Islands Stimmbevölkerung hat sich in einem Referendum gegen die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union ausgesprochen.
Wie der isländische Rundfunksender RUV am Sonntag berichtete, stimmten 52,8 Prozent dagegen und 47,2 Prozent dafür. Die Differenz betrug rund 12.600 Stimmen. Während die Zustimmung in Reykjavík stark ausfiel, erreichte das Nein in ländlicheren Gebieten mehr als 60 Prozent. Dort lag die Wahlbeteiligung teilweise bei über 80 Prozent.

People hold a banner reading „No“ as they listen to speakers at an „Afram Island,“ „Forward, Iceland,“ rally opposing the resumption of European Union accession talks at Austurvollur in Reykjavik, Iceland, Thursday, Aug
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Der frühere Aussenminister Gudlaugur Thor Thordarson von der konservativen Unabhängigkeitspartei sagte: «Das Ergebnis ist eindeutig. Die Isländer wollen nicht, dass Island der EU beitritt.»
Island hatte 2009 nach der Finanzkrise Beitrittsgespräche mit der EU begonnen. Die Verhandlungen wurden 2015 endgültig beendet. Zu den Streitpunkten gehörten die Fischereiquoten. Die Regierung von Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir hatte nach ihrem Amtsantritt Ende 2024 ein Referendum über neue Gespräche versprochen.
Frostadottir warb unter anderem mit wirtschaftlicher Absicherung für eine Annäherung an die EU. Gegner verwiesen auf die Kontrolle über die Fischerei und befürworteten den Verbleib im Europäischen Wirtschaftsraum.