Rein fußballerisch war das mit Spannung erwartete Auftaktspiel in der Frauenfußball-Niederrheinliga zwischen Borussia Mönchengladbach II und DJK Tusa 06 noch keine große Nummer. Dennoch gab es nach dem knappen 2:1-Sieg der Borussia eine Menge Gesprächsstoff.
Und für den sorgten die siegreichen Gastgeberinnen, weil sie die Partie in Trainings-Shirts anstatt in Trikots mit Rückennummern bestritten. „Man war aufseiten der Borussia offensichtlich nicht darauf vorbereitet, dass wir als Gast in weißen Trikots antreten“, klärte Svante Rasmus nach Spielschluss und sparte dabei nicht mit Kritik. „Das ist ein Profiverein, der nach unserer Ankunft immer noch 60 Minuten Zeit hatte, einen Ausweichsatz zu organisieren. Dass so etwas nicht möglich war, verstehe ich nicht.“ Nach Ansicht von Rasmus stellten die fehlenden Rückennummern eine klare Benachteiligung dar.
„Wie soll ich taktische Anweisungen geben, wenn ich die gegnerischen Spielerinnen nicht klar benennen kann“, klagte der Übungsleiter, der sich zudem wunderte, dass das Unparteiische den Verstoß gegen die Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes einfach so hinnahm. Diese verpflichtet zum Tragen von Spielkleidung mit Rückennummern, wobei Letztere mit den Eintragungen im Spielbericht übereinstimmen müssen. „Ich frage mich schon, wie er so sicherstellen konnte, dass die Spielerinnen, die im Spielbericht eingetragen waren, auch auf dem Platz standen.“
Bei allem Ärger über den Regelverstoß wollte Rasmus die Niederlage aber nicht darauf zurückführen. „Wir haben sehr gut verteidigt, aber leider nicht gut gespielt. Das hat mich auch gestört“, kritisierte der Übungsleiter. Die als Favorit in die Partie gegangene Borussia riss spielerisch auch keine Bäume aus, machte sich bei beiden Kopfballtreffern aber die physische Überlegenheit in der Luft zunutze (15., 77.).
Auf der anderen Seite hätte sich Svante Rasmus von seinen Schützlingen mehr Courage und Angriffe wie den zum 1:1, den Katharina Oelschläger an alter Wirkungsstätte auf Vorarbeit von Carolin WInter erzielte (17.), gewünscht. Bhageshree Modha vergab kurz vor Schluss die Chance auf das 2:2. So ging die Borussia, die beim Stand von 1:1 noch einen Strafstoß verschoss, als Sieger vom Platz. Tusa verlor neben dem Spiel auch Maya May, die sich vermutlich schwer am Knie verletzte.
Gegen die Spielwertung wollen die Fleherinnen nun Protest einlegen. „Ich bin gespannt, wie der Verband hier entscheidet“, sagt Svante Rasmus, der für den Fall einer Nicht-Sanktionierung Konsequenzen ankündigt. „Wenn das keine Strafe nach sich zieht, werden wir künftig nur noch in T-Shirts spielen.“