Die anhaltende angespannte Lage zwischen dem Iran und den USA und der damit einhergehenden Blockade der Straße von Hormus verursachen insbesondere Druck auf den Flugverkehr aus afrikanischen Ländern. Denn über zwei Drittel der Kerosinimporte des Landes kommen gewöhnlich über die Seehandelsstraße. Lokal sorgt das teilweise für Treibstoffmangel und beeinträchtigt unter anderem Direktflüge nach Europa. Auch ein Direktflug nach München ist betroffen.
Angola als Tankstop: Direktverbindungen nach München und Frankfurt betroffen
Die deutsche Fluggesellschaft Discover-Airlines, Tochtergesellschaft der Lufthansa Group, kündigte vergangene Woche an, dass Flugzeuge von Windhoek, Namibia, nach Frankfurt und München aktuell keine Direktverbindung fliegen können. Aufgrund des Treibstoffmangels am Startflughafen (Hosea-Kutako) werden über Angola umgeleitet. Dort können sie für den Weiterflug Kerosin auftanken. Passagiere, die wegen der Verzögerungen Anschlussflüge verpassen, sollen automatisch umgebucht werden.
Im Frühjahr hatte Lufthansa bereits erklärt, dass es auf manchen Langstreckenflügen notwendig werden könnte, Tankstopps einzulegen. In einer Pressemitteilung von Lufthansa betonte der Deutsche-Lufthansa-CEO Carsten Spor im Mai, dass es keine Anzeichen dafür gibt, „dass die Treibstoffversorgung im Sommer gefährdet ist.“ Allerdings bezog er sich damit auf den europäischen Markt, der weniger abhängig von Kerosinlieferungen ist, die gewöhnlich über die Straße von Hormus kommen würden.
Laut einem Bericht des Onlineportals touristik-aktuell könnte auch die Schweizer Lufthansa-Tochter Edelweiss vom Kerosinmangel in Namibia betroffen sein. „Die Verbindung Windhuk–Zürich wird voraussichtlich planmäßig durchgeführt. Je nach Flugbedingungen könnte ein Tankstopp erforderlich sein“, wird der Airline-Konzern zitiert.