Natürlich war die Teilnahme des Tischtennis-Bundesligisten TSV Bad Königshofen am erstmals ausgetragenen Format des Pokal-Achtel- und Viertelfinales, dem Leapmotor Pokal Grand Opening in der Nürnberger Kia Metropol Arena, ein besonderes Erlebnis. Man nutzte es auch gleich mit einem fulminanten, 85 Minuten kurzen, 3:0-Sieg gegen den Liga-Konkurrenten TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg. Immerhin ein Gegner, gegen den man sich in jüngerer Vergangenheit immer schwergetan hatte. Zudem war es nach den Auftakt-Niederlagen daheim gegen Grünwettersbach und in Düsseldorf sowie dem 3:1-Sieg in Mühlhausen der zweite Sieg in Folge, was die Zuversicht auf den weiteren Saisonverlauf stärken sollte.
Dass es im Viertelfinale gegen den BvB Borussia Dortmund nicht fürs Final Four, im Januar in Ulm, reichte, wird man verschmerzen können. Wie sich aber der Gegner des nächsten Bundesliga-Heimspiels TTF Liebherr Ochsenhausen (Sonntag, den 6. September, 14 Uhr) präsentierte, macht ihn – in dieser Aufstellung und Form – zum Mitfavoriten um die Deutsche Meisterschaft 2026/27. In der ersten Session am Samstagvormittag fegten die „Ochsen“ den Topfavoriten auf alle zu vergebenden Titel, die Fan Zhendong-Mannschaft Borussia Düsseldorf, nur so vom Tisch. Und die galt durch den Neuzugang Fan Zhendong in dieser Saison für schier unschlagbar.
Düsseldorf scheidet überraschend früh aus
Den einzigen Spielgewinn schaffte zwar der Olympiasieger und Weltmeister aus China gegen den TTF-Ersatzmann Darius Movileanu. Das entscheidende Einser-Duell gegen den Japaner Shunsuke Togami verlor er aber. Die Siege von Julian Chirita gegen den Europameister Dang Qiu sowie von Togami gegen Anton Källberg und eben Fan-Zhendong warfen den Topfavoriten Düsseldorf bereits im Achtelfinale aus dem Pokal.
Dass Fulda-Maberzell gegen den Zweitligisten SV Union Velbert I mit 3:1 (Punkte Fan Bo Meng, 2, und Jonathan Groth) gewann, war zu erwarten. Nicht allerdings die Niederlage von Ovtcharov gegen Castro. Knapp mit 3:2 setzte sich der Drittligist SV Union Velbert II gegen ASC Grünwettersbach II durch. Erwartet knapp fiel der 3:2-Sieg des SV Werder Breemen gegen Schwalbe Bergneustadt aus. Erwartet schnell war der 1. FC Saarbrücken mit 3:0 gegen den Zweitligisten TTC Bietigheim-Bissingen im Viertelfinale.
TSV Bad Königshofen jubelt
In der zweiten Session am Samstagnachmittag erfreute dann der Auftritt des TSV Bad Königshofen seine zahlreichen Fans in der spärlich gefüllten Halle. Sie waren unüberhörbar und machten als einzige wirklich Stimmung in der Arena. Der TSV-Coach Timo Neumann hatte dieses Mal sein komplettes Quintett an Bord und wählte Filip Zeljko (an 1), Andre Bertelsmeier (2) und Bastian Steger (3) für die Einzel aus.
Andre musste im Eröffnungseinzel gegen den Ungarn Csaba Andras (1) an den Tisch. Es folgte seine souveränste Vorstellung im TSV-Trikot in dieser Saison, mit der er seine Mannschaft wie beim Bobfahren anschob. Da konnte Filip Zeljko (29) im Kroatenduell gegen seinen Landsmann Ivor Ban (22) ja gar nicht anders, zermürbte ihn in drei Sätzen mit 33:18 Bällen. Und Bastian Steger, zurzeit eh in der Form seines x-ten Frühlings, machte mit Benno Oehme (24) ebenfalls kurzen Prozess: 3:0 und 33:23 Bälle.
Dortmund im Viertelfinale zu stark
Der erstmalige Schritt ins Pokal-Halbfinale war für die Königshöfer dann aber doch einen Tick zu schwierig. Gegen das Trio vom BvB Borussia Dortmund, alle drei Linkshänder, unterlag der TSV mit 1:3 Spielen und 3:9 Sätzen. Von den neun gingen allerdings vier mit dem Minimalabstand (9:11 bis 10:12) verloren. Dem aktuellen TTBL-Vierten, der seinem eh schon hochkarätig besetzten Kader noch den Ex-Königshöfer Joao Geraldo (2015/16) zugeführt hat, ist damit nicht nur das Final Four im Pokal sicher, sondern auch die Play-off-Teilnahme zuzutrauen.
In den weiteren Viertelfinalspielen qualifizierte sich in der Vormittags-Session am Sonntag neben Dortmund noch der amtierende Deutsche Meister, Pokalverteidiger und Champions League-Sieger 1. FC Saarbrücken TT (3:1 gegen Post SV Mühlhausen) durch Siege von Calderano (2) und Franziska. Am Nachmittag folgten ihnen überraschend Fulda-Maberzell mit 3:2 gegen Ochsenhausen durch Siege von Filus, Ovtcharov und Groth und Ovtcharov im Entscheidungsdoppel sowie Werder Bremen mit 3:0 gegen SV Union Velbert II. Hier holten Aguirre, Gerassimenko und Mattias Karlsson die Punkte.
Bad Königshofen – Bad Homburg 3:0
Bertelsmeier – Andras 3:1 (11:4/10:12/11:7/11:4)
Zeljko – Ban 3:0 (11:9/11:4/11:5)
Steger – Oehme 3:0 (11:6/11:9/11:8)
Bad Königshofen – Dortmund 0:3
Steger – Karlsson 1:3 (7:11/11:8/3:11/9:11)
Habesohn – Lind 1:3 (11:9/6:11/10:12/6:11)
Bertelsmeier – Geraldo 1:3 (5:11/11:2/10:12/9:11)