Unweit der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw hat ein russischer Drohnenangriff auf ein Munitionslager ukrainischen Regierungsangaben zufolge mindestens 27 Menschen getötet. Laut dem Gouverneur der Region Kyjiw, Tymur Tkachenko, kann die Opferzahl noch steigen. Es seien zudem 42 Menschen verletzt worden und mehr als 380 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden. »Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt«, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Mehr als 300 Rettungskräfte seien im Einsatz. Im Umkreis um den Ort mussten Selenskyj zufolge fast 400 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Einer der Toten sei der Vorsteher der
Gemeinde Dmytriwka, Taras Didytsch.
Ukrainische Behörden erklärten, dass die Attacke im Dorf Myla im Bezirk Butscha einen Großbrand und Explosionen verursacht und zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen hatte. In der Folge sei, Tkachenko zufolge, ein Feuer
ausgebrochen, »begleitet von Explosionen«, wie er im Onlinedienst
Telegram schrieb. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen des Verdachts ein, dass auf dem Gelände illegal
explosives Material gelagert worden sei. Selenskyj nannte keine
Details, schrieb aber: »Es gibt Vorschriften: Munition darf es nicht
neben Häusern und anderen Wohngebäuden geben« und verwies auf das eingeleitete Strafverfahren.
Nächtliche Angriffe auf mehrere Städte in der Ukraine
Auch das Gebiet Odessa am Schwarzen Meer und die Städte Krywyj Rih in der Landesmitte und Saporischschja im Süden wurden in der Nacht von Russland angegriffen. Insgesamt wurden dabei, ukrainischen
Behörden zufolge, mindestens elf Menschen verletzt. Nach der Ausweitung gegenseitiger Angriffe mit
Langstrecken-Geschossen greifen Russland und die Ukraine gehäuft zivile
Infrastruktur wie Lagerhäuser sowie Öl- und Hafeninfrastruktur an.
Bei diesen Angriffen gibt es zunehmend zivile Opfer.
© Lea Dohle
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Für Rettungsarbeiten musste die Hauptverbindungsstrecke von Kyjiw Richtung
Westen auf einem mehrere Kilometer langen Abschnitt komplett gesperrt werden. In
sozialen Netzwerken zeigen Videos ein Feuer und Explosionen. »Im fünften Kriegsjahr werden ein und dieselben Fehler begangen – das
ist kriminelle Fahrlässigkeit«, schrieb Regierungschef Serhij Korezkyj auf Telegram. Er verwies auf
einen ähnlichen Vorfall Anfang Juli am südwestlichen Stadtrand von Kyjiw, bei dem offiziellen Angaben zufolge neun Menschen getötet wurden.
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