Wie heißt es denn nun, das Stückchen Grün zwischen Bischofsweg und Tannenstraße – Alaunplatz, Alaunpark, A-Park oder, wie mir neulich eine vorbeischwebende Träumerin mit Batik-Tüchern zuraunte, der „Launi“? Ich bleibe, wenn auch nicht bei aller Konsequenz, lieber bei Alaunplatz. So steht es schließlich auf dem Stadtplan – und ein bisschen Ordnung muss selbst in der Neustadt sein.
Alaunparkplatz? Zu Markttagen ist auch Platz-Parken angesagt. Foto: Archiv Anton Launer
Von Soldaten zu Pionieren
Der Alaunplatz gehört zur Neustadt wie die Dampfer zur Elbe – und ist dabei älter als die meisten Häuser im Viertel. Zu Kaisers Zeiten nahmen hier Soldaten Aufstellung, später Pioniere und FDJler. Weshalb das Grün von 1952 bis zum Ende der DDR den etwas sperrigen Namen „Platz der Thälmannpioniere“ trug.
Seit 1990 heißt er wieder Alaunplatz. Den Namen hat er von einer Alaunflusssiederei, die einst, vor noch viel längerer Zeit, in der Heide stand. Mit dem dort gewonnenen Alaun färbte man Textilien. Von der Siederei aus dem 18. Jahrhundert ist längst nichts mehr zu sehen, der Name aber hat sich erstaunlich hartnäckig gehalten.
Auch im Winter schön – der Alaunplatz – Foto: Anton Launer
Vom Exerzierplatz zum Park
In den 50er-Jahren wurde der Platz begrünt, weshalb er inzwischen von den meisten Besuchern schlicht Alaunpark genannt wird. Klingt ja auch ein bisschen freundlicher als Exerzierplatz. Die Kurzform „A-Park“ ist vor allem in der Punkszene gebräuchlich, die sich hier gern mit Bierkisten, Selbstgedrehten und Ghetto-Blastern versammelt. Wobei die Geräte inzwischen vermutlich häufiger Bluetooth-Boxen heißen.
Aber auch den „normalen“ Neustädter zieht es ins Grüne. Aller Hundescheiße zum Trotz ist der Platz ab 15 Grad Außentemperatur zuverlässig gut besucht. Dann werden Decken ausgebreitet, Bälle getreten, Kinderwagen geschoben und Getränke mit mehr oder weniger Umdrehungen geöffnet.
Der Park mit Namen „Alaunplatz“ – Foto: Archiv Anton Launer
Zwischendrin finden Zirkusfestivals, Fußballturniere, Kubb-Meisterschaften, Skisprung-Wettbewerbe (als es noch Schnee gab) und Slackline-Contests statt. Manchmal alles gefühlt gleichzeitig. Kurz: Auf dem Alaunplatz ist eigentlich immer was los – und wenn nichts los ist, sitzt wenigstens jemand da und wartet darauf.
Immer im Juni mit Zirkuszelt – Foto: Anton Launer
Der Alaunplatz
Straßen im Stadtbezirksamtsbereich Neustadt
Zu DDR-Zeiten hieß der Platz „Platz der Thälmannpioniere“ – Foto: Archiv Lothar Lange