Der Skoda Epiq startet. Demnächst testen wir das kleine Elektro-SUV. Um es richtig einschätzen zu können, vergleichen wir die bisher einzige bestellbare Motorisierung Epiq 55 mit den Konkurrenten. Dazu gehören konzernintern der VW ID. Cross, der VW ID. Polo und der Cupra Raval. Ansonsten bieten sich der Kia EV2, der Renault 4 E-Tech Electric und der Hyundai Ioniq 3 an.
Da wir uns aus Platzgründen auf drei Konkurrenten beschränken wollen, müssen wir auswählen. Die konzerninternen Rivalen lassen wir weg, da sie dem Epiq technisch stark ähneln. So bleiben der Kia EV2, der Renault 4 und der Ioniq 3.
Exterieur und Maße
Beginnen wir mit den Abmessungen und dem Kofferraum. Die Länge unserer vier Vergleichsfahrzeuge ist ziemlich ähnlich, nur der Kia EV2 ist rund zehn Zentimeter kürzer:
25 Liter Frunk
15 Liter Frunk
(nach VDA)
+ 119 Liter Megabox
Der Skoda Epiq, der Kia und der Renault gehören wegen ihrer Höhe nach unserer Definition zu den SUVs, der Ioniq 3 dagegen ist eine Schräghecklimousine. Aber der Höhenunterschied ist so gering, dass er wohl nicht kaufentscheidend ist. Allerdings hat der Ioniq 3 auch den kleinsten Kofferraum, zumindest den bisher bekannten Angaben nach: Manche Hersteller rechnen das Unterbodenfach (bei Renault „Megabox“ genannt) hinzu, andere nicht.
![]()
Bild von: Skoda
![]()
Bild von: Kia
Optisch wirkt der Epiq mit seinen T-förmigen Leuchten für Skoda-Verhältnisse recht gewagt. Noch deutlich futuristischer wirkt jedoch der Kia EV2. Der Renault 4 dürfte mit seiner Retro-Optik weniger anecken. Das schickste Modell aber ist für uns der Ioniq 3 mit seinem sportlichen Look.
![]()
Renault 4 E-Tech Electric
Bild von: Renault
![]()
Bild von: Hyundai
Interieur
Der Skoda Epiq bietet nur ein kleines 5,3-Zoll-Instrumentendisplay. Damit ist das Display deutlich kleiner als bei den Schwestermodellen, die sämtlich 10,25 Zoll bieten. Zudem ist das Display in einer traditionellen Hutze untergebracht. Das wirkt ein wenig wie bei Verbrennermodellen, die nachträglich mit Elektroantrieb versehen wurden. Wie bei den Schwestermodellen wird zudem ein freistehender Touchscreen mit 12,9 bzw. 13 Zoll Diagonale eingebaut.
Die Displaylandschaft des EV2 wirkt mit seinen beiden 12,3-Zoll-Displays nebeneinander moderner. Ein Vorteil des EV2 ist zudem die optional längs verschiebbare Rückbank.
![]()
Bild von: Skoda
![]()
Bild von: Kia
Der Renault 4 hat serienmäßig ein 7-Zoll-Instrumentendisplay, optional ein 10-Zoll-Instrumentendisplay. Dazu kommt stets ein 10-Zoll-Touchscreen. Ein Vorteil ist hier die vertraute und gut funktionierende Google-Maps-Navigation. Der Ioniq 3 schließlich bietet ein kleines, zeilenartiges Instrumentendisplay und einen Touchscreen, der je nach Version 12,9 oder 14,6 Zoll misst. Auch hier ist ein Infotainment auf Basis von Android Automotive, allerdings nicht mit Google-Maps-Navigation.
![]()
Bild von: Renault
![]()
Bild von: Hyundai
Antrieb und Batterie
Die bisher einzige bestellbare Version des Skoda Epiq ist die Topmotorisierung Epiq 55. Sie bietet einen Frontantrieb mit nicht weniger als 155 kW. Damit hat der Skoda bei weitem den stärksten Antrieb; die anderen Fahrzeuge liegen alle um 100 kW. Künftig wird es auch den Skoda mit 99 kW geben, dann aber mit der kleinen Batterie. Der Akku des Epiq 55 speichert 52 kWh (genauer Wert 51,7 kWh) netto. Damit sollen bis zu 440 km nach WLTP möglich sein.
Long Range
160 km/h
150 km/h
170 km/h
kWh/100 km
kWh/100 km
kWh/100 km
kWh/100 km
Alle vier Vergleichskandidaten verwenden NMC-Batterien, doch bei den beiden koreanischen Modellen sind die Nettokapazitäten größer als bei Skoda und Renault. Das schlägt sich in größeren Reichweiten des Kia und des Hyundai nieder. Den besten WLTP-Wert bietet der Ioniq 3 mit seiner niedrigen, strömungsgünstigen Karosserie, gefolgt vom EV2, der mit 16-Zoll-Rädern 453 km nach WLTP schafft. Der Skoda Epiq hat eine kleinere Batterie, ist aber deutlich sparsamer als der Renault und holt so deutlich mehr Reichweite aus einer etwa gleichen Nettokapazität.
