Am Samstag wurden mehr als zwölf Terabyte an alten Spielversionen und Entwicklungsdateien aus der frühen Steam-Ära im Netz veröffentlicht. Nach aktuellem Kenntnisstand stammen große Teile davon aus Valves altem Content-System „Steam2“.
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Sie umfassen Dateien, die Entwickler und Publisher zwischen 2003 und 2013 auf Valves Server hochgeladen hatten, darunter veröffentlichte und interne Fassungen zahlreicher Spiele. Betroffen sind sowohl Valves eigene Reihen wie Half-Life und Portal als auch zahlreiche Spiele anderer großer und kleiner Entwickler und Publisher, darunter GTA 5, Batman: Arkham Asylum, Dragon Age: Origins und Spec Ops: The Line.
Der Umfang fällt je nach Titel unterschiedlich aus: Teilweise finden sich nur einzelne Assets oder frühe Versionen, die dem später veröffentlichten Spiel bereits stark ähneln. In anderen Fällen konnten offenbar bislang unveröffentlichte Betaversionen wieder zum Laufen gebracht werden. Der Datenbestand reicht nur bis 2013, weil Valve in diesem Jahr von Steam2 auf das SteamPipe-System umgestellt hat.
Noch sind viele Fragen offen
Wer die Daten in Umlauf gebracht hat und wo der Leak ursprünglich seinen Ausgang nahm, ist bislang unklar. Der bisherige Kenntnisstand stützt sich vor allem auf Angaben von Valve-Dataminern wie dem YouTube-Kanal Gabe Follower, der auch per Video über den Datensatz berichtet.
Laut diesem dürfte der Leak zumindest teilweise auf ein Versäumnis von Valve zurückgehen. Jemand mit dem nötigen technischen Wissen habe demnach eine öffentlich erreichbare Schnittstelle gefunden, über die sich die Daten ohne Weiteres herunterladen ließen. Unklar ist allerdings, wann dies passiert ist. Recherchen von Ars Technica zufolge könnten Teile der Daten bereits vor Jahren heruntergeladen und privat gesammelt worden sein. Das nun veröffentlichte Archiv könnte demnach aus mehreren solchen Sammlungen zusammengestellt worden sein.
Dataminer entdecken verworfene Valve-Inhalte
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Um sich in dem riesigen Datenwust aus über 10.000 Datenpaketen zurechtzufinden, entwickelt die Valve-Fangemeinde derzeit erste Suchwerkzeuge zur Auswertung der Metadaten.
Besonders ergiebig sind bislang die Funde zu Portal 2. In dem Archiv finden sich mehrere spielbare Vorabfassungen aus unterschiedlichen Entwicklungsphasen, darunter offenbar auch eine Beta aus dem Jahr 2009. Dataminer haben darin gestrichene Dialoge und alternative Szenen ebenso gefunden wie verworfene Spielmechaniken, darunter ein Haftgel und eine Zeitlupenfunktion.
Auch zum nie erschienenen Half-Life 2: Episode 3 sind Spuren aufgetaucht. Gefunden wurden unter anderem Dateien mit Bezug zu dem eingestellten Spiel sowie das Modell des sogenannten Weaponizer, einer unfertigen Waffe, die schon früher mit Episode 3 in Verbindung gebracht worden war. Da die Auswertung des riesigen Archivs noch am Anfang steht, dürften in den nächsten Tagen weitere Entdeckungen zu Valve-Titeln und Spielen anderer Entwickler hinzukommen.
Gemessen an seinem Umfang dürfte es sich um einen der größten Videospiel-Leaks überhaupt handeln. Ein vergleichbarer Fall war Nintendos viel beachteter „Gigaleak“ aus dem Jahr 2020, bei dem zahlreiche Quellcodes, Prototypen und andere interne Entwicklungsdateien öffentlich wurden. Der Steam2-Fund könnte für die Erforschung der PC-Spielegeschichte eine ähnlich große Bedeutung entwickeln.
(tobe)
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