Auf einer Wahlkampfkundgebung der Linken Neukölln ist es am Samstagabend zu Gewaltaufrufen gegen den Staat Israel und Angehörige des israelischen Militärs gekommen.

Formuliert hat die Aussagen der auf Einladung der Linken aufgetretene Rapper Dahabflex. Kurz vor dem Ende der Versammlung präsentierte er den Song „Stop the Genocide“ (Stoppt den Völkermord). Darin heißt es unter anderem „Yalla Yalla Intifada Westbank, Palästina, Gaza“ sowie „Death to the IDF“ (Tod der israelischen Armee).

Beide Slogans wurden von Dahabflex deutlich erkennbar und wiederholt vorgetragen. Sie gelten als klare Gewaltaufrufe gegen den Staat Israel, dessen Einwohner und Mitglieder der israelischen Streitkräfte (IDF).

Besucher tanzen zum Israelhass

Während des Songs tanzten zahlreiche, mehrheitlich jugendliche Besucher der Kundgebung und sangen den Text mit. Eine Palästina-Flagge wurde geschwungen, einzelne Besucher vermummten sich.

Unmittelbar nach dem Auftritt zeigte sich Hermann Nehls auf der Bühne, der Co-Vorsitzende der Linken Neukölln. Er war zu diesem Zeitpunkt also anwesend, unternahm aber nichts. Eine Einordnung oder Distanzierung der Textpassagen erfolgte durch keines der anwesenden Mitglieder der Linken Neukölln unmittelbar im Anschluss an den Auftritt.

Der Begriff „Intifada“ heißt wörtlich „abschütteln“, bezeichnet aber vor allem die gewaltsamen und auf beiden Seiten tödlichen Aufstände der palästinensischen Bevölkerung gegen die israelische Besatzung in den Jahren 1987 bis 1993 (erste Intifada) und 2000 bis 2005 (zweite Intifada).

Durch Attacken und Selbstmordanschläge wurden dabei mehr als 1000 Israelis getötet. Die Zahl der durch das israelische Militär getöteten Palästinenser lag um ein Vielfaches höher. Kombiniert mit dem Aufruf „Yalla“ – arabisch für „Los“ oder „Los geht’s“ – stellt die Parole einen eindeutigen Gewaltaufruf dar.

Linke spricht von 1000 Gästen

Der Auftritt des wegen seiner politischen Statements und Texte umstrittenen Rappers – Dahabflex bezieht sich etwa positiv auf die palästinensische Terrororganisation PFLP – war Teil einer Kundgebung unter dem Titel „Wütend auf den Kapitalismus“. Diese hatte der Theaterregisseur Volker Lösch gemeinsam mit der Linken organisiert.

Neben den Auftritten von Dahabflex und der Rapperin Antifuchs gab es von Lösch moderierte Gespräche mit Kandidierenden der Linken in Neukölln und Treptow‑Köpenick. Daneben traten zahlreiche Akteure aus der Zivilgesellschaft auf, unter anderem Deborah Feldman und Matthias Lilienthal, Intendant der Berliner Volksbühne. Parteiangaben zufolge besuchten rund 1000 Menschen die Kundgebung.

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Innerhalb der Berliner Linken gilt der Neuköllner Kreisverband wegen seiner Position zum Krieg im Nahen Osten als problematisch. Immer wieder hatten Vertreter und Mandatsträger mit Israelkritik auf sich aufmerksam gemacht, den Vorwurf des Antisemitismus aber weit von sich gewiesen.

Als besonders exponiert gelten dabei der Bürgermeisterkandidat Ahmed Abed sowie der 2025 direkt in den Bundestag gewählte Ferat Kocak. Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linken für die Abgeordnetenhauswahl, hatte den Vorwurf des Antisemitismus gegen Mitglieder der Partei zuletzt stets zurückgewiesen.