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Fast ein komplettes Jahr musste Gladbach auf seinen Kapitän verzichten – jetzt ist Tim Kleindienst (30) endlich zurück. Das 0:3 in Leipzig konnte der Nationalstürmer (6 Spiele, 4 Tore) aber auch nicht verhindern – obwohl er erstaunlicherweise die kompletten 90 Minuten durchhielt.

Dass er noch längst nicht wieder in alter Topform ist, ist logisch: Von 19 Zweikämpfen gewann er nur fünf (26,3 Prozent), mit 31 Ballkontakten hatte er 22 weniger als sein Torwart, sein einziger Abschluss war ein zu hoch platzierter Kopfball – in der 82. Minute. Wo Kleindienst auf jeden Fall wieder der Alte ist: im Klartext reden!

Er fand die Ballverluste vor dem zweiten und dritten Gegentor ebenso erbärmlich wie die Chancenverwertung im ersten Durchgang. Auch das Abwehrverhalten regte ihn auf: „Leipzig ist ein-, zweimal in unseren Strafraum gekommen und hat daraus direkt ein Tor gemacht. Nach dem 0:2 war es dann auch individuelle Qualität, die den Unterschied gemacht hat. Trotzdem dürfen solche Gegentore nicht fallen, denn die erste Halbzeit war grundsätzlich sehr vernünftig von uns.“

Für alle, die offenbar den Ernst der Lage noch nicht kapiert haben, formulierte es Kleindienst nochmal deutlich: „Es ist eben Bundesliga und kein Vorbereitungsspiel. Leipzig kann dich für kleine Fehler gnadenlos bestrafen. Beim ersten Gegentor müssen wir uns hinterfragen, warum es überhaupt zu der Situation kommt. Bis dahin war das Spiel ausgeglichen. Wir müssen jetzt schnell wieder in die Spur finden und es schaffen, die Intensität über die gesamten 90 Minuten aufrechtzuerhalten.“

„Waren 25 Minuten gar nicht auf dem Platz“

Genau das regte auch Eugen Polanski (40) auf. Der Coach: „In der ersten Halbzeit haben wir viel davon gesehen, wie wir auftreten wollen. Aber dann waren wir zu Beginn der zweiten Hälfte 25 Minuten gar nicht auf dem Platz, hatten keine Energie und viel zu große Abstände. Ich habe die Jungs aber in der Pause ermutigt, weiter nach vorn zu spielen.“ Davon kam beim Gladbacher Team aber erstaunlich wenig an.