Vier Tage Vorbereitung für eine Stunde auf der Bühne: Hinter den Kindern, die das Musical „Josef, du schaffst das“ in der Johanneskirche in Büttgen aufführten, lagen intensive Tage. Texte mussten gelernt, Lieder geprobt, Einsätze abgestimmt und Szenen immer wieder durchgespielt werden. Als sich schließlich die Türen zur Aufführung öffneten, zeigte sich, wie groß das Interesse an dem Ergebnis war. Knapp 200 Besucher waren gekommen und die Johanneskirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Eröffnet wurde der Nachmittag von Pfarrer Ralf Düchting, der die Besucher begrüßte und dabei auch den Einsatz würdigte, der hinter einer solchen Aufführung steckt. „Es ist beeindruckend zu sehen, was die Kinder in nur vier Tagen gemeinsam geschafft haben“, sagte er. Vor allem die Freude und Begeisterung, mit der die jungen Teilnehmer bei der Sache gewesen seien, hätten die intensive Probenzeit geprägt. Dann gehörte die Bühne den Kindern. Zwischen fünf und zwölf Jahre alt waren die jungen Darsteller, die sich gemeinsam an eine der bekanntesten Geschichten des Alten Testaments wagten: die Geschichte von Josef aus Kanaan.

Josef wächst mit seinen Brüdern auf und nimmt innerhalb der Familie eine besondere Stellung ein. Als Lieblingssohn seines Vaters Jakob zieht er den Neid seiner Brüder auf sich. Daraus entwickelt sich eine Geschichte über Eifersucht und Verrat, aber ebenso über Hoffnung, Vertrauen und Versöhnung. Genau diese Geschichte erzählten die Kinder mit Schauspiel und Musik. Der Kinderchor stand gemeinsam auf der Bühne und führte die Besucher durch die verschiedenen Stationen der Geschichte. Unterstützung bekamen die jungen Darsteller dabei unter anderem von Barbara Lüthen, die während der Aufführung mit auf der Bühne stand. Sie hatte die Entwicklung der Kinder während der vergangenen Tage unmittelbar miterlebt. „Es ist toll, wie die Kinder in diesen vier Tagen zusammengewachsen sind und wie selbstverständlich sie sich gegenseitig unterstützt haben“, sagte Lüthen.

Dass einige der Teilnehmer erst fünf Jahre alt waren, während die ältesten bereits zwölf waren, machte die gemeinsame Arbeit zu etwas Besonderem. Jedes Kind konnte sich entsprechend seiner Möglichkeiten einbringen. Manche übernahmen größere Rollen, andere standen im Chor auf der Bühne. Entscheidend sei das gemeinsame Erlebnis gewesen.

Eine wichtige Rolle hinter den Kulissen spielten dabei auch Lea und Leonie. Die beiden Studentinnen begleiteten die Kinder während der intensiven Probenphase und erhielten dafür nach der Aufführung besonderes Lob. Sowohl Barbara Lüthen als auch Daniela Seefeld, die das Projekt ebenfalls mitorganisiert hatte, hoben ihren Einsatz hervor. „Lea und Leonie haben unglaublich viel Zeit, Energie und Herzblut in diese Tage gesteckt“, sagte Seefeld: „Und die Kinder haben das großartig angenommen. Man konnte sehen, wie viel Freude sie daran hatten.“ Auch Lüthen betonte, wie wichtig die beiden jungen Frauen für das Gelingen des Projekts gewesen seien. Innerhalb von nur vier Tagen eine Gruppe mit mehr als 30 Kindern auf eine gemeinsame Aufführung vorzubereiten, sei schließlich eine anspruchsvolle Aufgabe. Dabei musste nicht nur gesungen und gespielt werden. Die Kinder mussten lernen, aufeinander zu achten, Einsätze abzuwarten und sich gegenseitig Raum auf der Bühne zu geben. Vor allem aber mussten sie den Mut entwickeln, das Erarbeitete schließlich vor einer voll besetzten Kirche zu präsentieren. „Die Kinder können wirklich stolz auf sich sein“, sagte Lüthen. „Was sie in dieser kurzen Zeit geschafft haben, ist etwas ganz Besonderes.“