
Allen Cooley.
Business Insider
Der Fotograf Allen Cooley gab 2025 mehr als 20.000 US-Dollar (17.000 Euro) für Festplatten aus, weil die Speicherkosten in die Höhe schnellten.
Mit Claude katalogisierte er seine alten Festplatten und fand Dateien, die er gefahrlos löschen konnte, um Platz freizugeben.
Das Tool sparte ihm Tausende. Seine Videoarbeit könnte ihn irgendwann jedoch doch zum Nachkaufen zwingen.
Dieser Artikel basiert auf einem Gespräch mit Allen Cooley, Fotograf, Regisseur und Gründer von Allen Cooley Photography, einem Studio für Werbe-, Beauty- und Porträtfotografie in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Der Text wurde aus Gründen der Länge und Verständlichkeit bearbeitet.
Ich arbeite seit etwa 2006 professionell als Fotograf, und die meiste Zeit meiner Laufbahn musste ich mir kaum Gedanken über den Preis von Festplatten machen. Sie waren ein selbstverständlicher Teil der Betriebskosten.
Heute muss ich bei jeder Festplatte, die ich kaufe, strategisch vorgehen. Gegen Ende 2025 fiel mir zum ersten Mal ein sprunghafter Anstieg der Festplattenpreise auf. Als ich meine alten Rechnungen durchging, stellte ich fest, dass ich 2022 für eine Vier-Terabyte-Platte 400 Dollar (345 Euro) bezahlt hatte. Heute kostet eine vergleichbare Platte rund 1200 Dollar (1000 Euro).
Als ich zusammenrechnete, was ich 2025 für Festplatten ausgegeben hatte, kam ich auf über 20.000 Dollar (17.000 Euro). Deshalb habe ich in diesem Jahr komplett aufgehört, welche zu kaufen.
Zum Glück habe ich im Laufe meiner Karriere Hunderte von Festplatten angehäuft. Bei jedem neuen Auftrag kaufte ich einfach ein paar dazu. So bin ich nach 20 Jahren und Tausenden von Jobs zu einer Art Festplatten-Messie geworden. Diese Angewohnheit zahlt sich jetzt endlich aus.
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Werbefotografie braucht enorm viel Speicherplatz. Für einen Job benötige ich meist drei oder vier tragbare Festplatten, manchmal auch fünf oder sechs. Und weil ein Kunde nach drei Jahren zurückkommen kann, um die Nutzungsrechte zu verlängern, muss ich die Dateien lange über den eigentlichen Dreh hinaus aufbewahren.
Bei einer aktuellen Kampagne, die sowohl Video als auch Standbildfotografie umfasste, hätten mich so viele neue Platten zwischen 4000 und 5000 Dollar (3500 und 4300 Euro) gekostet. Dieses Geld wollte ich nicht ausgeben.
Also habe ich mit Claude ein Programm entwickelt, das katalogisiert, was auf meinen Festplatten gespeichert ist. Jetzt kann ich nach einer Datei suchen, jede Platte finden, die eine Kopie enthält, und herausfinden, was ich bedenkenlos löschen kann, um Platz zu schaffen.
Statt Hunderte von Platten von Hand zu sortieren, kann ich mich praktisch mit meinem eigenen Archiv unterhalten. Das hat mir Tage, wenn nicht Wochen an Arbeit erspart.
Die Ironie entgeht mir dabei nicht: Ich bin überzeugt, dass die Nachfrage der Rechenzentren, die KI antreiben, mit ein Grund dafür ist, dass Speicher so teuer geworden ist – und dann wende ich mich Claude zu, um mir Tausende von Dollar für neue Platten zu sparen.
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Business Insider
Wie lange ich das Nachkaufen noch aufschieben kann, hängt davon ab, wie viele Aufträge hereinkommen. Wenn ich nur Standbildfotografie mache, komme ich vermutlich noch eine Weile so durch. Bei Video ist das anders. Ich werde in erster Linie dafür engagiert, Video und Fotos gemeinsam zu produzieren, und solche Jobs brauchen so viel Speicher, dass ich irgendwann mehr Platten benötige.
Außerdem ist mein Geschäft um rund 30 Prozent unter seinem Höchststand von 2023. Das vergangene Jahr war besonders hart, und dieses Jahr liegt in etwa auf demselben Niveau wie das letzte.
Ich schiebe das nicht allein der Werbebranche in die Schuhe. Früher in meiner Karriere habe ich manchmal zehn bis 13 Stunden gearbeitet, um Mitternacht und am Wochenende E-Mails beantwortet und war außergewöhnlich gut erreichbar.
Inzwischen habe ich zwei kleine Töchter und verbringe meine Zeit eher bei einem Fußballspiel oder bringe eine von ihnen irgendwohin. Wenn ich also auf diesen Rückgang schaue, weiß ich, dass ein Teil davon eine bewusste Entscheidung widerspiegelt, weniger Zeit mit Arbeit zu verbringen.
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Trotzdem beobachte ich die Branche genau. Die Betriebskosten sind gestiegen, während Unternehmen und Agenturen nach meiner Erfahrung ihre Budgets umschichten oder weniger für einen Teil der klassischen Foto- und Werbearbeit ausgeben.
Ich rechne auch nicht damit, dass die Festplattenpreise einfach wieder auf das Niveau fallen, das ich gewohnt war. Ich vermute, dass irgendwann ein anderer Hersteller einspringen könnte, um jene Kunden zu bedienen, die günstigeren Speicher brauchen.
Bis dahin werde ich weiterhin einfallsreich mit dem umgehen, was ich habe. Wenn die Aufträge zunehmen, muss ich wahrscheinlich wieder anfangen, Platten zu kaufen. Wenn nicht, kann ich diese Hunderte alten Festplatten noch sehr viel länger nutzen.
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