Nach dem Fährunglück vor Zypern sind der Kapitän und sieben weitere Crewmitglieder festgenommen worden. Das teilte der Ministerpräsident der nur von der Türkei anerkannten Republik Nordzypern, Ünal Üstel, nach Angaben des nordzyprischen Staatssenders BRT mit.
Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, sagte Üstel. »Ich sage das hier ganz klar. Jeder Aspekt dieses Vorfalls wird untersucht. Selbst die geringste Fahrlässigkeit wird ans Licht kommen.« Die Rettungsarbeiten gingen weiter.
Die Zahl der Toten stieg nach Angaben des türkisch-zyprischen Verkehrsministers Erhan Arıklı auf acht. Nach zahlreichen Menschen werde noch gesucht, sagte Arıklı BRT. Die Fähre war auf dem Weg ins südtürkische Mersin.
Die Fähre war am Sonntagmittag kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia gekentert, die auf Türkisch Girne heißt. Aus bisher nicht bekannten Gründen war Wasser in die Fähre eingedrungen, ein Notruf wurde offenbar abgesetzt. Dem Fernsehsender CNN Türk zufolge soll der Kapitän des Schiffes zunächst noch versucht haben, umzukehren.
Meiste Passagiere gerettet
Nach offiziellen Angaben aus Nordzypern befanden sich insgesamt 267 Menschen auf der Fähre, darunter waren 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Die meisten Menschen konnten gerettet werden.
Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Türkei
ist der einzige Staat, der die 1983 ausgerufene Türkische Republik
Nordzypern anerkennt. Die griechischsprachige Republik Zypern im südlichen Teil der Insel ist seit 2004 EU-Mitglied.