
Der Sommer 2026 hat Berlin und Brandenburg neue Hitzerekorde beschert – besonders außergewöhnlich war der Juni. Zugleich fiel deutlich weniger Regen als üblich.
Der Sommer 2026 ist in Berlin und Brandenburg wärmer und trockener ausgefallen als in den vergangenen Jahren. Nach vorläufigen Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gehörte er bundesweit zu den wärmsten Sommern seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Berlin lag die Durchschnittstemperatur bei 20,0 Grad und damit 2,2 Grad über dem langjährigen Mittel. Prägend war vor allem der außergewöhnlich heiße Juni. Am 27. Juni wurde in Tempelhof mit 39,9 Grad ein neuer Hitzerekord für die Hauptstadt gemessen. Insgesamt registrierte der DWD im Stadtgebiet rund 19 heiße Tage mit mindestens 30 Grad sowie vier Tage mit Temperaturen von mindestens 35 Grad.
Auch Brandenburg erlebte einen außergewöhnlich warmen Sommer. Die Durchschnittstemperatur erreichte 19,5 Grad und lag damit 2,2 Grad über der durchschnittlichen Jahrestemperatur. Am 28. Juni wurden in Coschen (Oder-Spree) 41,7 Grad gemessen. Das war nach Angaben des DWD die höchste bislang in Brandenburg registrierte Temperatur. Landesweit gab es etwa 18 heiße Tage und mehr als vier sogenannte sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad.
Schweres Unwetter mit Tornado
Zugleich fiel in beiden Ländern deutlich weniger Regen als üblich. In Berlin wurden mit rund 147 Litern pro Quadratmeter lediglich 81 Prozent des normalen Sommerniederschlags gemessen. In Brandenburg waren es mit 138 Litern pro Quadratmeter sogar nur 78 Prozent des langjährigen Mittels. Die Trockenheit führte bundesweit zu ausgetrockneten Böden, niedrigen Wasserständen und einer erhöhten Waldbrandgefahr. Regional kam es zu Unwettern. So zog am 19. August ein Tornado durch Fürstenwalde (Oder-Spree). Zudem zeigte sich die Sonne in beiden Ländern deutlich häufiger als üblich. In Berlin wurden rund 756 Sonnenstunden gemessen, in Brandenburg rund 747 Stunden.
Deutschlandweit war der Sommer 2026 laut DWD mit einer Durchschnittstemperatur von 19,6 Grad der voraussichtlich zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Wärmer war nach vorläufigen Berechnungen lediglich der Jahrhundertsommer 2003.
Welche Rolle spielt der Klimawandel?
Laut DWD hat eine Attributionsstudie ergeben, dass eine solche Hitzewelle wie Ende Juni ohne den Klimawandel statistisch gar nicht möglich gewesen wäre. Mit Attributionsstudien lässt sich abschätzen, inwieweit der vom Menschen verursachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Intensität individueller Wetter- oder Klimaextreme verändert hat. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) (rki.de) sind bis Mitte August etwa 15.800 Menschen in Deutschland durch Hitze gestorben. 9.600 dieser Todesfälle entfielen auf die Extremhitze Ende Juni, wie es im letzten RKI-Wochenbericht hieß. Weitere 4.000 Sterbefälle seien auf die hohen Temperaturen in den ersten zwei Augustwochen zurückzuführen. Der Bericht betrachtet den Zeitraum vom 6. April bis zum 16. August. In Berlin und Brandenburg hatte sich Anfang Juli ebenfalls angedeutet, dass die Zahl der Hitzetoten deutlich höher als in den Vorjahren war. Aktuellere Zahlen für die Region liegen nicht vor.
Sendung: rbb24 Inforadio, 31.08.2026, 14:00 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 31.08.2026, Katharina Wilhelm