Im Segelflieger-Quartier in Johannisthal entstehen rund 1.800 Wohnungen. ENTWICKLUNGSSTADT erklärt im FAQ die Mieten, Bauzeiten, Infrastruktur und aktuelle Planungen.
Ein historisches Flugzeug erinnert im Segelflieger-Quartier an die Luftfahrtgeschichte Johannisthals. Auf dem früheren Flugplatzgelände entsteht heute ein neues Wohn- und Gewerbequartier. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: BAUWERT AG
Auf einem früheren Flug- und Industrieareal in Johannisthal entsteht ein neuer Berliner Stadtteil. Inzwischen stehen die ersten Wände, weitere Baufelder folgen. Doch wer baut hier eigentlich, wie viele Wohnungen entstehen und was kommt außer Wohnhäusern? Die wichtigsten Fragen zum Segelflieger-Quartier im Überblick.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Lage: Zwischen Segelfliegerdamm, Groß-Berliner Damm, Gerhard-Sedlmayr-Straße und Landschaftspark Johannisthal
- Projektstatus: Im Bau
- Wohnungen: Rund 1.800
- Geförderter Wohnungsbau: Rund 25 Prozent des Gesamtprojekts
- Gewerbe: Rund 153.000 Quadratmeter für Forschung, Entwicklung und Gewerbe
- Fertigstellung: Gestaffelt von Anfang 2028 bis Ende 2030 vorgesehen
Der markante Turm gehört zu den erhaltenen Spuren der früheren industriellen Nutzung des Areals. Rundherum entwickelt sich das neue Segelflieger-Quartier in Johannisthal. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Was genau ist das Segelflieger-Quartier in Johannisthal?
Das Segelflieger-Quartier ist ein neues gemischtes Stadtquartier im Norden des Wissenschafts- und Technologieparks Adlershof. Auf knapp 214.000 Quadratmetern sollen Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit miteinander verbunden werden. Der Projektentwickler BAUWERT gibt für das Gesamtareal einen Flächenanteil von 38 Prozent für Wohnen, 35 Prozent für Gewerbe, sechs Prozent für Gemeinbedarf, zehn Prozent für öffentliche Grünflächen sowie elf Prozent für Straßen und Wege an. Insgesamt sind rund 1.800 Wohnungen vorgesehen.
Das Projekt gehört zur städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Berlin-Johannisthal/Adlershof. Dabei arbeiten das Land Berlin, die landeseigene Entwicklungsträgerin WISTA.Plan, die BAUWERT AG und die landeseigene degewo zusammen. Das Segelflieger-Quartier bildet zugleich einen neuen nördlichen Eingang zum Wissenschafts- und Technologiepark.
Die Luftaufnahme zeigt das künftige Segelflieger-Quartier in Johannisthal. Auf dem ehemaligen Müller-Erben-Areal entsteht eines der größten Wohnbauprojekte im Berliner Südosten mit rund 1.800 Wohnungen. / © Foto: WISTA.Plan GmbH
Wie viele Wohnungen entstehen im Segelflieger-Quartier?
Geplant sind rund 1.800 Wohnungen. Dabei handelt es sich nicht um ein einziges Wohnprojekt. Unterschiedliche Bauherren und verschiedene Wohnformen teilen sich das Areal. Vorgesehen sind frei finanzierte Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und öffentlich geförderte Wohnungen. Rund ein Viertel des gesamten Wohnungsbestands soll gefördert entstehen.
Besonders weit ist BAUWERT bei den Häusern „Arthur“ und „Thekla“. Dort läuft inzwischen der Hochbau. Zusammen entstehen zunächst 182 Mietwohnungen. „Arthur“ umfasst 146 Wohnungen, „Thekla“ weitere 36. Ende August 2026 standen bei den ersten Wohnhäusern bereits Teile des Rohbaus. BAUWERT nennt inzwischen das erste Quartal 2028 als Ziel für die Fertigstellung dieser beiden Gebäude.
So soll das Wohnhaus „Arthur“ im Segelflieger-Quartier in Johannisthal aussehen. BAUWERT plant hier 146 Mietwohnungen sowie Gewerbeflächen im Erdgeschoss. / © Visualisierung: BAUWERT AG
Wie teuer werden die Wohnungen in Johannisthal?
Die Wohnungen entstehen in unterschiedlichen Segmenten und bei verschiedenen Projektpartnern. Konkrete Angaben liegen für das Baufeld der degewo vor. Die landeseigene Gesellschaft plant dort 546 Mietwohnungen, von denen 440 öffentlich gefördert werden. Die Nettokaltmieten der geförderten Wohnungen sollen bei sieben Euro pro Quadratmeter beginnen.
