FCK-Trainer Torsten Lieberknecht freute sich über den Sieg beim FC St. Pauli, fand aber auch deutliche Worte zu der Derby-Randale beim Pokalspiel bei Waldhof Mannheim in der Woche davor.

Stand: 30.08.2026 • 17:30 Uhr

Noch immer beschäftigt den 1. FC Kaiserslautern die Aufarbeitung der Derby-Randale bei Waldhof Mannheim. Trainer Torsten Lieberknecht findet nochmals deutliche Worte.

Platzsturm, Böller im Publikum und eine verwüstete Kabine – das Pokal-Derby bei Waldhof Mannheim hat der 1. FC Kaiserslautern noch immer nicht vollständig verarbeitet. „Das Bild, das wir dort hinterlassen haben, war mit Sicherheit einen Schande für den Fußball. Das muss man einfach so sagen“, sagte FCK-Trainer Torsten Lieberknecht nach dem knappen 2:1-Sieg beim FC St. Pauli.

Lieberknecht: FCK nicht allein für die Eskalation verantwortlich

Lieberknecht fürhte die Ereignisse in Mannheim auf „überbordende Emotionalität, die fast kriminell ist“ zurück. Diese müsse entsprechend sanktioniert werden. „Ich glaube, es ist für den deutschen Fußball definitiv wichtig, dass es aufgeklärt wird und dass man Lösungen findet“, sagte der 53-Jährige. Er schränkte jedoch ein: „Da geht es nicht, dass man nur auf einen zeigt. Daran waren einige beteiligt.“

Pokal-Derby stand kurz vor dem Abbruch

Das Südwest-Derby im DFB-Pokal zwischen dem Drittligisten SV Waldhof Mannheim und dem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern war nach der regulären Spielzeit eskaliert. Beim Stand von 0:0 gerieten nach Abpfiff zunächst die Spieler aneinander. Anschließend warfen Zuschauer von der Mannheimer Haupttribüne zahlreiche Gegenstände in Richtung der Spieler-Traube, wenig später schossen FCK-Fans Feuerwerkskörper in Richtung der Tribünen.

Daraufhin stürmten Waldhof-Anhänger auf das Feld. Die Mannschaften wurden in die Kabine geschickt. Polizeikräfte mussten in den Heimblock, während berittene Polizisten versuchten, die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Polizei und Politik fordern Konsequenzen

„Da sind eindeutig Grenzen überschritten worden“, sagte Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht (CDU). Experten rechnen mit einer hohen Geldstrafe oder sogar einem Ausschluss der Fans.

Laut Polizei wurden bei der Randale 35 Beamte und 85 Zuschauer verletzt. Dazu leitete Polizei Ermittlungen „wegen Beleidigungen, verschiedener Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoff-Gesetz“ ein.

Die Fan-Randale beim Pokal-Derby haben sogar den rheinland-pfälzische Innenministerium auf den Plan gerufen. Innenminister Achim Schwickert (CDU) forderte, kriminelle Handlungen müssten konsequent verfolgt werden. Gegebenenfalls müssten die Sanktionen gegen gewalttätige Fans auch verschärft werden.

FCK-Trainer Lieberknecht wünscht langfristige Lösungen

Aus der Fankurve gab es jedoch auch Kritik am Polizei-Einsatz: Die Einsatzkräfte haben aus Sicht des Fan-Dachverbands „Pro Waldhof“ nicht deeskalierend gehandelt. Stattdessen habe der Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray die Situation auf der Fan-Tribüne unnötig verschärft.

Für FCK-Trainer Lieberknecht sind die Ausschreitungen jedoch kein reine Law-and-Order-Problem: „Experten werden da jetzt mit Sicherheit erst einmal Sanktionen starten und dann hoffentlich auch Lösungen finden.“

Südwestrundfunk