Fast 6000 Erstklässler werden in dieser Woche in Essen eingeschult. Viele Familien treibt deswegen aktuell der Schulweg der I‑Dötzchen um. Wie kommt der Nachwuchs sicher von zu Hause zur Grundschule? Nicht wenige dürften es sein, die im Vorfeld den Weg abgegangen sind, damit die Kinder auf die Gefahren im Straßenverkehr vorbereitet sind. Wo ist es eng? Wo geht man am besten über die Straße? Wo lohnt es sich, einen Umweg in Kauf zu nehmen?
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Fragen wie diese scheinen aber immer weniger bei Familien gemeinsam besprochen zu werden. Darauf lässt zumindest diese Äußerung von Carsten Zbink schließen. „Immer weniger Eltern beteiligen sich am Lernen des Schulwegs“, sagt der stellvertretende Leiter der Direktion Verkehr der Essener Polizei. Kritik übt der Beamte vor allem an den sogenannten Elterntaxis: „So lernen die Kinder nicht den Schulweg.“ Wenn Familien darauf angewiesen seien, das eigene Kind mit dem Auto zur Schule zu bringen, dann sollten sie ihren Nachwuchs „nicht vor der Tür der Grundschule absetzen“, sondern etwas davon entfernt. „Das hat dann vielleicht trotzdem einen kleinen Lerneffekt bei den Kindern.“
„Gemeinsam achtsam – Schule hat begonnen“: Slogan in ganz Essen zu sehen
Die Worte von Carsten Zbink fallen im Rahmen eines Pressetermins, zu dem die Verkehrswacht Essen in die Zentrale der FUNKE‑Mediengruppe – zu der auch unsere Redaktion gehört – eingeladen hatte. Seit langer Zeit ruft die Verkehrswacht zusammen mit zahlreichen Kooperationspartnern wie der Westenergie AG dazu auf, besonders dann Rücksicht im Straßenverkehr zu nehmen, wenn das neue Schuljahr beginnt. „Seit einigen Jahren haben wir einen neuen Slogan“, sagt Anja Löhrmann, die Vorsitzende der Essener Verkehrswacht. Dieser lautet: „Gemeinsam achtsam – Schule hat begonnen.“
Seit einigen Jahren haben wir einen neuen Slogan: Gemeinsam achtsam – Schule hat begonnen
Anja Löhrmann, Vorsitzende der Verkehrswacht Essen
Zu finden sein wird der Slogan circa bis zum 18. September im ganzen Stadtgebiet, unter anderem an 200 Westnetz-Stromverteilerkästen. Jede Grundschule hat zudem ein entsprechendes Plakat geschickt bekommen. Zahlreiche digitale Werbeflächen werden ihn in der nächsten Zeit ebenfalls zeigen – neben den Tafeln der Firma Ströer auch die große Newswall der FUNKE‑Mediengruppe am Berliner Platz. Viele Fahrschulen haben zugesagt, Aufkleber an ihren Fahrzeugen anzubringen – 100 Fahrzeuge sollen es schlussendlich sein.

Viele Kooperationspartner der Essener Verkehrswacht sind am Montag (31.8.) bei der FUNKE‑Mediengruppe zusammengekommen, um im Rahmen eines Pressetermins auf den Schulstart aufmerksam zu machen.© FUNKE Foto Services | Vladimir Wegener
Ruhrbahn-Busse mit Slogan
Ebenso soll der Slogan 60 Fahrzeuge des Amtes für Straßen und Verkehr zieren, genauso wie 240 Busse der Ruhrbahn. Auch die Messe Essen beteiligt sich. Vor der Grugahalle soll ein „Megalight“ auf den Schulstart aufmerksam machen. Plakate sollen auch an umliegenden Bushaltestellen sowie im Foyer der Messe aufgehängt werden.
„Es ist wichtig, dass man auch im Straßenverkehr sieht, dass es losgeht“, sagt Essens Bürgermeisterin Julia Jacob, die während des Pressetermins am Montag (31.8.) verrät, dass auch ihr Neffe zu den fast 6000 Schulkindern gehört, die fortan die Schulbank drücken werden. Auch Julia Jacob macht wie der Polizeibeamte Carsten Zbink darauf aufmerksam, dass es an den Erwachsenen liegt, den Nachwuchs auf einen sicheren Schulweg vorzubereiten. „Es liegt an uns, dass die Kinder sicher zur Schule kommen.“
Ganz generell heißt es seitens der Verkehrswacht, die im nächsten Jahr ihren 100. Geburtstag feiert: „Lernen die Kinder beim Üben des Schulwegs, dass sie mit den Fehlern der anderen rechnen müssen, so müssen alle anderen für einen Straßenverkehr sorgen, der Fehler verzeiht, die die Kinder aufgrund ihrer Unerfahrenheit machen.“
Anja Löhrmann, Vorsitzende der Verkehrswacht Essen