„Today, we are canceling the apocalypse!“ Wenn schon der Trailer zu einem Film mit einem solch epischen Zitat daherkommt, dann weiß man, dass man sich auf ein bombastisches Blockbuster-Spektakel freuen darf. In diesem Fall: Pacific Rim von Guillermo del Toro, der seit wenigen Tagen neu im Abo bei Amazon Prime streamt.
Pacific Rim bei Amazon Prime: Guillermo del Toros packender Sci-Fi-Action-Kracher im Streaming-Abo
Pacific Rim ist in einer alternativen Weltgeschichte angesiedelt, in der es im Jahr 2013 zu einer verheerenden Katastrophe, dem sogenannten Breach, kam: Im Pazifischen Ozean öffnet sich in einer Erdspalte ein interdimensionales Portal, durch das riesige Kreaturen auf die Erde kommen und für eine Zerstörungsorgie nach der anderen sorgen.
Um den Ungeheuern Einhalt zu gebieten, entwickelt die Menschheit Kampfroboter namens Jaeger, die von jeweils zwei Pilot:innen gesteuert werden. Diese sitzen jedoch nicht einfach nur hinter einem Steuer, sondern gehen über ihre Gehirne eine fragile Verbindung mit den Mechas, die zur psychologischen Belastungsprobe wird.
Einen Jaeger zu steuern, ist ein ungemeiner Kraftakt, ganz zu schweigen vom eigentlichen Kampf gegen die Bestien. Umso wichtiger ist es, dass die Pilot:innen ein eingespieltes Team sind – was im Fall unserer beiden Hauptfiguren, Raleigh Becket (Charlie Hunnam) und Mako Mori (Rinko Kikuchi), alles andere als gegeben ist.
Während Raileigh sehr viel Erfahrung, aber auch sein eigenes Trauma mitbringt, erweist sich Mako als ehrgeizige Pilotin, der jegliche Praxis fehlt. Eine gefährliche Kombination, die in einer Extremsituation zum Totalausfall einer der wenigen Jaeger-Einheiten führen kann. Und das hätte Konsequenzen für die gesamte Menschheit.
Samstagabend-Blockbuster bei Amazon Prime: Pacific Rim hat nichts von seiner Wucht verloren
Menschen, die eine tiefe Verbindung zu Maschinen eingehen, um hungrige Monster zu stoppen: Guillermo del Toro hat sich bei Pacific Rim fraglos vom Anime-Meilenstein Neon Genesis Evangelion inspirieren lassen, der bereits in den 1990er Jahren mit einer Mischung aus Sci-Fi-Action und psychologischem Drama begeisterte.
Pacific Rim lehnt sich mehr in die Action-Richtung, haucht seinen Figuren aber trotzdem ein eigenes Leben ein, sodass man nicht nur einem Schaulaufen beeindruckender CGI-Effekte beiwohnt. Spätestens wenn Idris Elba als Stacker Pentecost auf den Plan tritt, kann man sich sicher sein: Heute canceln wir die Apokalypse.
Auf den ersten Blick wirkt Pacific Rim wie ein weiterer Sci-Fi-Blockbuster, der sich mit überbordendem Bombast im Fahrwasser von Michael Bays Transformers-Filmen bewegt. Schaut man sich del Toros Regiearbeit genauer an, stellt sich schnell heraus, dass er eine deutlich fantasievollere und wärmere Filmsprache besitzt.
Del Toros Pacific Rim strahlt in glühendem, einnehmendem Orange und Blau, während sich der Himmel verdunkelt und stürmischer Regen jede Actionszene noch ein bisschen unheimlicher, geradezu märchenhafter gestaltet. Nicht zuletzt herrscht hier – obwohl sie alles zerstören – eine tiefe Verbundenheit zu den Ungeheuern.
13 Jahre ist es mittlerweile her, dass Pacific Rim ins Kino kam und einen erfrischend menschlichen Gegenpol zu vielen der zynischen Zerstörungsorgien des modernen Blockbuster-Kinos darstellte. Diese Magie strahlt der Film immer noch aus. Es lohnt sich also definitiv, (mal wieder) einen Blick in Del Toros Sci-Fi-Epos zu werfen.