Damit liegt der Anteil geförderter Wohnungen im degewo-Projekt bei gut 80 Prozent. Die Gesellschaft plant 236 Einzimmer-, 95 Zweizimmer-, 110 Dreizimmer-, 95 Vierzimmer- und zehn Fünfzimmerwohnungen.
Im Segelflieger-Quartier in Johannisthal ist die Quartiersentwicklung bereits in vollem Gang. Mehrere Baukräne stehen zwischen großen Erdmassen und Resten der früheren Bebauung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Was genau baut die degewo im Segelflieger-Quartier?
Das degewo-Grundstück umfasst 25.500 Quadratmeter. Darauf plant die Gesellschaft sechs Gebäude in drei Blöcken mit insgesamt rund 31.000 Quadratmetern Wohnfläche. Die Häuser sollen fünf Geschosse erhalten. An der nördlichen Planstraße ist zusätzlich ein Staffelgeschoss vorgesehen. Unter den Gebäuden entstehen Keller beziehungsweise eine Tiefgarage.
Auch zur Mobilität liegen inzwischen konkrete Zahlen vor. degewo plant 96 Autostellplätze sowie weitere 84 Stellplätze in den Freianlagen. Für Fahrräder sollen mehr als 800 Stellplätze entstehen. Als ausführendes Unternehmen nennt degewo die ANES Bauausführungen Berlin GmbH. Der eigentliche Baubeginn ist nach aktuellem Stand für September 2026 vorgesehen. Anfang 2029 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.
Auf dem künftigen degewo-Baufeld im Segelflieger-Quartier stehen die nächsten Arbeiten bevor. Hier sollen 546 Wohnungen entstehen, davon 440 öffentlich gefördert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wann können die ersten Menschen ins Segelflieger-Quartier einziehen?
Die Zeitpläne unterscheiden sich je nach Baufeld. Für das Gesamtquartier nennt BAUWERT inzwischen eine gestaffelte Fertigstellung von Anfang 2028 bis Ende 2030. Damit ist eine ältere Planung überholt, nach der erste Bewohner bereits 2027 einziehen sollten.
Bei „Arthur“ und „Thekla“ nennt BAUWERT das erste Quartal 2028 als Ziel für die Baufertigstellung. Die degewo will ihre 546 Wohnungen Anfang 2029 bezugsfertig haben. Die übrigen Baufelder folgen schrittweise. Der aktuelle Baufortschritt zeigt, wie unterschiedlich weit die einzelnen Flächen bereits sind.
So soll der Neubau Thekla im „Segelflieger Quartier“ in Johannisthal aussehen. / © Visualisierung: BAUWERT
Was entsteht außer Wohnungen?
Das Segelflieger-Quartier soll kein reines Wohngebiet werden. Geplant sind rund 153.000 Quadratmeter Flächen für Forschung, Entwicklung und Gewerbe. Sie sollen den benachbarten Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof erweitern. Hinzu kommen Nahversorgung, Gastronomie und weitere Angebote für den Alltag.
Auch soziale Infrastruktur gehört zum Konzept. Offizielle Planungen nennen Kita-Angebote und eine Gemeinbedarfsfläche für ein neues Kiezzentrum. Dort kommen unter anderem soziale und kulturelle Nutzungen wie eine Volkshochschule und eine Familienberatung infrage. Welche einzelnen Nutzungen im Kiezzentrum tatsächlich einziehen, steht allerdings noch nicht abschließend fest.
Wie grün soll das Segelflieger-Quartier werden?
Die Freiräume befinden sich noch in der Planung. 2026 startete dafür ein eigener landschaftsarchitektonischer Wettbewerb mit Bürgerbeteiligung. Im Mittelpunkt stehen vier Bereiche: eine Grünverbindung am Segelfliegerdamm, eine Freifläche am künftigen Kiezzentrum, ein zentraler Spielplatz im Segelflieger-Quartier und ein weiterer Spielplatz im Landschaftspark Johannisthal. Diese Flächen sollen als zusammenhängendes System geplant werden.
Besonders wichtig ist die Verbindung zum Landschaftspark. Die Grünverbindung am Segelfliegerdamm soll das Wohnquartier, die Gewerbeflächen und den Park miteinander verknüpfen. Dabei geht es nicht nur um Wege. Vorgesehen sind auch Orte zum Sitzen und Treffen.
