Markus Reichel. Foto: Frank Grätz für Pressefotodatenbank Markus Reichel
Bisher stehen für den Bund vor allem Berlin, Saarbrücken und München oben auf der Liste
Dresden, 29.08.26. Der Bund soll zumindest einen Teil seines geplanten KI-Sicherheitsinstituts in Dresden beziehungsweise Sachsen ansiedeln. Dafür plädiert der Dresdner CDU-Bundestagsabgeordnete Markus Reichel – und will sich in Berlin dafür einsetzen.
Reichel: Institut gehört ins Herz der europäischen Mikroelektronik
„Wenn Deutschland ein KI-Sicherheitsinstitut von internationalem Rang aufbauen will, sollte es Dresden nicht übersehen“, betont der Politiker. „Wir haben hier nicht nur KI-Forschung, sondern das Ökosystem, um Sicherheit von der Software bis zum Chip und bis in die industrielle Praxis zu denken.“ Entscheidend für die Standortentscheidung dürfte allerdings auch die Verfügbarkeit von Experten für KI-Technologien und Cybersicherheit sein – darauf hatte bereits der deutsche Branchenverband „Bitkom“ hingewiesen.
Politiker weltweit machen sich Sorgen über Angriffsfähigkeiten moderner KIs
Hintergrund: Angesichts der zuletzt sehr dynamischen Entwicklung „Künstlicher Intelligenzen“ (KIs), großer Sprachmodelle (LLM) sowie damit verbundener neuer Chancen und Risiken für Wirtschaft, Cyberangriffe, Spionage und Effizienzgewinne will die Bundesregierung nach dem Vorbild anderer Staaten ein eigens KI-Sicherheitsinstitut aufbauen. Neudeutsch soll es „deutsches AI Security Institute“ (DE-AISI) heißen und für staatliche Stellen die Fähigkeiten und Risiken neuer KIs insbesondere aus den USA, China und anderen Ländern analysieren. Den Bedarf an solchen Analysen hatte zuletzt das De-facto-Verbot einer neuen KI-Version von „Anthropic“ durch die US-Regierung für alle Ausländer noch einmal deutlich gemacht. Die Trump-Administration hatte das temporäre Embargo mit den besonderen Cyberangriffs-Fähigkeiten der KI begründet.
„KI-Sicherheit ist mehr als die Sicherheit eines Sprachmodells.“
Bundestagsabgeordneter Markus Reichel
Als Standorte für das deutsche Institut stehen vor allem Berlin – wegen der Nähe zu den Bundesbehörden – sowie Saarbrücken und München zur Debatte. Diese Standortdiskussion wollen Reichel und andere sächsische Politiker nun in Richtung Dresden drehen. „KI-Sicherheit ist mehr als die Sicherheit eines Sprachmodells. Sie reicht von Daten und Software über Kommunikationssysteme bis zur Hardware“, argumentiert der Mathematiker und Politiker. „Wer technologische Souveränität ernst meint, muss diese gesamte Kette betrachten. Genau diese Verbindung kann Dresden wie kaum ein anderer Standort in Deutschland bieten.“
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Markus Reichel, Oiger-Archiv