Nürnberg. Eine Partie mit dem Titel „Top-Spiel“ sollte es werden, die am Samstagabend im Max-Morlock-Stadion zu Nürnberg stattfand. Dass der Tabellenführer – vor und auch nach dem Spieltag war das der 1. FC Nürnberg – teilnahm, war nachvollziehbar. Gegner Arminia Bielefeld hatte nach einem Sieg und einer Niederlage in der Liga in diesem Duell eher die Rolle des Kontrahenten, der seine Qualifikation für ein Spitzenspiel etwas mehr nachweisen musste. Die Ostwestfalen blieben es mindestens beim Ergebnis schuldig. Sie unterlagen mit 1:4.

Es sind kleine personelle Veränderungen, die aber durchaus Aufmerksamkeit erregen. DSC-Coach Oliver Kirch schickte im Gegensatz zum Pokal-Aus gegen Großaspach Sam Schreck und Maximilian Großer wieder in die Startelf. Isaiah Young und Joel Felix blieben draußen, Jannik Rochelt rückte wieder nach links vorne. Tim Handwerker erhielt den Vorzug gegenüber Arne Sicker als Linksverteidiger. Marius Wörl saß ebenfalls zuerst auf der Bank.

Die vierte Startelf im vierten Pflichtspiel begann engagiert in den Zweikämpfen, aber etwas zu unsauber in den Zuspielen. In der 6. Minute hatte Grodowski auf der linken Seite Platz, zog den Sprint an und bekam den Ball in die Mitte zu Rochelt, der aber hängen blieb.

Zoma lässt Momuluh stehen und tanzt Bauer aus

Was die Gäste unvollendet gelassen hatten, demonstrierte auf der Gegenseite Mohamed Zoma in Vollendung. Nach elf Minuten preschte der FCN-Torjäger über die linke Seite vor, hängte Momuluh ab und ließ Maximilian Bauer im Strafraum ins Leere laufen. Sein Abschluss schlug flach rechts zur Führung ein.

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DSC Arminia Bielefeld

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Bericht: Arminia Bielefeld leiht Stürmer David Min vom FC Utrecht aus

Eine Ecke, die im Strafraum-Gewühl endete und geklärt wurde, und ein Schreck-Schuss, der übers Tor segelte, waren die Bielefelder Antwort-Versuche. Auch wenn keine Hochkaräter dabei heraussprangen, Arminia machte nach dem Gegentreffer mehr das Spiel, auch weil Nürnberg sich etwas zurückzog.

Es folgte Lehrstunde Nummer zwei: Bei einem der seltenen Nürnberger Vorstöße lupfte Finn Becker in der 22. den Ball von links über die komplette Bielefelder Abwehr. Tim Janisch konnte seelenruhig im rechten Sechzehner Maß nehmen und volley zum 2:0 einschießen.

Russo fälscht Schuss zum 3:0 ab

Es kam noch schlimmer. In der 38. legte sich Adam Markhiyev den Ball auf 25 Metern zurecht und ließ einen scharfen Strahl auf Jonas Kerskens Gehäuse los. Der Ball erhielt von Russo eine entscheidende Richtungsänderung und schlug zum 3:0 ein. Kurz danach hätte Schreck nach guter Vorarbeit von Mehlem verkürzen können, doch Nürnbergs Keeper Jan Reichert parierte den Schuss.

Kirch brachte nach der Pause Wörl für Schreck. Arminia begann gut. Koudossou schickt kurz nach Wiederbeginn Momuluh steil, der aber Torwart Reichert anschoss. Nach guter Russo-Vorarbeit hatte „Taddel“ gleich darauf noch eine Chance, die aber übers Tor ging. Ein verheißungsvoller Beginn, den Nürnberg aber mit einigen gefährlichen Gegenzügen beantwortete.

In der 57. Minute wechselte Kirch Grodowski aus, der sich nur wenig gezeigt hatte, aber offenbar gesundheitlich angeschlagen in die Partie gegangen war. Benjamin Boakye ersetzte ihn. Ein Impuls ging auch von diesem Wechsel nicht aus. Stattdessen war Nürnbergs Adam Markhiev in der 67. wieder zur Stelle und verwandelte aus 17 Metern zum 4:0.

Wörl mit Auge zum Ehrentreffer

Der junge Till Wegener (für Mehlem) und Roberts Uldrikis (für Rochelt) kamen danach für die Arminia. Russo schloss nach einem Handwerker-Freistoß aus 12 Metern ab, sein Schuss war aber zu zentral. Es blieb beim großen Bielefelder Bemühen, das einer brutalen Nürnberger Effektivität gegenüberstand. Dann klingelt es doch noch im Kasten Gastgeber, weil Marius Wörl Auge bewies und den Ball aus mehr als 40 Metern über den zu weit draußen stehenden Keeper rein lupfte.

Auch Isaiah Young durfte in der Schlussphase noch mitmachen. Er kam für Momuluh. 36.269 Zuschauer verfolgten in den letzten Minuten in munteres Hin und Her, in dem sich Arminias Abwehr noch durch einige Rettungstaten hervortun konnte. Für einen Sieg kam Arminia in diesem Spiel schon früh nicht infrage, auch wenn sie über weite Strecken gut mitspielte.

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