Beim Aufladen kommt es weniger auf die maximale Ladeleistung als auf die durchschnittliche Ladeleistung im Bereich zwischen 10 und 80 Prozent an. Dieser Wert lässt sich aus der nachzuladenden Energiemenge und der Ladedauer errechnen. Beim Epiq 55 ergeben sich 51,7 kWh × 0,7 / 24 min × 60 min/h = 90 kW. Das ist der höchste Wert im Vergleich, auch wenn die beiden koreanischen Modelle nicht viel schlechter liegen.
Long Range
(15–80 %)
Auch beim Nachladen von Reichweite liegt der Skoda vorne. Hier errechnen sich beim Epiq 55 bis zu 440 km × 0,7 / 24 min = 12,8 km/min. Das bedeutet: Pro Minute Ladezeit kann man Strom für knapp 13 km nachladen.
Preise und Ausstattung
Sehen wir uns nun noch Preise und Ausstattung an. Beim Epiq fällt positiv auf, dass es auch die Topmotorisierung in der Basisausstattung Essence gibt. Dafür zahlt man 32.100 Euro. Die Ausstattung ist bereits recht gut, allerdings hat das Modell nur Stahlfelgen (in 17 Zoll), nur eine Ein-Zonen-Klimaautomatik und es fehlen Sitzheizung, Parksensoren vorn und induktives Laden fürs Smartphone. Zumindest die Sitzheizung würden wir haben wollen. Deshalb empfiehlt sich das Komfortpaket für 840 Euro, das neben der Sitzheizung auch Lenkradheizung, Zweizonen-Klimaautomatik und getönte Scheiben bietet.
Long Range Air
Der Kia EV2 Long Range ist in der Basisausstattung Air 1.390 Euro teurer als der Skoda, dafür ist er aber auch besser ausgestattet. So gehören hier Alufelgen zur Serienausstattung, wenn auch nur in 16 Zoll. Die Zweizonen-Klimaautomatik ist hier ebenfalls serienmäßig, genauso wie Parksensoren vorn und hinten sowie die Rückfahrkamera. Das induktive Laden fehlt allerdings auch hier. Die Sitz- und Lenkradheizung gibt es als Paket für 350 Euro, auf Wunsch auch zusammen mit einer Wärmepumpe für weitere 990 Euro.
Beim Renault 4 gibt es die von uns betrachtete Variante mit großem Akku ab 32.500 Euro, das heißt man zahlt 400 Euro mehr als bei Skoda. Der Ausstattungsumfang der Basisversion Evolution ist ähnlich wie dort. Dazu gehören 18-Zoll-Stahlräder, Parksensoren hinten, eine Rückfahrkamera, eine Ein-Zonen-Klimaautomatik und eine Wärmepumpe. Abstandsregeltempomat, Spurhalteassistent und Totwinkelwarner sind hier nur gegen Aufpreis erhältlich. Für die Basisversion Evolution sind sie gar nicht verfügbar.
Die deutschen Preise des Hyundai Ioniq 3 wurden noch nicht verraten, doch in den Niederlanden gibt es die Variante mit großer Batterie für 31.995 Euro. Dort werden allerdings laut Konfigurator 1.500 Euro Rabatt gegeben, sodass man nur 30.495 Euro zahlt. Mit diesem Preis wäre der Hyundai das günstigste Modell im Vergleich. Die niederländische Basisausstattung Select enthält 16-Zoll-Alufelgen, Abstandsregeltempomat, Spurhalteassistent, Totwinkelwarner und Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Parksensoren, Sitzheizung und induktives Laden fehlen.
Unter dem Strich
Der Skoda Epiq 55 bietet einen großen Kofferraum und ist sparsamer als die Konkurrenzmodelle. Aber wegen der kleineren Batterie hat er weniger Reichweite als die Korea-Modelle Kia EV2 und Hyundai Ioniq 3. Dafür hat er beim Schnellladen die Nase vorn. Gut gefällt uns auch, dass man die Rekuperation nun einstellen kann – bis hin zum One-Pedal-Driving. Die Displaylandschaft ist allerdings im Vergleich am wenigsten attraktiv. Die Preise liegen auf dem Niveau der Konkurrenz. Alles in allem ist der Epiq 55 der Konkurrenz nicht wirklich klar überlegen; er hat spezifische Stärken und Schwächen, die jeder und jede für sich selbst abwägen muss.