Das Unwetter verwüstete Teile des Singener Ortsteils Bohlingen.

Stand: 29.08.2026 • 10:07 Uhr

Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume, Hagel, vollgelaufene Keller: In der Bodenseeregion hat am Freitag ein Unwetter einige Schäden angerichtet. Die Feuerwehr zieht erste Bilanz.

Am Tag nach dem schweren Unwetter in der Bodenseeregion haben die Feuerwehren im Bodenseekreis und im Kreis Konstanz am Samstag eine erste Bilanz gezogen. Besonders schwer traf es den Singener Stadtteil Bohlingen. Laut Feuerwehr gab es allein in diesem Stadtteil gute 200 Einsatzstellen, rund 100 Hausdächer und Gebäude seien beschädigt, sagte Mario Dutzi, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Singen und Einsatzleiter vor Ort. Es waren laut Polizei allein in Bohlingen rund 300 Feuerwehrleute in Einsatz, dazu 10 Drehleitern und Rüstfahrzeuge sowie zahlreiche Höhenrettungstrupps. Ein Schwerpunkt war demnach die Befreiung der Aach von umgestürzten Bäumen, da die zwischenzeitlich den Fluss aufstauten und die Gefahr von Überflutung bestand. Ein Haus sei derzeit unbewohnbar. Die sechs Bewohner wurden in Hotels untergebracht. Ein Mensch wurde verletzt. Der Ort war wegen umgestürzter Bäume und abgedeckter Dächer vorübergehend gesperrt. Die Eröffnung des traditionellen Volks- und Heimatfestes Sichelhenke Bohlingen, das am Freitag beginnen sollte, wurde abgesagt. Die Aufräumarbeiten sollten am Samstag weitergehen.

Auch in der Singener Südstadt und im Stadtteil Überlingen am Ried gingen schwere Gewitter nieder. Dort war die Lage nach Angaben der Feuerwehr jedoch unter Kontrolle.


Bilderstrecke
Unwetter richtet schwere Schäden rund um Singen und Überlingen an

Unwetter auch in anderen Teilen der Bodenseeregion

Der heftige Gewittersturm im Bodenseeraum führte auch anderswo zu großen Behinderungen. So fielen in der ganzen Hegau-Region rund um Singen viele Bäume um.

Im Bodenseekreis zählte der Kreisfeuerwehrverband mindestens 120 Einsätze, mehr als 70 davon in und um Überlingen. Im Osten des Landkreises musste auch in Tettnang die Feuerwehr mehrfach ausrücken. Die Höhe der Schäden lässt sich laut der Feuerwehren bislang noch nicht beziffern. Im Raum Sipplingen und Überlingen hagelte es heftig. Auch dort fielen Bäume um. Im Ortsteil Bambergen bei Überlingen krachte laut Feuerwehr ein Baum in eine Hochspannungsleitung. Im örtlichen Tierheim gab es ebenfalls Schäden.

Hart traf es auch einige Landwirte. Auf einem Obst- und Eierhof in Friedrichshafen zerstörte die Gewitterzelle innerhalb weniger Minuten große Teile der Birnen-, Zwetschgen- und Apfelernte. „Die Birnen stehen vor der Ernte – und jetzt sind sie alle kaputt“, sagte Angelika Knoblauch, deren Familie den Hof betreibt, der Deutschen Presse-Agentur. Ihr Mann geht von einem Schaden in fünfstelliger Höhe aus.

Mehrere Bahnstrecken in Bodenseeregion gesperrt

Der Bahnverkehr ist wegen der schweren Unwetter teils noch beeinträchtigt. Die Bahnstrecke der Bodenseegürtelbahn ist laut Deutscher Bahn zwischen Singen und Konstanz wegen einer beschädigten Oberleitung weiter gesperrt. Es gibt es einen Bus-Ersatzverkehr. Auch auf der Strecke von Singen nach Schaffhausen läuft noch nicht alles wieder rund, nachdem ein Zug mit einem auf den Gleisen liegenden Baum kollidiert war, wie der Sprecher sagte. Ebenso fuhr dem Sprecher zufolge wegen eines umgestürzten Baumes zeitweise kein Regionalzug zwischen den Bahnhöfen Überlingen-Therme und Uhldingen-Mühlhofen (Bodenseekreis).

Sturm wütete auch in der Ostschweiz

Die Ostschweiz war vom Unwetter ebenfalls betroffen. Im Kanton Schaffhausen sind laut dem Wetterdienst SRF Meteo Windböen in Geschwindigkeiten von bis zu 142 Stundenkilometern gemessen worden. Im Kanton Thurgau stürzten zahlreiche Bäume um und Einsatzkräfte der Seepolizei sammelten mehrere führerlose Boote ein. Menschen wurden laut der Kantonspolizei keine verletzt.

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