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Carl Zeiss Jena war ganz nah dran am Sieg beim Chemnitzer FC. Am Freitagabend reichte es dennoch nur zu einem 1:1-Unentschieden, weil David Vogt in der siebten Minute der Nachspielzeit noch für die Gastgeber traf. „Weil der Schiedsrichter Ideen hatte. Ich will ihm nichts vorwerfen, wahrscheinlich kann er es nicht besser“, sagte Jena-Kapitän Nils Butzen hinterher. Die Thüringer waren da nämlich schon in doppelter Unterzahl – und am Ende sah auch Trainer Marco Grote noch die Rote Karte, weil er seinen Frust an Schiedsrichter Florian Lukawski ausließ.
Grote bereut seinen Wutlauf
Es waren die elf Minuten Nachspielzeit, an denen sich die Jenaer störten. Fünf Minuten war die Partie im zweiten Abschnitt unterbrochen, weil die CFC-Fans zündelten und das Stadion in einen Nebel hüllten. „Aber elf Minuten?“, fragte Grote. Genau damit wollte der Lukawski konfrontieren, Grote geriet dann aber außer Kontrolle. „Das darf mir nicht passieren“, sagte er hinterher. Nun aber wird er am Mittwoch (19 Uhr) beim Nachholer gegen die VSG Altglienicke gesperrt sein. Dann kann er auf der Tribüne neben den Gelb-Rot-Sündern Manassé Eshele und Sören Reddemann sitzen.
Ausgerechnet im nächsten Topspiel werden zwei Leistungsträger und der Trainer fehlen. Mut dürfte aber ausgerechnet der Auftritt von Chemnitz machen. Denn Carl Zeiss bewies dort das erste Mal in der Saison, dass man das Zeug zu einem Spitzenteam hat. Die Jenaer verteidigten klug gegen den Mitfavoriten, hatten die unbesiegten Sachsen kurz vor der ersten Niederlage. Auffällig war, dass die Jenaer nach den beiden Ampelkarten nicht etwa in ihre Einzelteile zerfielen, sondern noch enger zusammenrückten. Für die Moral und auch für die kommenden Wochen war diese Partie nach dem durchwachsenen Saisonstart mit zwei Pleiten in fünf Spielen ganz sicher Gold wert.
René Lange als Ersatzcoach
Gegen Altglienicke am Mittwoch wird Co-Trainer René Lange das Team betreuen – und auf dem Rasen eine veränderte Zeiss-Elf coachen. Der Kader ist allerdings derart breit aufgestellt, dass die Thüringer auch gegen die VSG nicht chancenlos sein wird – und sich mit ganz viel Wut im Bauch die verlorenen Punkte von Chemnitz zurückholen will.