Für den zentralen Spielplatz müssen die Planer zugleich die Nähe zu Wohnungen, Straße und Quartiersplatz berücksichtigen. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung fließen in die Aufgabenstellung des Wettbewerbs ein.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner spricht beim Projektauftakt für den degewo-Wohnungsbau im Segelflieger-Quartier in Johannisthal. Dort sollen 546 neue Wohnungen entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Warum heißt das Projekt eigentlich Segelflieger-Quartier?
Der Name verweist auf die besondere Geschichte des Standorts. 1909 entstand hier der Motorflugplatz Johannisthal. Das Gebiet entwickelte sich anschließend zu einem bedeutenden Standort der frühen deutschen Luftfahrt und des Flugzeugbaus. Später änderte sich die Nutzung mehrfach.
Auch die Namen der ersten Wohnhäuser greifen diese Geschichte auf. „Arthur“ und „Thekla“ erinnern an Arthur und Thekla Müller. Arthur Müller war Unternehmer und mit seinen AMBI-Werken mit dem Standort verbunden. Die Vergangenheit soll sich außerdem in Architektur, Freiräumen und Straßennamen wiederfinden. Historische Gebäude und Spuren auf dem Gelände werden damit Teil des neuen Quartiers.
Was passiert mit den historischen Gebäuden?
Nicht alle Spuren der früheren Nutzung verschwinden. Besonders interessant ist die geplante Gemeinbedarfsfläche im nordwestlichen Teil des Quartiers am Segelfliegerdamm. Dort stehen ehemalige Hallengebäude, die für soziale und kulturelle Nutzungen hergerichtet werden sollen. Die Fläche liegt in einem denkmalgeschichtlich sensiblen Bereich und befindet sich auf dem historischen Geländeniveau.
Dabei gibt es eine Besonderheit, die im fertigen Quartier sichtbar bleiben könnte: Zwischen dieser Fläche und angrenzenden Baugebieten besteht ein Höhenunterschied von rund 70 Zentimetern. Historische Materialien und vorhandene Spuren sollen nach den derzeitigen Planungsgrundlagen in die Freiraumgestaltung einbezogen werden. Weil noch nicht alle späteren Nutzungen feststehen, werden für die Fläche auch flexible Zwischennutzungen geprüft.
Große Teile des früheren Industrieareals in Johannisthal sind bereits für die Neubebauung vorbereitet. Im Segelflieger-Quartier sollen insgesamt rund 1.800 Wohnungen entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wer entwickelt das Segelflieger-Quartier?
Das Projekt beruht auf der Zusammenarbeit öffentlicher und privater Partner. BAUWERT entwickelt einen großen Teil des Quartiers. Die landeseigene degewo übernimmt ein eigenes Wohnungsbaufeld. WISTA.Plan handelt als Entwicklungsträgerin des Landes Berlin. Senat und Bezirk begleiten die planungsrechtliche und städtebauliche Entwicklung.
Beim degewo-Projektauftakt im August 2026 stellten Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler und Treptow-Köpenicks Bezirksbürgermeister Oliver Igel vor allem die Mischung aus privatem und öffentlichem Wohnungsbau heraus.
Wo im Februar noch die Baugruben ausgehoben wurden, wächst inzwischen der Rohbau. Insgesamt entstehen in „Arthur“ und „Thekla“ 182 Mietwohnungen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Warum ist das Segelflieger-Quartier für Johannisthal so groß?
Mit rund 1.800 Wohnungen erreicht das Vorhaben die Größe eines eigenen Stadtteils. Zugleich entstehen erhebliche Gewerbeflächen und neue soziale Angebote. Die Lage ist dabei ungewöhnlich: Auf der einen Seite grenzt der Landschaftspark Johannisthal an, auf der anderen wächst der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof. Das Quartier soll diese bisher sehr unterschiedlichen Bereiche stärker miteinander verbinden.
Damit verändert sich auch der nördliche Rand von Adlershof und Johannisthal. Wo nach dem Ende der industriellen Nutzung lange große Flächen brachlagen, entstehen nun Wohnhäuser, Straßen, Grünflächen und Arbeitsorte. Bis das Segelflieger-Quartier vollständig fertig ist, bleiben jedoch mehrere Schritte offen. Vor allem weitere Baufelder, die Freiraumplanung und einzelne soziale sowie kulturelle Nutzungen befinden sich noch in unterschiedlichen Planungs- und Bauphasen.
Segelflieger-Quartier Berlin
Im Segelflieger-Quartier in Johannisthal entstehen rund 1.800 Wohnungen sowie Gewerbe-, Grün- und soziale Flächen.
Quellen: BAUWERT AG, degewo AG, WISTA Management GmbH, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Treptow-Köpenick









