle berührt – die allerschlimmsten, aber auch die allerschönsten.“

Auch als Komponistinnen spielen Frauen in der kommenden Spielzeit in Hannover eine Rolle. „Komponistinnen 2x hören“ heißt die Konzertreihe, bei der sowohl Musik der Romantik von Fanny Hensel als auch von einer Komponistin der Gegenwart, Snežana Nešić aus Hannover, erklingen wird. Die spanische Komponistin Raquel García-Tomás, Jahrgang 1984, ist mit ihrer Oper „Ich, ich, ich!“ vertreten. Der französische Titel „Je suis narcissiste“ deutet an, worum es geht.

Bodo Busse steht vor einer Fotogalerie mit Porträts von Tänzerinnen und Tänzern.

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„Fidelio“ im Beethoven-Jahr 2027

Aber auch Fans des klassischen Repertoires kommen auf ihre Kosten. Im Beethoven-Jahr 2027, 200 Jahre nach dem Tod des Komponisten, kommt dessen einzige Oper „Fidelio“ auf die Bühne. Rossini ist mit seiner Aschenputtel-Oper vertreten, Puccini mit „Madama Butterfly“ und von Alessandro Scarlatti wird dessen Oratorium „La Giuditta“ die biblische Geschichte der Judith erzählen.

Los geht es jedoch mit einem Stoff um Glücksspiel und eine unglückliche Liebe: Tschaikowskis „Pique Dame“. Die Mezzosopranistin Anthea Barać singt darin die Rolle der Polina. „Sie ist dafür zuständig, ihre beste Freundin Lisa für die Hochzeit mit dem Grafen Jeletzki vorzubereiten“, erklärt die Sängerin. „Die Orchestration ist nicht so laut, alles klingt sehr schön und romantisch, mit viel Legato. In meiner Arie werde ich nur vom Klavier begleitet, also sehr intim.“

„Ente, Tod und Tulpe“ bringt das Sterben auf die Bühne

Ganz anders geht’s beim „Räuber Hotzenplotz“ zu. Sebastian Schwab macht mit seinem vor drei Jahren in Stuttgart uraufgeführten Singspiel dem hannoverschen Klassiker „Hänsel und Gretel“ Konkurrenz. Für die ganze Familie ist auch „Ente, Tod und Tulpe“ gedacht, nach der Vorlage eines Bilderbuches, in dem es ums Sterben und Totsein geht. Und wer es eher bunt mag, ist bei „Kuss der Spinnenfrau“ richtig. Komponiert hat es John Kander, der auch die Musicals „Cabaret“ und „Chicago“ geschrieben hat.

"Trionfo - Vier letzte Nächte" nach einem Oratorium von Georg Friedrich Händel in der Staatsoper Hannover

Die Staatsoper Hannover erarbeitet mit internationalen Künstlern und Künstlerinnen vielfältige und innovative Programme.

Das rot erleuchtete Rathaus in Hannover, davor der Maschteich und an dessen Ufer Leute mit Picknick

Oper unter freiem Himmel: Das Klassik Open Air hat Tradition. Der Auftakt lockte viele Besucher in den Maschpark.