Torjubel von Heidenheims Jan Schöppner

Stand: 31.08.2026 • 00:00 Uhr

Eine torreiche zweite Hälfte sorgte für den 1. FC Heidenheim nach der Pokalschmach von Jeddeloh für einen 5:3 (0:1)-Heimsieg am Samstagmittag gegen Dynamo Dresden . Am 3. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga fielen sieben Tore nach der Pause, auch weil Dresden sich selbst schwächte und Heidenheim offensiv alles gelang.

Nach dem 0:1-Halbzeitrückstand brannten die Heidenheimer das sprichwörtliche Feuerwerk ab. Vincent Vermeij traf zwar zur Führung für die Gäste (30. Minute), doch mit dem Wiederanpfiff übernahm der FCH das Geschehen. Jan Schöppner eröffnete den Torreigen in der 67. Minute, Robert Wagner sorgte für die erneute Gästeführung (73.), ehe ab der 77. Minute Treffer fast im Minutentakt fielen. „Da haben wir gespielt, wie wir uns das vorstellen“, lobte Frank Schmidt sein Team.

Friedrich Müller (77. ET), Oualid Mhamdi (87.), Julian Niehues (89.) und Maximilian Breunig (91.) sorgten mit ihren Toren für den 5:3-Sieg. Jonas Sterners Tor (97.) zum 3:5 war nur noch Ergebniskosmetik. Dresden-Trainer Thomas Stamm zeigte sich am Sportschau-Mikrofon enttäuscht: „Weil wir über weite Strecken die bessere Mannschaft waren. Der Kipppunkt war dann einfach die Rote Karte“. Das 2:2 kam einfach zu schnell, meinte zudem Dresdens Wagner: „Dann noch das Eigentor, das passiert einmal in 100 Spielen“.

In den ersten fünfzehn Minuten bekamen die Zuschauer in der Voith-Arena alles andere als einen Leckerbissen zu sehen. Dynamo hatte die Partie zwar im Griff, torgefährliche Szenen waren aber Mangelware. In der 17. Minute hatte Niklas Hauptmann die bis dato beste Chance, als der Kapitän den Ball an der Strafraumkante bekam, seinen Abschluss aber knapp verzog.

Dynamo Dresden mit spielbestimmender Anfangsphase

Wie so oft wurde es dann nach einer Standardsituation gefährlich. Jonas Sterners Ecke landete passgenau bei Vermeij, der zuvor seinem Gegenspieler Patrick Mainka entwischt war und problemlos zur 1:0-Führung einköpfen konnte (30.). Keine glückliche Aktion von Schlussmann Thomas Dähne, der vor dem Spiel für den etatmäßigen Torhüter Frank Feller in die Startelf gerückt war.

Viel los im Strafraum der Hausherren: Dynamo Dresden trifft zum vorübergehenden 1:0.

Nur drei Minuten später konnte sich der 32-Jährige dann aber auszeichnen. Hauptmann erkämpfte sich den Ball und bediente den starken Kaan Inanoglu, dessen Flugkopfball Dähne ohne Probleme zur Ecke lenkte (33.). Wer dachte, dass das Spiel nun vollends in Dresdner Richtung kippen würde, hatte sich getäuscht. Aus dem Nichts stand Luca Kerber nach tollem Steckpass von Mikkel Kaufmann frei vor Dynamo-Keeper Tim Schreiber. Der 24-Jährige bekam den Ball aber nicht über die Linie (35.).

FCH kriegt Dresdens Inanoglu nicht in den Griff

Plötzlich nahm das Spiel Fahrt auf, weil auch die Hausherren mitspielten. Die beste Chance vor der Hälfte erarbeiteten sich aber die Gäste. Wieder involviert: Aktivposten Inanoglu. Jonas Föhrenbach ließ sich den Ball auf der rechten Seite zu leicht von Inanoglu abluchsen, der US-Amerikaner konnte ungehindert in den Strafraum ziehen und hatte dann noch das Auge für Hauptmann in seinem Rücken. In dessen Schuss warfen sich aber gleich mehrere FCH-Spieler, sodass Dähne nicht eingreifen musste.

Ohne personelle Wechsel startete die zweite Hälfte, diesmal mit einer deutlich engagierter Schmidt-Elf. Marcel Costly fackelte nach einer Ablage von Föhrenbach nicht lange und zwang Schreiber mit seinem Fernschuss zu einer frühen Parade. Nur Sekunden später war er erneut zur Stelle, diesmal gegen Budu Zivzivadze.

Schöppner belohnt Heidenheimer Bemühungen

Plötzlich war nichts mehr zu sehen von der starken ersten Hälfte der Gäste. Heidenheim war nah dran am Ausgleich, spätestens als Costly in der 60. Minute nur die Latte traf, hätten die Hausherren diesen verdient gehabt. Der Treffer fiel schließlich sieben Minuten später, ebenfalls nach einer Standardsituation.

Oualid Mhamdi feiert sich nach dem 3:2-Führungstreffer für Heidenheim

Heidenheim setzte nach, brachte nach der Ecke den zweiten Ball in den Strafraum, wo Schöppner aus vier Metern ins Tor köpfen konnte (67.). Dynamo schaffte es kaum mehr, für Entlastung zu sorgen, auch die starke Offensivreihe verblasste nach der Pause völlig. Dafür drehte Costly weiter auf und ließ sich in der 69. Minute nur mit einem Foul stoppen. Zum Unmut der Dresdner, denn Thomas Keller sah dadurch seine zweite Gelbe Karte – Unterzahl für die SG.

Turbulente Schlussphase in Heidenheim

Statt sich hinten einzuigeln, suchten die Gäste den Weg nach vorne. Ben Bobzien wuselte sich durch den gegnerischen Strafraum, wollte eigentlich den Strafstoß, doch stattdessen landete der Ball über mehrere Wege beim aufgerückten Robert Wagner. Der Mittelfeldakteur nutzte die Unsortiertheit der Heidenheimer zur 2:1-Führung (73.).

Die hielt aber ebenfalls nur kurz, weil Müller eine Rettungsaktion völlig misslang. Michael Heule schlug einen langen Ball nach vorne, Müller wollte ihn klären, doch überlupfte seinen vor dem Tor stehenden Schlussmann mustergültig (77.). Danach drängte der FCH auf den Siegtreffer, der in der 87. Minute tatsächlich fallen sollte. Mhamdi besorgte den 3:2-Führungstreffer, ehe Niehues (89.) und Breuning (91.) Treffer vier und fünf markierten. Sterners Tor (97.) zum 3:5 hatte keinen Einfluss mehr.

Heidenheim in Fürth, Dresden gegen Bochum

Heidenheim ist am Sonntagmittag bei Greuther Fürth zu Gast (13.30 Uhr). Dresden empfängt am Samstagabend den VfL Bochum (20.30 Uhr).