
Fabian Reese hat den VfL Wolfsburg am dritten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga zu einem spektakulären 5:2 (3:2)-Sieg beim Karlsruher SC geführt.
Der Spielmacher ließ sich am Samstag nicht von den stetigen Pfiffen der KSC-Fans aus dem Konzept bringen, bereitete das Tor von Alexander Bernhardsson (10. Minute) vor und traf zweimal selbst (28., 95.+5).
Der VfL geriet zweimal in Rückstand durch die KSC-Tore von Shio Fukuda (7.) und Marvin Wanitzek (12.). Vinicius Souza (45.+2) besorgte die erste Wolfsburger Führung unter Mithilfe von KSC-Torwart Hans Christian Bernat. Hauke Wahl (88.) traf zur Vorentscheidung. Trotz des 5:2-Erfolgs zeigte sich Reese angesprochen auf die Pfiffe getroffen.
Pfiffe gehen an Reese nicht spurlos vorbei
„Jeder sollte sich hinterfragen, wie es ist, wenn man von dreißig,- vierzigtausend Menschen ausgepfiffen wird als 28-jähriger Junge. Ich will kein Mitleid, aber mir tut es weh und mich verletzt es“, sagte der Ex-Herthaner am Sportschau-Mikrofon. Trainer Tobias Strobl nahm seinen Zugang in Schutz und merkte an, dass der Wechsel Reeses der Hertha durchaus gut getan habe: „Das war nicht nur seine Entscheidung“.
Karlsruhe direkt in der Offensive
Ein Offensivspektakel war vor der Partie nicht zu erwarten gewesen. Beide Teams hatten in ihren ersten beiden Ligaspielen jeweils nur 22 Schüsse zugelassen, weniger als alle anderen Zweitligateams. Die Startbilanz war gleich: jeweils vier Punkte und ein Erstrundensieg im DFB-Pokal.
Doch der Karlsruher SC machte von Beginn an klar, dass er voll auf Offensive setzt. Das Führungstor durch Fukuda nach einem Eckball und einer Kopfballablage durch Franke war verdient. Auch der schnelle Ausgleich durch Alexander Bernhardsson – ein Kopfball nach abgefälschter Reese-Flanke – brachte den KSC nicht aus dem Schwung. Wanitzek sorgte mit einem Traumschuss aus 17 Metern für die erneute Führung.
KSC-Keeper Bernat greift bei zwei Fernschüssen daneben
Auch im Anschluss spielten beide Teams auf Angriff, die Zuschauer sahen beste Fußballunterhaltung. Der auffällige Reese traf per fulminantem Fernschuss zum Ausgleich. Die KSC-Fans, die eine enge Freundschaft mit den Fans von Reeses Ex-Verein Hertha BSC pflegen, pfiffen ihn über das gesamte Spiel konsequent aus. Sie ließen ihn damit stellvertretend die Enttäuschung aus der Hauptstadt über seinen unrühmlichen Abgang nach Wolfsburg spüren.
Jubelte demostrativ in Richtung der Heimfans: Fabian Reese
Schon diesen Ball hätte Karlsruhes Torwart Bernat parieren können. Eindeutig ankreiden lassen muss er sich aber den dritten Wolfsburger Treffer. Er riss beim Distanzschuss von Souza zu spät und zu zögerlich die Arme hoch.
Karlsruhes Wanitzek und Wolfsburgs Damar mit dicken Chancen
Alle weiteren Chancen der ersten Hälfte aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen, deshalb seien nur die beiden dicksten Gelegenheiten erwähnt: Karlsruhes Wanitzek schoss nach einem Katastrophen-Fehlpass von Wolfsburgs Torwart Jakub Zielinski knapp rechts vorbei, auf der anderen Seite parierte Bernat herausragend einen platzierten Schuss von Muhammed Damar.
Möglicher Elfmeter für den KSC nicht gegeben
Nach der Pause erwischte Wolfsburg den besseren Start und erspielte sich gute Chancen. Bernhardsson (52.) und Kento Shiogai (56.) scheiterten an Bernat.
Anschließend kam Karlsruhe wieder besser ins Spiel und hatte in der 77. Minute Pech, dass es keinen Elfmeter gab. Noel Eichinger ging im Wolfsburgs Strafraum zu Boden, Schiedsrichter Lars Erbst ließ weiterspielen. In der Zeitlupe war zu sehen, dass Mathys Angely Eichinger durchaus am Fuß getroffen hatte. Im Sinne der neuen Vorgabe, dass nur glasklare Fehlentscheidungen korrigiert werden sollen, war es wohl vertretbar, dass VAR Katrin Rafalski nicht eingriff.
Der KSC tat weiterhin alles, um noch zum Ausgleich zu kommen. Stattdessen traf aber Wolfsburg. Nach Reeses Eckball verlängerte Robert Glatzel und Wahl köpfte zur Vorentscheidung ein. Kurz vor Schluss staubte Reese noch zum Endstand ab.
Karlsruhe in Hannover, Wolfsburg gegen Cottbus
Karlsruhe ist am Freitagabend bei Hannover 96 zu Gast (18.30 Uhr). Wolfsburg empfängt am Samstagmittag Energie Cottbus (13 Uhr).