This article is also available in English: Read this article in English.
Vor den Toren der Stadt ruht ein historischer Schatz – in Borna wird er ab heute offiziell aufbereitet. Obacht ist bei Fahrten über die Autobahn nach Dresden geboten, ebenso bei der Einschulung der Knirpse im nächsten Jahr. Da reicht nämlich kein Erscheinen am Tag des Zuckertütenfestes. Die Augen der Stadt richten sich heute auf Südamerika. Und das liegt direkt nordwestlich der City.
Festliche Eröffnung von Feuerland
Im Vergleich zur ganzen Welt ist selbst der Leipziger Zoo ziemlich klein. Aber die große Welt im Kleinen wird heute wieder ein bisschen vollkommener. Nach mehr als fünf Jahren Bauzeit wird eine der größten und aufwendigsten neuen Anlagen der vergangenen Jahre eröffnet: Um 16 Uhr können Besucher erstmals die Erlebniswelt Feuerland betreten.
Das rund 10.000 Quadratmeter große Areal bildet eine südamerikanische Küsten- und Meereslandschaft nach und wird vom Zoo selbst als „Weltneuheit“ bezeichnet. Zu den auffälligsten Elementen gehört ein mehr als 100 Meter langer Unterwassertunnel, dessen spektakulärster Abschnitt eine zwölf Meter lange, vollständig umlaufende 360-Grad-Röhre aus Acrylglas ist. Besucher können die Tiere dort praktisch ringsum unter Wasser beobachten.![]()
Zur Anlage gehören außerdem eine etwa 2.000 Quadratmeter große Küstenvoliere, eine Wellenmaschine, ein Tide-Pool als Lernschwimmbecken für Jungtiere, Sprungfelsen, eine Felsentribüne und eine große LED-Wand. Insgesamt umfasst die Wasserlandschaft nach Angaben des Zoos mehr als 5,5 Millionen Liter Wasser, wobei allein das zentrale Schwimmbecken rund fünf Millionen Liter fasst (LZ berichtete).
Bereits vor der heutigen Eröffnung haben 40 Humboldtpinguine, neun Robben und acht Meerespelikane ihre neue Umgebung bezogen beziehungsweise mit der Eingewöhnung begonnen. Langfristig soll allein die Kolonie der Humboldtpinguine auf mehr als 50 Tiere anwachsen. Für die unmittelbar naturnah gestaltete Anlage mit Schwimm- und Liegebereichen sowie Flugvoliere nennt der Zoo eine Fläche von 5.500 Quadratmetern; die gesamte Erlebniswelt Feuerland umfasst etwa 10.000 Quadratmeter.
Paul und Paula tragen schon den Festtags-Frack. Foto: Zoo Leipzig
Mit der Eröffnung von Feuerland schließt der Zoo Leipzig den großen Ausbau seiner Themenwelt Südamerika ab, doch der seit Jahren laufende Masterplan „Zoo der Zukunft“ ist damit noch nicht vollendet. Weiter geht es in der nächsten Etappe mit den Asiatischen Inselwelten. Bereits fertig sind davon die beiden neuen Großvolieren „Amazonien“ und „Loriversum“.
Im Herbst 2026 beginnt die bauliche Umsetzung von Baufeld 2 mit Anlagen für Fossas, Rothunde und Ohrfasane. Anschließend sollen weitere Bereiche der asiatischen Themenwelt entstehen. Wann die einzelnen späteren Baufelder für Besucher öffnen können, steht allerdings noch nicht verbindlich fest. Für das Gesamtprojekt gibt es dagegen eine Zielmarke. Nach aktuellem Zeitplan will der Zoo seinen Umbau zu einem Verbund aller Kontinente bis 2028 abschließen. Dann feiert er das 150. Jubiläum seiner Gründung. Wer heute Nachmittag nicht lange an der Kasse warten will, bucht sein Ticket am besten HIER ONLINE.
Er ist glücklich über das Erreichte. Jörg Junhold leitet den Leipziger Zoo seit November 1997 und baute ihn mit dem Masterplan „Zoo der Zukunft“ grundlegend um. Foto: Benjamin Weinkauf
Nach Dresden geht´s heute verkehrt herum
Autofahrer müssen sich heute an der A14-Anschlussstelle Leipzig-Nord auf Einschränkungen einstellen. Von 9 bis 16 Uhr wird dort die Auffahrt in Richtung Dresden voll gesperrt. Anlass sind Markierungs- und Beschilderungsarbeiten. Die A14 selbst bleibt währenddessen befahrbar: Auf der Hauptfahrbahn wird der Verkehr zweispurig an der Arbeitsstelle vorbeigeführt.
Von der Sperrung betroffen sind damit ausschließlich Fahrzeuge, die an der Anschlussstelle Leipzig-Nord auf die A14 in Richtung Dresden auffahren wollen. Für sie ist eine Umleitung vorgesehen, bei der zunächst ein Umweg in die entgegengesetzte Fahrtrichtung erforderlich wird. Auf Autobahnverwaltungsdeutsch heißt das in einer Mitteilung dann so: „Der auffahrwillige Verkehr wird als Wendefahrt über die Anschlussstelle Schkeuditz geführt.“ Autofahrer müssen demnach zunächst auf der A14 in Richtung Schkeuditz fahren, dort wenden und anschließend in Richtung Dresden zurückfahren.
