Braunschweigs Kevin Ehlers (r.) erzielt ein Eigentor gegen Hertha BSC

Stand: 31.08.2026 • 00:00 Uhr

Ein Traumtor, ein Eigentor, ein unnötiger Foulelfmeter und jede Menge Abwehrfehler: Hertha BSC hat gegen Eintracht Braunschweig auch das dritte Spiel in der 2. Fußball-Bundesliga gewonnen – und das obwohl sich Berlin mehrfach selbst ein Bein stellte. Beim 3:5 (2:2) am Freitag in Braunschweig gab es kaum Zeit zum Durchschnaufen.

Yann Sturm bestrafte einen bösen Patzer von Niklas Kolbe zum 1:0 (10. Minute), bevor Verteidiger Kevin Ehlers zum 2:0 (33.) für Braunschweig erhöhte. Jón Dagur Thorsteinsson (44.) und Josip Brekalo (45.+4) glichen mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause für die Gäste aus.

Ein Eigentor von Eintracht-Torschütze Ehlers (53.) und ein verwandelter Foulelfmeter von Brekalo sorgten schließlich für die Entscheidung. Herthas Oluwaseun Adeyumi (87.) und Braunschweigs Fabio Di Michele Sanchez (88.) machten noch die Treffer zum 3:5-Endstand.

Herthas Leitl: „Ein Spiel, das keiner verstanden hat“

Hertha BSC ist damit der perfekte Saisonstart geglückt. Mit drei Siegen in der Liga und dem Einzug in die zweite Pokalrunde sind die ersten vier Wochen der neuen Saison deutlich besser verlaufen, als man es nach den zahlreichen Abgängen wichtiger Leistungsträger hätte erwarten können.

„Die Ergebnisse passen, aber viel mehr ist die Art und Weise, wie meine Jungs spielen, hervorzuheben“, sagte Herthas Trainer Stefan Leitl nach Abpfiff im Sportschau-Interview. „In einem Spiel, das keiner verstanden hat, waren wir sehr dominant. Es war ein verdienter Sieg.“

Hertha lädt Braunschweig zu zwei Treffern ein

Nach einem eigentlich starken Start ins Spiel machte sich die Hertha aber erstmal früh das Leben selbst schwer. Der sonst so sichere Innenverteidiger Niklas Kolbe hatte erst Schwierigkeiten bei einer Ballannahme und spielte den Ball dann, überrascht vom Braunschweiger Pressing, in den Fuß von Sturm. Der Neuzugang nahm den Berliner Lieferservice dankend an, blieb vorm Tor gelassen und schlenzte den Ball unhaltbar an Marius Gersbeck vorbei zum 1:0 rein.

Es war der erste Rückstand für Hertha in dieser Saison und die Reaktion darauf fiel dürftig aus. Der Spielfluss war dahin und im eigenen Strafraum wurde es immer gefährlicher. In der 27. Minute war Sturm wieder im Eins-gegen-Eins mit Herthas Keeper gefordert, traf diesmal aber die falsche Entscheidung. Mit einem Haken ließ er Gersbeck zwar links liegen, scheiterte aber im Strafraum-Chaos nach zu langem Dribbling am auf der Linie verteidigenden Julian Eitschberger.

Nur sechs Minuten später durfte sich dann Ehlers bei einem Eckball darüber freuen, direkt vorm Tor vollkommen ungestört zum Kopfball zu kommen. Er erhöhte ohne Probleme zum 2:0 für die Braunschweiger.

Stand vorm 2:0 vollkommen alleine in der Luft: Kevin Ehlers

Berliner Doppelpack noch vor der Pause

Thorsteinsson ließ die 2.200 mitgereisten Hertha-Fans mit seinem kompromisslosen Schuss ins Torwarteck – den Keeper Ron Thorben Hoffmann durchaus hätte halten können – dann aber vor der Pause nochmal aufhorchen (44.). Und die hatten direkt danach gleich nochmal Grund zum Jubel: Wer zu früh seinen Platz für die Halbzeitpause verlassen hatte, verpasste das Tor des Abends.

Thorsteinsson schaltete nach einer Braunschweiger Ecke am schnellsten und schickte Brekalo ins Duell mit Mehmet Aydin. Dem fehlte es an Koordination und so verhaspelte sich der Eintracht-Verteidiger bei der Ballannahme und ließ Brekalo alleine aufs Tor zu laufen. Der weit aufgerückte Hoffmann sprintete zurück in seinen Kasten – aber zu spät: Brekalo gelang ein genialer Schuss aus knapp 40 Metern mit viel Effet um Hoffmann herum zum 2:2-Pausenstand.

Herthas Josip Brekalo (3. v. l.) bejubelt seinen ersten Treffer gegen Braunschweig

Zweite Halbzeit zwischen Braunschweig und Hertha bleibt kunterbunt

Nach der Pause standen wieder Brekalo und Thorsteinsson im Mittelpunkt. Brekalo spielte einen starken Steilpass auf Thorsteinsson, der vom rechten Flügel in die Mitte flankte. Ehlers musste dazwischen, war auch da – bugsierte die Kugel aber ungelenk ins eigene Tor (53.). Eine Viertelstunde später hielt Lino Tempel vollkommen unnötig Kolbe bei einer Ecke fest und wurde mit einem Elfmeter bestraft. Brekalo verwandelte sicher zum 4:2 und sorgte so für die Entscheidung.

Herthas Josip Brekalo (3. v. l.) bejubelt einen Treffer gegen Braunschweig

Der eingewechselte Adewumi erhöhte mit seinem zweiten Jokertor der Saison zwischenzeitlich sogar auf 5:2 (87.), aber Braunschweig sprach in diesem verrückten Spiel das letzte Wort: Der ebenfalls eingewechselte Di Michele Sanchez sorgte wenige Sekunden später für den 3:5-Endstand.

Braunschweig in Osnabrück, Hertha gegen Magdeburg

Für Hertha geht es nächste Woche am Sonntagmittag mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg weiter (13.30 Uhr). Braunschweig ist zeitgleich beim punktgleichen VfL Osnabrück zu Gast.