Zusatznutzen im Alter

Diese Impfung könnte das Demenzrisiko senken

  • Lynn Zimmermann

30.08.2026 – 16:02 UhrLesedauer: 3 Min.

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Impfung eines älteren Mannes (Symbolbild): Die Stiko empfiehlt die Impfung regulär ab 60 Jahren. (Quelle: PixelsEffect/getty-images-bilder)

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Die Impfung soll eigentlich vor Gürtelrose schützen. Eine Studie liefert nun Hinweise darauf, dass der Impfstoff Shingrix bei älteren Menschen noch einen weiteren Nutzen haben könnte.

Schon länger haben Wissenschaftler die Vermutung, dass eine Gürtelrose-Impfung das Demenzrisiko senken könnte. Die bisherigen Studien stützten sich jedoch dabei meist auf Untersuchungen mit einem sogenannten Lebendimpfstoff (Zostavax), der in vielen Ländern seit einigen Jahren nicht mehr empfohlen wird.

Forscher von der Brown University in den USA haben nun den Effekt bei Menschen untersucht, die den heute verwendeten Impfstoff Shingrix erhielten. Auch bei ihnen stellten Ärzte deutlich seltener eine Demenz fest. Die Ergebnisse der Studie erschienen kürzlich im Fachjournal „Annals of Internal Medicine“.

Gut zu wissen

Shingrix ist ein Totimpfstoff gegen Gürtelrose (Herpes zoster) und deren mögliche Folge, die postherpetische Neuralgie. Der Impfstoff enthält Bestandteile des Varizella-Zoster-Virus, aber keine vermehrungsfähigen Viren. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung standardmäßig für alle Menschen ab 60 Jahren sowie ab 18 Jahren für Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko, etwa aufgrund einer Immunschwäche oder bestimmter schwerer chronischer Erkrankungen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Gürtelrose-Impfung finden Sie hier.

Demenzrisiko nach Impfung deutlich niedriger

Für die Studie haben die Forscher Daten von über 500.000 Menschen ausgewertet, die zwischen 2017 und 2022 für eine kurz- oder langfristige Versorgung in eine qualifizierte Pflegeeinrichtung aufgenommen wurden. Die Teilnehmer waren mindestens 66 Jahre alt. Zu Beginn der Untersuchung hatte niemand eine diagnostizierte Demenz.

Die Forscher verglichen das Demenzrisiko der Menschen, die mindestens eine Dosis des Impfstoffs erhalten hatten, mit denen, die keine Impfung erhalten hatten. Nach vier Jahren zeigte sich ein deutlicher Unterschied: In der Gruppe mit mindestens einer Impfdosis lag das Demenzrisiko bei 18,8 Prozent. Ohne Impfung betrug es 24,6 Prozent. Nach der statistischen Auswertung entsprach dies einem rund 24 Prozent geringeren Risiko einer Demenzdiagnose bei den Geimpften.

Studienautorin Kaley Hayes von der Brown University School of Public Health erklärt in einer Pressemitteilung, dass die Impfung damit etwa einen von 17 Demenzfällen verhindern könnte.

Die Forscher fanden allerdings nicht bei allen Teilnehmern einen gleich starken Zusammenhang. Bei Männern fiel er etwas schwächer aus. Auch bei Menschen, die zuvor bereits einen Lebendimpfstoff gegen Gürtelrose erhalten hatten, zeigte sich ein abgeschwächter Zusammenhang.

Gut zu wissen

GlaxoSmithKline, der Hersteller von Shingrix, unterstützte die Studie finanziell. Nach Angaben der Autoren hatte das Unternehmen jedoch keinen Einfluss auf das Studiendesign, die Auswertung oder die Entscheidung zur Veröffentlichung.

Wirkmechanismus noch nicht geklärt

Warum ausgerechnet die Gürtelrose-Impfung mit einem geringeren Demenzrisiko zusammenhängen könnte, ist bislang nicht geklärt. Forscher diskutieren vor allem zwei mögliche Erklärungen: Zum einen könnten die Varizella-Zoster-Viren, die Windpocken und später Gürtelrose auslösen können, bei der Entstehung oder dem Fortschreiten einer Demenz eine Rolle spielen. Verhindert die Impfung eine erneute Aktivierung der Viren, könnte sie auch damit verbundene Entzündungsreaktionen im Nervengewebe reduzieren.