Wer in der Laimer Unterführung zu Fuß oder mit dem Rollstuhl unterwegs ist, muss immer wieder aufpassen, dass es nicht zu einer Kollision mit durchrasenden Radfahrern kommt. Die Röhre ist eng, an den Seiten ist teilweise der Platz durch Fahrradständer eingeschränkt, zusätzlich engt ein Bäckereicontainer den Platz ein.

In diesem westlichen Teil der Unterführung, den sich Radler und Passanten teilen müssen, ist viel los. Von 2028 an sollen an der Ostseite Rad- und Fußverkehr sowie die Tram durch eine sogenannte Umweltverbundröhre geführt werden. Diese heißt so, weil alle drei Verkehrsarten dort in einem „Umweltverbund“ Platz finden sollen. Bis dahin bleibt die alte Unterführung im Westteil eine Zone mit Konfliktpotenzial.

Eine bauliche Trennung von Rad- und Fußverkehr sei bis zur Fertigstellung der Umweltverbundröhre nicht möglich, sagt die Stadtverwaltung. Weil es aber zeitnah eine Verbesserung der Situation vor Ort braucht, haben Mobilitätsreferat, Baureferat, Behindertenbeirat und Polizei an einem „Runden Tisch Laimer Röhre“ Maßnahmen für kurzfristige Verbesserungen erarbeitet.

Diese werden nun umgesetzt. Unter anderem wird mit neuen und deutlicheren Beschilderungen auf das auch für Radler geltende Schritttempo hingewiesen sowie Markierungen auf dem Boden angebracht, die den gemeinsamen Fuß- und Radverkehrsbereich ausweisen.

Schon jetzt gilt: Rechtlich gesehen ist der Bereich in der Unterführung ein Gehweg mit dem Zusatzzeichen „Radverkehr frei“. Das heißt, Radler müssen auf Fußgänger Rücksicht nehmen und dürfen sie nicht gefährden oder behindern. Radfahrende dürfen auf diesen Wegen nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren, also maximal sieben Kilometer pro Stunde.

Um die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren und die geltende Regelung zu verdeutlichen, werden in den kommenden Wochen Banner an den Tunneleingängen angebracht, die auf die veränderten Regeln hinweisen. Zudem wird die Kampagne „Miteinander unterwegs mit Herz“ fortgesetzt, bei der eine Vor-Ort-Aktion im Herbst auf das Thema gegenseitige Rücksichtnahme aufmerksam machen wird.

Um eine Fehlbelegung der Fahrradständer im Tunnel durch aufgegebene Fahrräder und Schrotträder zu verhindern, hat die P+R Park & Ride GmbH 125 mutmaßlich aufgegebene Fahrräder und ein Schrottrad entfernt. Auch dies soll laut Verwaltung zur Verbesserung der Situation beitragen, da damit ein geordnetes Abstellen von Fahrrädern gesichert werde und zudem ein saubereres Gesamtbild entstehe. Nach der Umsetzung der Maßnahmen werde die Situation weiterhin beobachtet.