Die Königsbrunner Brigitte und Hermann Köhnlein, beide Rentner, sind mit ihren Fahrrädern an den Auensee zwischen Königsbrunn und Unterbergen gekommen. Ein absolutes Parkverbot, an dem die Bürgermeister der nahegelegenen Gemeinden arbeiten, würden sie begrüßen: „Ich mache jedes Mal drei Kreuze, wenn ich es heil mit dem Fahrrad zum Auensee und zurück schaffe. Die Autofahrer sind zum Teil rücksichtslos und nehmen uns Radlern oft die Vorfahrt“, sagt Brigitte Köhnlein.

„Es kam sogar schon zu Handgreiflichkeiten vonseiten einer Autofahrerin“, erzählt ihr Mann. „Leid tut es mir um die älteren Leute, die bei einem generellen Parkverbot nicht mehr mit dem Rad kommen können“, sagt Brigitte Köhnlein.

Königsbrunner schlägt vor: Wohnmobile am Auensee verbieten

„Müssen es immer drastische Verbote sein, die auch Menschen schmerzhaft treffen, die an das Wohl der Natur denken?“ fragt Sibylle Grabmaier, Oberstudienrätin außer Dienst aus Augsburg, die mit dem Auto anfährt. „Kann ich bei einem Parkverbot meine Spaziergänge im Winter um den See auch nicht mehr machen?“

Der Königsbrunner Josef Grassl kommt seit 1969 „regelmäßig, teils mit dem Auto, teils mit dem Rad, und in den letzten fünfzehn Jahren täglich zum See.“ Er sagt: „Ja, stimmt, es werden immer mehr Autos, und aufgrund nicht durchgesetzter Haltverbote gibt’s dann auch Park-Chaos an Hochbetriebstagen. Bei einem absoluten Haltverbot käme ich mit dem Rad, wobei das im Winter für Spaziergänge am See schwierig wird. Stand-Up-Paddling und Wohnmobile verbieten, das würde den kleinen See entlasten“, findet er. Auch, dass die vielen Autos der Feuerwehr das Durchkommen im Notfall schwer bis unmöglich machen könnten, war ein Diskussionsthema dieses Sommers. Persönlich habe er noch nie Feuerwehr oder Sanitäter im Einsatz am See gesehen, sagt der Königsbrunner.

Idylle bei Königsbrunn: Der Auensee ist auch sozialer Treffpunkt und Lebensbereicherung

Ausgegrenzt würde sich Gabi Reiber aus Königsbrunn fühlen: „Ich komme seit dreißig Jahren im Sommer zum See, früher mit dem Rad, jetzt als Rentnerin brauche ich wegen gesundheitlicher Probleme das Auto. Ein absolutes Parkverbot würde mir ein Stück Lebensqualität nehmen, wo wir an dem schönen See auch Freunde treffen und nette Stunden verbringen.“

"Durch ein absolutes Parkverbot würde ich mich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen", sagt Christiane Hohbach.

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„Durch ein absolutes Parkverbot würde ich mich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen“, sagt Christiane Hohbach.
Foto: Petra Manz

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„Durch ein absolutes Parkverbot würde ich mich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen“, sagt Christiane Hohbach.
Foto: Petra Manz

Dem stimmt Christiane Hohbach, Rentnerin aus Augsburg, zu: „Ich bin behindert und brauche das Auto. Durch ein absolutes Parkverbot würde ich mich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen, Schwimmen ist Lebensqualität für mich.“ Marion Oelkers, Rentnerin aus Prittriching, meint: „Seit die Königstherme weg ist, gibt es eh kaum Bademöglichkeiten im Raum Königsbrunn.“

Für Bianca Müller, Sachbearbeiterin, aus Kaufering ist der See seit fünfzehn Jahren „sozialer Treffpunkt mit den unterschiedlichsten Menschen, ein Austausch in einer gewachsenen Gemeinschaft, lebensbereichernd. Auch im Winter. Mir würde das sehr fehlen. Ich könnte bei einem absoluten Parkverbot nicht mehr an den See kommen.“

„Mehr Verbote führen zu mehr Unmut“, findet Beatriz Gonzalez, Hotelfachfrau, aus Augsburg, und ist für, „einen ständig offenen Diskurs“, wo man einander auch gegenseitig auf Fehlverhalten hinweist. Sie kritisiert: „Die Verbotsschilder sollten leserlicher und besser sichtbar sein.“

Christine und Roman Heindl,  Bürokauffrau und Vertriebsmitarbeiter aus Mering, kommen im Sommer mit dem Auto an den See. Sie finden: „Leider werden viel zu wenige Kontrollen durchgeführt. An Rettungswegen sollte rigoros abgeschleppt, Rettungsbuchten vergrößert und die Anfahrt zum See sollte ab 21 Uhr untersagt werden. So wird der Party-, Grill- und auch der Campingtourismus eingedämmt.“ Und wegen der Feuerwehreinsätze fügt Heindl hinzu: „Bei Martinshorn in Blaulicht fährt jeder zur Seite und gewährleistet die Durchfahrt.“

"Regt euch doch nicht auf": Lothar Betz sieht die Parksituation am Auensee gelassen.

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„Regt euch doch nicht auf“: Lothar Betz sieht die Parksituation am Auensee gelassen.
Foto: Sammlung Lothar Betz

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„Regt euch doch nicht auf“: Lothar Betz sieht die Parksituation am Auensee gelassen.
Foto: Sammlung Lothar Betz

„Jetzt regt euch doch mal ab“, sagt Dr. Lothar Betz, Arzt im Ruhestand aus Leitershofen und Mitglied der Wasserwacht. Er schätzt den See seit fünfundvierzig Jahren wegen seiner Wasserqualität. „In dieser Zeit habe ich es nie erlebt, dass ein Rettungsfahrzeug steckengeblieben wäre, trotz mancher chaotischer Parkstellungen. Sogar die Mähdrescher kamen bislang immer durch. Es kommen auch viele körperlich behinderte Menschen an den See. Ein allgemeingültiges absolutes Haltverbot würde dem Behindertenrecht entgegenstehen.“

"Bitte keine Panikmache": Sebastian Hägele aus Königsbrunn kritisiert die Diskussion über die parkenden Autos – und wird lieber selbst am Auensee aktiv, indem er eine Müllsammelaktion organisiert.

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„Bitte keine Panikmache“: Sebastian Hägele aus Königsbrunn kritisiert die Diskussion über die parkenden Autos – und wird lieber selbst am Auensee aktiv, indem er eine Müllsammelaktion organisiert.
Foto: Petra Manz

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„Bitte keine Panikmache“: Sebastian Hägele aus Königsbrunn kritisiert die Diskussion über die parkenden Autos – und wird lieber selbst am Auensee aktiv, indem er eine Müllsammelaktion organisiert.
Foto: Petra Manz

„Bitte keine Panikmache“, kommentiert Sebastian Hägele, Orchestermusiker, aus Königsbrunn die chaotische Parksituation bei Hochbetrieb am See. „Der Feldhäcksler ist heute schon mehrfach hier problemlos durchgefahren.“ Er plädiert für Dialog zwischen allen Beteiligten und organisiert eine Müllsammelaktion.