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Mit dem Leipziger Notenbogen eröffnet die Leipziger Notenspur eine weitere musikalische Stadterkundungsroute, diesmal mit dem Schwerpunkt jüdischer Musik. Anlässlich der festlichen Eröffnung des Leipziger Notenbogens (Nordroute) und seiner Aufnahme in die Europäischen Kulturroute Jüdischen Erbes lädt die Notenspur am Sonntag, dem 6. September, ab 11:00 Uhr zu einem öffentlichen Wandelkonzert mit Antjes Weltempfänger. Frequenz (Ost-)Europa und zu einer Festveranstaltung mit Grußworten und Musik um 13 Uhr in den Höfen am Brühl.

Der Notenbogen ist neben der Notenspur eine zweite dauerhaft im Stadtbild markierte Entdeckungstour in der Musikstadt Leipzig. Die Route führt durch die Stadterweiterungsgebiete der Gründerzeit westlich der Innenstadt und taucht ein in die Musikwelt der Romantik, Spätromantik und der Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts.

Da sich jüdische Menschen nach der Vertreibung im Spätmittelalter erst im 19. Jh. wieder in Leipzig ansiedeln durften und dafür die neuen Stadtteile wählten, sind Musik und authentische Orte, an denen sie gewirkt haben, Schwerpunkte des Leipziger Notenbogens.

Die vom Buchfunk und von Leipziger Schulen produzierten Hörszenen liefern bewegende Geschichten. Eine erzählt von der Rettung des Neuen Operettentheaters durch Johannes Merz, der die Institution in der NS-Zeit formal von der jüdischen Familie Kroch übernahm und zur Tarnung in die NSDAP eintrat. Dies wurde ihm nach dem Krieg im Zuge der Entnazifizierung zum Verhängnis.

Notenbogen-Pylon Station 8: Pianofortefabrik Blüthner. Foto: W. SchneiderNotenbogen-Pylon Station 8: Pianofortefabrik Blüthner. Foto: W. Schneider

Zu den Stationen gehören die einst wichtigsten Synagogen Leipzigs (Liberale Große Gemeindesynagoge und Orthodoxe Ez-Chaim-Synagoge im Kolonnadenviertel) und die einzig erhaltene Brodyer Synagoge in der Keilstraße. Der Notenbogen erkundet Gebäude, in denen Richard Wagner geboren wurde und Albert Lortzing, Arthur Nikisch und Heinrich Marschner wohnten.

Zudem ermöglicht er Begegnungen mit den wichtigsten jüdischen Komponisten Leipzigs wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Gustav Mahler und Erwin Schulhoff sowie jüdischen Kantoren und Chorleitern wie Samuel Lampel und Barnet Licht. Nicht zuletzt erinnert er an Standorte musikalischer Wirkungsstätten wie Altes Theater und Neues Operettentheater im Centraltheater. Auf der Website lassen sich alle Stationen bereits digital erkunden.

Die Nordroute umfasst die Stationen 1–7 und 14–19. Die Stationen der Südroute (8–13) werden 2027 eröffnet.

Die Südroute des Notenborgens eröffnet ab 2027 dann noch weitere Erkundungen. Sie wird an musikalischen Ausbildungsstätten mit internationaler Ausstrahlung (Thomanerchor/Bildungscampus, Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“) vorbeiführen, auf Sammlungsorte musikhistorischer Schätze hinweisen (Bibliotheca Albertina, Musikbibliothek Peters in der Stadtbibliothek) und Standorte der Pianofortefabrik Blüthner und des Zweiten Gewandhauses wiederentdecken.

Mit seinen verschiedenen Facetten erweitert der Leipziger Notenbogen das Bild der Musikstadt Leipzig, entfaltet Reichtum und Vielfalt ihrer musikalischen Traditionen und schlägt den Bogen bis ins 20. Jahrhundert.

Eröffnung der Nordroute des Leipziger Notenbogens am Sonntag, dem 6. September, 11:00 Uhr am Standort der ehemaligen Ez-Chaim-Synagoge, Apels Garten (hinter Norma): Wandelkonzert mit Antjes Weltempfänger. Frequenz (Ost-)Europa

13.00 Uhr, Höfe am Brühl (Eingang Richard-Wagner-Platz): Festveranstaltung mit Grußworten und Musik (begrenzte Platzzahl | Anmeldung unter schalom@notenspur-leipzig.de

Unter der Schirmherrschaft von OBM Burkhard Jung. Ein Projekt des Notenspur Leipzig e.V.; die Umsetzung erfolgt auf der Grundlage des Stadtratsbeschlusses von 2008.