Der SV Budberg hat auch sein zweites Heimspiel in der neuen Landesliga-Saison gewonnen. Gegen den Duisburger FV 08 setzte sich die unveränderte Mannschaft von Tim Wilke in einer turbulenten Partie spät mit 3:2 (2:2) durch. Der Trainer musste dabei außerhalb des Innenraums mitfiebern.

„Immer wieder sonntags“ läuft zweimal

Am Ende durfte auch die persönliche Torhymne von Moritz Paul nicht fehlen. „Immer wieder sonntags“ schallte es gleich zweimal über die Anlage, nachdem der Angreifer den SVB mit einem späten Kopfball zum umjubelten Dreier geführt hatte.

Es war der Schlusspunkt eines extrem intensiven und für die Zuschauer attraktiven Landesliga-Spiels. Der SVB steht damit nach drei Partien bei sechs Punkten. Vor dem Auswärtsspiel am kommenden Sonntag beim ASV Süchteln war es ein richtungsweisender Erfolg. Lediglich Rheinland Hamborn hat nach drei Spieltagen mit neun Zählern die optimale Ausbeute vorzuweisen.

Dabei erwischten die Hausherren den deutlich besseren Start. In der ersten Viertelstunde gehörte die Partie klar den Budbergern. Mehrfach gelangen gute Angriffe, einzig beim letzten Pass fehlte die Genauigkeit. Das rächte sich prompt: Der erste Versuch der Gäste aus Hochfeld in Tornähe führte nach einem Abstimmungsfehler zwischen Tim Beerenberg und Torwart Marc Anders in der 15. Minute durch Obed Adjamah zum 0:1.

Budberg ließ sich davon nicht beeindrucken. Florian Mordt köpfte nach 29 Minuten den verdienten Ausgleich. Kurz vor der Pause drehte Paul die Partie (43.). Doch die Freude hielt nur wenige Sekunden. Im direkten Gegenzug konterten die Duisburger die Hausherren zum 2:2 aus (44.). Kadir Yildirim war der Torschütze. Das Chancenverhältnis von 5:2 zur Pause sprach dennoch für die Gastgeber.

Auch nach dem Seitenwechsel war Budberg sofort da. Nach einem Freistoß von Ole Egging fehlten Paul per Kopf nur Zentimeter zu seinem zweiten Treffer. Anschließend wurde die Begegnung immer hektischer. Der technisch starke Aufsteiger zeigte, warum er keineswegs wie ein gewöhnlicher Liganeuling auftritt, und blieb vor allem in der Offensive brandgefährlich. Oliver Nowak verhinderte mit einer starken Grätsche einen erneuten Rückstand.

Auf der anderen Seite bot sich Felix Weyhofen nach Vorlage von Paul die große Möglichkeit zum 3:2, doch Budberg musste bis in die Schlussphase auf die Erlösung warten. Dann wurde eine Standardsituation zum entscheidenden Faktor: Nowak brachte eine Ecke herein, Paul stieg hoch und köpfte den Ball zum umjubelten Siegtreffer ins Netz (83.).

„Wir belohnen uns, weil wir dauerhaft drangeblieben sind“, freute sich Wilke. In der ersten Hälfte habe seine Mannschaft die Partie weitgehend so bestritten, wie sie es sich vorgenommen hatte. „Wir hatten eine bessere Struktur, klarere Durchbrüche und haben unsere Aktionen herauskombiniert. Nach der Pause gab es dann eine wilde Phase, in der wir nicht in unser Spiel gefunden haben. Diesen Aufsteiger muss man erst einmal bespielen.“

Dennoch sah Wilke Möglichkeiten, die Partie früher auf die Budberger Seite zu ziehen. „Auch wenn das Spiel eng war, müssen wir früher das Tor machen. Dann hätten wir befreiter gespielt. Das war so ein Spiel, bei dem am Ende alle Recht haben.“

Der 51-Jährige musste das Geschehen diesmal aus ungewohnter Perspektive verfolgen. Kostenpflichtiger Inhalt Nach seiner Roten Karte in Nettetal war Wilke für ein Spiel gesperrt worden und durfte sich bereits 30 Minuten vor dem Anpfiff nicht mehr bei seiner Mannschaft aufhalten. Zudem wurde eine Geldstrafe in Höhe von 50 Euro ausgesprochen. Verein und Trainer haben sich dazu entschieden, die Angelegenheit damit ruhen zu lassen.

„Ich habe versucht, mitzumachen“

Während Co-Trainer Matthias Prinz im Innenraum offiziell die Kommandos gab, lief Wilke hinter der Bank nervös auf und ab und fieberte sichtbar mit. „Ich habe versucht, mitzumachen. Wir haben das gut hinbekommen. Es hat keinen großen Unterschied gemacht, ob ich drinnen bin oder nicht.“

Beim kommenden Auswärtsspiel in Süchteln darf Wilke wieder an seinen gewohnten Platz zurückkehren.