Hamburg
Kraftklub spielten ihren Tourabschluss 2026 auf der Trabrennbahn Hamburg – hier der Frontmann Felix Kummer.
Florian Quandt
Kraftklub spielen den Abschluss ihrer „Sterben in Karl-Marx-Stadt“-Tour in Hamburg – und der Auftritt kann sich sehen lassen.
Auf der ausverkauften Trabrennbahn Bahrenfeld spielt die Chemnitzer Band Kraftklub am Samstag einen perfekten Tourabschluss mit viel Konfetti, Seitenhieben gegen Berlin, mit den Schwestern zweier Bandmitglieder – und mit musikalischen Special Guests aus Hamburg.
Ja, ist das überhaupt ein Kraftklub-Konzert? Nicht, wenn es nach der Vorgruppe Blond geht: „Herzlich willkommen zum Blond-Konzert!“, heizt Front-Frau Lotta Kummer den 35.000 Fans auf der Bahrenfelder Trabrennbahn mit ihrer unverkennbar selbstbewussten Art ein. Nicht wenige Fans sind mit Blond-Merch gekommen, schließlich gibt es zwischen den Fans große Überschneidungen – und zwischen den Bands familiäre Beziehungen, besteht Blond doch zu zwei Dritteln aus den Schwestern des Kraftklub-Bassisten Till und des -Frontmanns Felix Kummer.
Kraftklubs Problem auf der Trabrennbahn: Zu viele Banger!
Eine Familienfeier sozusagen – und der Abschluss der Kraftklub-Sommertour sowie gleichzeitig das letzte Konzert des Hamburger Kultursommers. Die Luft scheint bei Kraftklub deshalb aber nicht raus zu sein, ganz im Gegenteil. Mit „Marlboro Mann“ und weiß-rotem Konfetti (passend zum Cover des neuen Albums „Sterben in Karl-Marx-Stadt“) startet die Band aus Chemnitz in einen – nun ja – kraftvollen Abend.
In ihren typischen weißen Outfits mit den roten Hoseträgern führen sie durch einen Abend mit großen Hits und weniger bekannten Songs. „Wir haben ein Problem“, sagt Felix Kummer, „wir haben zu viele Banger. Selbst, wenn wir fünf Stunden spielen würden, würden immer noch Songs fehlen.“ Um die Qual der Wahl zu verringern, wurde aber natürlich eine Lösung mitgebracht. Der kleine Hannes wird aus dem Publikum auf die Bühne geholt und darf am Song-Rad drehen – und als sein Lieblingssong (500K) nicht rauskommt, wird halt nachgeholfen.
Die Überraschungen sind damit aber noch lange nicht vorbei: Wie viele Fans schon in den Sozialen Medien spekuliert hatten, steht für den gemeinsamen Song „Zeit aus dem Fenster“ dann tatsächlich die Hamburger Hip-Hop-Band Deichkind auf der Bühne. Im Gepäck haben sie eine gigantische „Opas-gegen-Rechts“-Fahne.
„Ganz Hamburg hasst die AfD“ auf dem Tourabschluss
Und natürlich gibt es den für diese Tour obligatorischen Moment, in dem Felix Kummer einmal quer durchs Publikum läuft, „Halts Maul und Spiel“ singt – und der Stadt Berlin (wie schon in den Songs „Ich will nicht nach Berlin“ und „Chemie Chemie Ya“) ein paar Seitenhiebe mitgibt. „Ich gehe ja immer so ins Publikum und in Berlin waren da so unfreundliche Gesichter. Ihr seid alle so nett!“, sagt er.
Sie hätten schon im Indra gespielt, in der Großen Freiheit und in der Sporthalle, aber das hier sei nicht nur ihr größtes Konzert jemals in Hamburg, sondern auch generell das zweitgrößte. Felix Kummer scheint sich in der Hansestadt wohlzufühlen, lobt die Fahnen und Caps der Leute und genießt die „Ganz Hamburg hasst die AfD“-Rufe.
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Am Ende spielen Kraftklub keine fünf Stunden auf der Trabrennbahn, sondern zwei, aber die sitzen – wie auch die Zugaben, unter anderem „Songs für Liam“. „Ich hoffe, das können wir bald mal wieder machen!“, so Felix Kummer.