Alexander Zverev

Stand: 29.08.2026 • 10:24 Uhr

Alexander Zverev hat die Bälle im Profitennis erneut kritisiert und sieht einen Zusammenhang zu mehreren Verletzungen bei jungen Topspielern wie Carlos Alcaraz. Mit der Kritik ist der Deutsche nicht alleine, eine baldige Änderung ist jedoch nicht in Sicht.

Für Tennis-Laien mag die Kritik am Spielgerät banal klingen, handelt es sich doch lediglich um minimale Abweichungen. Doch im Welt-Tennis beschäftigt die Thematik der Uneinheitlichkeit der Bälle die Spieler schon seit mehreren Jahren. Bereits 2023 sorgte der Ball bei den US Open für Ärger bei Alexander Zverev: „Wenn es windig wird, ist es unfassbar schwierig, Tennis zu spielen mit diesem Ball.“

Zverev mit erneuter Kritik am Spielgerät

Der Ball sei zu leicht, fügte der Deutsche damals hinzu. Drei Jahre später äußert sich Zverev erneut kritisch über den Zustand der Bälle beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres. „Die Bälle sind einfach ein bisschen toter geworden, man muss mehr auf den Ball draufhacken, damit der Ball irgendwo hingeht“, sagte der 29-jährige Sieger der French Open kurz vor Beginn der US Open. „Dadurch kommen die ganzen Handgelenks-, Ellenbogenverletzungen und Armprobleme.“

Beim Turnier in den USA kehrt der Spanier Carlos Alcaraz nach einer mehr als viermonatigen Pause wegen einer Handgelenksverletzung zurück. Der frühere Weltranglistenvierte Jack Draper aus Großbritannien muss in New York mit einer Knochenprellung im linken Arm passen. „Ich glaube immer noch, es hängt viel mit dem Belag und den Bällen zusammen“, sagte Zverev grundsätzlich.

Djokovic wünschte sich 2023 „Konstanz bei Bällen“

Neben Zverev übten schon viele andere Stars Kritik an der fehlenden Einheitlichkeit der Spielgeräte. Der serbische Spitzenspieler Novak Djokovic kritisierte im Oktober 2023, dass sich viele Spieler ständig von Turnier zu Turnier auf andere Bälle einstellen müssten. „Ich finde, es muss etwas mehr Konstanz bei den Bällen geben“, sagte Djokovic damals und verwies auf Verletzungsrisiken: „Damit vermeiden wir Probleme mit Handgelenken, Ellbogen und Schultern.“

Aber inwieweit dürfen sich die Bälle bei Turnieren überhaupt unterscheiden? Auf der ATP-Tour sind unterschiedliche Bälle im Einsatz. Hersteller wie beispielsweise Dunlop oder Yonex liefern die Spielgeräte. Bei der Größe gilt ein Maß zwischen 6,54 und 6,86 Zentimetern. Auch das Gewicht darf variieren, und zwar zwischen 56,0 und 59,4 Gramm. Diese marginalen Unterschiede können sich bereits auf Flugphase und Geschwindigkeiten auswirken.

Hersteller buhlen um die großen Turnier im Welt-Tennis

In der Wahl der Ballmarke sind die Organisatoren der Turniere frei, sie dürfen einzelne Deals mit den Herstellern aushandeln. Das erschwert die Lösung des Problems und die Umsetzung des Wunsches der Spieler. Denn der ist klar formuliert: einheitliche Spielgeräte. Spieler, wie Daniil Medwedew, Carlos Alcaraz oder Stan Wawrinka unterstützen die Kritik von Djokovic und Zverev.

Eine Veränderung ist in diesem Kalenderjahr unrealistisch, demnach müssen sich alle Spieler bei den anstehenden US Open auf die neuen Bälle einstellen. Nach dem verlorenen Wimbledon-Finale gegen den Italiener Jannik Sinner, der in New York wegen Knieproblemen fehlt, hatte Zverev zuletzt einen schlechten Start in die Hartplatz-Saison in Nordamerika erwischt.

Zverev geht als topgesetzter Spieler ins Turnier

Bei den Turnieren in Montreal und Cincinnati gewann er insgesamt nur zwei Partien. „Im Training ist es alles gut. Es wird von Tag zu Tag besser“, sagte Zverev. „Ich bin glücklich mit den Fortschritten, die ich die letzten Wochen gemacht habe.“

Durch die Absage des Weltranglistenersten Sinner startet Zverev erstmals als topgesetzter Spieler in ein Grand-Slam-Turnier. Dieser Position will der Olympiasieger von 2021 öffentlich aber keine große Bedeutung zuschreiben. „Ich finde die Setzliste gut, und sie zeigt, dass man gut gespielt hat“, sagte Zverev. „Das Wichtigste ist aber, wer am Ende des Turniers noch im Tableau ist.“