
AUDIO: HSV verliert bei Borussia Dortmund (1 Min)
Niederlage zum Auftakt
Stand: 29.08.2026 21:37 Uhr
Der HSV ist mit einer verdienten Niederlage in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Die Hamburger verloren am Samstagabend bei Borussia Dortmund mit 0:2 (0:2), weil sie zu spät aufwachten.
Die Pleite für die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin war vor allem der Tatsache geschuldet, dass sie im Stile der Deutschen Bahn erst mit rund 45-minütiger Verspätung so richtig in Dortmund ankam. In Hälfte zwei war der HSV im Westfalenstadion giftig in den Zweikämpfen, couragierter im Spiel nach vorne – und hatte guten Torchancen.
Wir haben uns in der ersten Hälfte zu doll hinten reindrücken lassen.
HSV-Kapitän Nicolai Remberg
Allerdings lagen die Hamburger zu diesem Zeitpunkt nach den Treffern von Serhou Guirassy (9.) und Giannis Konstantelias (45.+1) bereits mit 0:2 zurück – eine zu große Hypothek trotz aller Bemühungen im zweiten Durchgang. Auch in der rund 15-minütigen Überzahl nach einer Roten Karte für Samuele Inacio (77.) gelang die Wende nicht mehr.
„Wir haben uns in der ersten Hälfte zu doll hinten reindrücken lassen. Da haben wir kaum Entlastung gefunden“, sagte Kapitän Nicolai Remberg, dem der Auftritt im zweiten Abschnitt aber Hoffnung machte: „Wie die Jungs aus der Halbzeit rausgekommen sind, fand ich bemerkenswert.“ Dort hatte auch Coach Polzin die nötige Aggressivität im Verteidigen sowie „Mut im eigenen Ballbesitz“ gesehen: „Das ist das, worauf wir aufbauen wollen.“
Am nächsten Sonntag wollen er und sein Team diesen Elan über 90 Minuten zeigen und den ersten Saisonsieg landen, wenn Mainz 05 zum ersten Heimspiel ins Volksparkstadion kommt (15.30 Uhr, im NDR Livecenter).
HSV zu passiv – Guirassy trifft früh für den BVB
In Dortmund gelang das nicht und so dauerte es keine zehn Minuten, ehe Torhüter Daniel Heuer Fernandes zum ersten Mal in der neuen Bundesliga-Spielzeit den Ball aus dem Netz holen musste. Am Ende einer schönen Passstafette spielte Neuzugang Konstantinos Karetsas Mittelstürmer Guirassy frei. Der Nationalspieler Guineas versetzte HSV-Youngster Louis Lemke, der für den verletzten Miro Muheim auf der linken Seite spielte, mit einem Haken und traf mit rechts ins linke untere Eck (9.).
So schön – und fast nur mit einem Kontakt – der Treffer des BVB herausgespielt war, so sehr spiegelte er das Geschehen der ersten Hälfte. Die Gastgeber ließen Ball und HSV laufen und hatten alleine in den ersten 20 Minuten 70 Prozent Ballbesitz und gewannen auch 70 Prozent der Zweikämpfe. Die Hamburger wollten mit Sicherheit in die Duelle kommen (und diese auch gewinnen), alleine: Oft kamen sie nicht mal in die Zweikämpfe. „Aggressive Leader“ Remberg bestritt in den ersten 45 Minuten nur zwei Duelle.
Konstantelias legt für Dortmund nach
Dafür sammelten er und seine Kollegen im Hinterherlaufen ungewollt Meilen, weil das Spiel der Borussia für sie schlicht zu schnell ging. Die Dortmunder dominierten das Mittelfeldzentrum und die Außen mit ihrer neuen „Griechen-Zange“ aus Karetsas und Konstantelias nach Belieben und attackierten auch nach Ballverlusten derart aggressiv, dass sie immer wieder Notbälle der Norddeutschen erzwangen.

In Hälfte eins spielten Giannis Konstantelias (r.) und der BVB Albert Sambi Lokonga und den HSV an die „gelbe“ Wand.
Die kamen so kaum aus der eigenen Hälfte. Einzig Albert Grönbaek hatte einen – ungefährlichen – Abschluss (44.). Ansonsten hingen der Däne und die weitere nominelle Offensive der Hamburger komplett in der Luft – und mussten in der Nachspielzeit aus der Ferne mit ansehen, wie Konstantelias das 2:0 erzielte: Maximilian Beier spielte dem 23-Jährigen den Ball auf der linken Seite in den Lauf, der Mittelfeldspieler zog in den HSV-Strafraum und schloss ab. Abgefälscht von Neu-Abwehrboss Sebastiaan Bornauw hatte Heuer Fernandes keine Chance zu parieren, der Ball trudelte ins Tor (45.+1).
Grönbaek scheitert an Kobel, Daka am Außenpfosten
Die Zwei-Tore-Führung des BVB war angesichts einer Vielzahl weiterer guter Abschlüsse zur Pause absolut verdient. Immerhin: Die Gäste kamen mit mehr Mut aus der Kabine. Grönbaeks zweiter Versuch war tückisch, Dortmunds zuvor beschäftigungsloser Keeper Gregor Kobel parierte stark (50.). Das galt nur Sekunden später auch für Heuer Fernandes auf der anderen Seite, als er einen weiteren Karetsas-Abschluss entschärfte. Konstantelias‘ Nachschuss flog knapp neben den Kasten der Gäste.
Der HSV aber war nun endlich in den Zweikämpfen – und damit im Spiel. Es gelang nicht nur besser, die Dortmunder vom eigenen Tor fernzuhalten, sondern auch immer wieder selbst offensiv in Erscheinung zu treten. Mittelstürmer Patson Daka schlenzte einen Ball an den Außenpfosten (67.), Kobel parierte einen weiteren Grönbaek-Schuss (79.) und Albert Sambi Lokonga setzte eine Volley-Abnahme über das Tor (81.).
Zum Zeitpunkt der letzten beiden Chancen waren die Hanseaten bereits in Überzahl, weil Inacio Grönbaek im Mittelfeld mit gestrecktem Bein am Knöchel getroffen hatte und nur drei Minuten nach seiner Einwechslung mit Rot vom Platz geflogen war (77.). Doch auch mit dem Ein-Mann-Vorteil und allem Anrennen und aller Bemühungen zum Trotz: Nachdem auch ein abgefälschter Schuss des eingewechselten Rayan Philippe nicht den Weg in die Maschen fand (90.+4), stand die in Summe verdiente Auftaktniederlage des HSV fest.
Ende
29.08.2026
18:30 Uhr
Aufstellung
G. Kobel – D. Svensson, W. Anton, J. Gadou – M. Beier (84. Kauã Prates), F. Nmecha (74. J. Veerman), J. Bellingham, J. Ryerson (74. F. Mané) – G. Konstantelias (54. M. Sabitzer), K. Karetsas (74. S. Inácio) – S. Guirassy
D. Heuer Fernandes – J. Torunarigha (82. B. Nadir), S. Bornauw, N. Capaldo – L. Lemke (89. R. Philippe), B. Jatta (82. Y. Poulsen), N. Remberg, A. Lokonga – A. Grønbæk, M. Adeline (67. O. Stange) – P. Daka (67. T. Moffi)
Tore
- 1:0 S. Guirassy (9.)
- 2:0 G. Konstantelias (45. +1)
Fußball, Bundesliga (M)