Volkswagen sieht für sein Werk in Hannover nach dem Auslaufen der aktuellen Produkte Anfang der 2030er-Jahre bislang keine wirtschaftliche Nachfolgebelegung. Das sagte Finanzvorstand Arno Antlitz laut einer Mitteilung bei einer Sonderbetriebsversammlung. Aus heutiger Sicht gelte dies für insgesamt vier deutsche Standorte. Welche dies sind, war zunächst unbekannt.

Zuvor hatte Konzernchef Oliver Blume jedoch die Werke Emden, Zwickau, Neckarsulm und Hannover als Problemstandorte genannt. Dort gebe es noch keine »wettbewerbsfähige Belegung« für die 2030er-Jahre. Um Schließungen zu vermeiden, werde momentan nach Alternativlösungen gesucht. 

Im Gespräch sei etwa, Standorte
zeitweise für die Rüstungsproduktion zu nutzen
 und der Bau
chinesischer VW-Modelle in Deutschland. »Unser Ziel ist es,
in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle
Standorte zu schaffen«, sagte Blume.

BR und Gewerkschaft üben Kritik

Europaweit will Volkswagen Kapazitäten für rund 500.000 Fahrzeuge abbauen. Andernfalls entstehe dauerhaft ein Kostennachteil von rund 1,5 Milliarden Euro jährlich, sagte Antlitz. Die Fabrikkosten in Hannover seien trotz Verbesserungen weiterhin deutlich höher als in anderen europäischen Werken.

Betriebsratschef Stavros Christidis forderte, den Transporter, wie
vertraglich vereinbart, nach 2031 wieder in Hannover zu bauen.
IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger verlangte tragfähige
Perspektiven über 2030 hinaus. Bleibe der Vorstand auf dem bisherigen
Kurs, werde die Gewerkschaft den Konflikt nicht scheuen.

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