Als Kind hat er sich gern mit dem Material beschäftigt, das er auf Baustellen vorfand. Und er war öfters auf Baustellen, schließlich waren die Eltern Architekten. Er bastelte, erprobte sich handwerklich. Heute arbeitet der Erwachsene viel mit Doppelstegplatten, seinem aktuellen Lieblingsmaterial, mit dem er so schön groß arbeiten kann. Die für Dachabdeckungen verwendeten Flächen hatte er vor zwei Jahren in einer Lagerhalle entdeckt, bekam eine Lastwagenfuhre des giftigen, teilweise zerstörten Industrieabfalls geschenkt, um daraus Skulpturen zu entwickeln. Die Beschäftigung mit der Cyanotypie dagegen ruht diesen Sommer. Ein Nebeneinander lehnt Felix Baltzer ab, konzentriert sich lieber auf eine Sache. Das Kunstwerk, das er für den Bergischen Zukunftspreis ausgesucht hat, entstand 2019, gehört zur Serie Genua, eine Auseinandersetzung mit Ort, Licht, kirchlichem Brauchtum und einer alten Technik, die er nicht einfach übernommen, sondern auf seine Bedürfnisse zugeschnitten hat. So wie er es immer tut in der intensiven Auseinandersetzung mit Form und Material.