„Aachen sofort im Ausnahmezustand“
Konzept verfasst: Stadt bereitet sich auf Kriegsfall vor
28.08.2026Lesedauer: 2 Min.
Soldaten-Uniformen in einer Kaserne in Aachen (Archivbild): Neues Konzept im Kriegsfall. (Quelle: imago stock&people)
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Im Kriegsfall wäre Aachen ein logistisch wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die Bundeswehr. Mit einem umfassenden Konzept will sich die Stadt darauf vorbereiten.
Die Stadt Aachen will sich laut einem Bericht der „Aachener Zeitung“ mit einem umfassenden Konzept auf den Kriegsfall vorbereiten. Das Konzept mit dem Namen „Aachen wehrhaft und handlungsfähig“ wurde demnach von Oberbürgermeister Michael Ziemons auf Basis des geheimen Strategiepapiers „Operation Deutschland“ der Bundeswehr verfasst.
Dabei geht es um den Schutz und Aufbau wichtiger Infrastruktur, die Zusammenarbeit mit Ländern, Kommunen und der Wirtschaft und die Verlegung von Truppen durch Deutschland. Im Falle eines Angriffs Russlands auf europäische Staaten wäre Aachen ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt. Die Stadt wird als eine der wenigen Städte im Operationspapier der Bundeswehr genannt.
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Aachens Oberbürgermeister betonte gegenüber der „Aachener Zeitung“, dass die Maßnahmen notwendig seien, da die Stadt bislang nicht gut auf das Szenario vorbereitet sei. „Wenn im Baltikum etwas passiert, würde man das in Krefeld und Mönchengladbach kaum spüren, in Aachen aber schon“, so Ziemons. „Wenn es einen Angriff auf eine Stadt im Baltikum gäbe, dann wäre Aachen sofort im Ausnahmezustand“.
Aachen bereitet sich auf Kriegsfall vor – Kritik von Ziemons
Das Konzept „Aachen wehrhaft und handlungsfähig“ soll im Frühjahr 2027 abgestimmt sein. Darin geht es vor allem um die Aufrechterhaltung wichtiger Verwaltungsfunktionen und der Energieversorgung, etwa an Tankstellen. Auch die Hauptverkehrswege und die Standfestigkeit der Brücken in Aachen sind ein Thema, ebenso der Zivilschutz. Aktuell ist in der Region kein einziger Bunker funktionsfähig. „Mit alldem müssen wir bis spätestens 2029 fertig sein“, sagte Ziemons.
Daneben kritisierte der Oberbürgermeister den geplanten Ausbau der Dr.-Leo-Löwenstein-Kaserne Richtung Beverau, über den die „Aachener Zeitung“ berichtet hatte. Die Grünflächen dort sind wichtig für das Stadtklima, es handelt sich um ein Kaltluftentstehungsgebiet. Mit der Stadt sei dazu nie konkret gesprochen worden, so Ziemons. Man wolle aber versuchen, alle Umweltaspekte einzubringen.
Das Bundesverteidigungsministerium hat in dem Fall aber durch Gesetzesänderungen auf Landesebene die Entscheidungshoheit. „Wir sind raus, auf unserem eigenen Stadtgebiet“, sagte der Oberbürgermeister dazu.
