König Harald und Kiel
Hier scheiterte er bei Olympia – und kam trotzdem zurück
Aktualisiert am 29.08.2026 – 10:00 UhrLesedauer: 2 Min.
König Harald V. bei einer Segelregatta im Jahr 2019 (Archivbild): Der Norweger betrieb den Sport über Jahrzehnte. (Quelle: imago)
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1972 segelte Norwegens Kronprinz vor Schilksee um eine Medaille. 15 Jahre später kehrte Harald nach Kiel zurück – diesmal verlief die Regatta völlig anders.
Norwegens König Harald V. ist tot. Der Monarch starb am Freitagmorgen im Alter von 89 Jahren im Rikshospitalet in Oslo. Nach Angaben des norwegischen Königshauses schlief er um 6.35 Uhr friedlich ein.
Mit Kiel verband Harald eine besondere sportliche Geschichte. Lange bevor er König wurde, gehörte der damalige Kronprinz zu den erfolgreichsten Seglern Norwegens. Ausgerechnet auf der Kieler Förde erlebte er zunächst eine seiner größten Enttäuschungen – und Jahre später einen Höhepunkt seiner Karriere.
Harald kam als Medaillenkandidat nach Kiel
1972 wurden die olympischen Segelwettbewerbe nicht in München, sondern vor Kiel-Schilksee ausgetragen. Harald ging gemeinsam mit Eirik Johannessen und Rolf Lund in der Bootsklasse Soling für Norwegen an den Start.
Die Mannschaft hatte gute Gründe, sich Hoffnungen auf eine Medaille zu machen. Nur wenige Monate vor Olympia hatte Harald mit seinem Team die Kieler Woche im Soling gewonnen. Die historischen Ergebnislisten führen den Kronprinzen auf Platz eins. Das norwegische Segelmagazin „Seilmagasinet“ schreibt, das Team sei anschließend als Medaillenkandidat in die Spiele gegangen.

Kieler Woche 1972: Kronprinz Harald von Norwegen (Quelle: imago sportfotodienst/imago)
Doch bei Olympia lief es anders. Harald und seine beiden Mitsegler landeten lediglich auf dem zehnten Platz. „Seilmagasinet“ zufolge traf ihn die Niederlage so sehr, dass er zeitweise das Interesse am Regattasegeln verlor.
Seine Segelkarriere war damit allerdings nicht beendet. Harald kehrte zurück – und schließlich auch nach Kiel.
15 Jahre später gelingt ihm vor Kiel der Triumph
1987 trat der Kronprinz mit seiner Yacht „Fram X“ bei der Weltmeisterschaft der Eintonner in Kiel an. Dieses Mal setzte sich Harald mit seiner Mannschaft gegen die internationale Konkurrenz durch und wurde Weltmeister.
Für „Seilmagasinet“ war dieser Sieg der Höhepunkt seiner Segelkarriere. Damit liegen zwischen zwei der prägendsten Regatten Haralds 15 Jahre: 1972 blieb er bei Olympia vor Kiel ohne die erhoffte Medaille, 1987 kehrte er zurück und gewann dort den WM-Titel.
Nach Haralds Tod ist sein Sohn Haakon neuer König von Norwegen.