Nach 16 Uhr wird die Auffahrt freigegeben, allerdings am Mittwoch, 2. September, erneut von 9 bis 16 Uhr vollständig gesperrt. Insgesamt sind damit an beiden Tagen zusammen 14 Stunden Sperrzeit vorgesehen.
Nach Dresden gehts heute auf der Autobahn zunächst in die entgegengesetzte Richtung.
Jetzt an die Einschulung 2027 denken
Für Eltern von Kindern, die im kommenden Jahr eingeschult werden sollen, ist in Leipzig seit dem 1. August erstmals auch eine digitale Anmeldung bei kommunalen Grundschulen durchführbar. Ein persönliches Vorsprechen ist hingegen erst ab heute möglich. Die Anmeldefrist endet am 15. September.
Mehrere kommunale Grundschulen nennen für diesen Tag Öffnungszeiten von 8 bis 11:30 Uhr sowie von 13 bis 18 Uhr. Weitere Termine werden am Donnerstag, 3. September, und Dienstag, 8. September, jeweils von 8 bis 11.30 Uhr und von 13 bis 16 Uhr angeboten, wobei die konkreten Zeiten je nach Schule abweichen können. Deshalb empfiehlt sich ein informativer Blick auf die Website der jeweiligen Schule.
Unterschiede zu den kommunalen Anmeldungen gibt es bei privaten Schulen in freier Trägerschaft. So nimmt zum Beispiel das Evangelische Schulzentrum Bewerbungen für das Schuljahr 2027/28 vom 1. bis 18. September 2026 entgegen. Die vollständigen Unterlagen sollen auf dem Postweg an das Evangelische Schulzentrum, Schletterstraße 7, 04107 Leipzig, geschickt werden.
Gefordert werden unter anderem Anmeldeschein, Geburtsurkunde und Masernschutznachweis sowie ausdrücklich eine „Anmeldebestätigung an einer staatlichen Schule“. Damit können Eltern die notwendige Anmeldung an einer staatlichen Schule bereits erledigt haben, bevor das Bewerbungsverfahren der Privatschule startet.
Wichtig: Anders als an staatlichen Schulen erheben Privatschulen Schulgeld, über dessen Höhe man sich vor einer Bewerbung informieren sollte. So werden mit dem Schuljahr 2026/2027 am Evangelischen Schulzentrum Leipzig monatlich 135 Euro für das erste Kind und 75 Euro für das zweite Kind erhoben. Das dritte und jedes weitere Kind sind vom Schulgeld befreit.
Jetzt für die Einschulung anmelden, dann gibts nächstes Jahr Zuckertüten. Foto: Skyler H./Pixabay
Mehr als nur eine Kohlespur
Hier vereint sich Regionalgeschichte vor den Toren Leipzigs: In Borna nimmt heute das neue Dokumentationszentrum für Regional- und Wirtschaftsgeschichte offiziell seine Arbeit auf. Nach rund zweijähriger Bauzeit des Neubaus als „Ort des Wissens, der Erinnerung und der Auseinandersetzung“ startet dieses Projekt einen Betrieb, der als Bildungszentrum weit über die Funktion eines klassischen Archivs hinausgehen soll.
Die Registratur der Landkreisverwaltung ist bereits vollständig in den Neubau umgezogen, ebenso befindet sich dort inzwischen ein erster Teil der Bestände des Kreisarchivs. Im Zusammenhang mit diesem Umzug war der Zugriff auf Bestände des Kreisarchivs und auf Bauakten zuletzt stark eingeschränkt. Der Landkreis Leipzig, das Sächsische Wirtschaftsarchiv e. V. (SWA) und der Förderverein DOKMitt e. V. arbeiten an dem Standort zusammen.
Vorgesehen sind Angebote zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte, Kooperationen mit Schulen, Ausstellungen und wissenschaftliche Tagungen. Eine besondere Rolle soll dabei die Vermittlung des Strukturumbruchs im Zuge des Kohleausstiegs spielen. Die beteiligten Einrichtungen verfügen zusammen über mehrere hunderttausend Dokumente, Fotografien und technische Unterlagen aus bis zu 400 Jahren regionaler Industriegeschichte. Mit dem Vorhaben sollen außerdem 18 Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen.
Die Dimension des Projekts zeigt sich auch an den Investitionen: Der Landkreis beziffert die Gesamtkosten auf 17.683.955 Euro, der Förderanteil beträgt 95 Prozent und stammt überwiegend aus Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen des Freistaates Sachsen und Eigenmitteln des Landkreises. Der Kreistag hatte den Baubeschluss im März 2022 gefasst, die Stadt Borna erteilte im November 2023 die Baugenehmigung.
Mit dem Einzug in das neue Gebäude lädt der Landkreis interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, die Räume des Kreisarchivs zu besichtigen. Hierfür bietet er aktuell zwei Termine an: Mittwoch, den 16.09.2026, von 14:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr und Freitag, den 18.09.2026, von 09:00 Uhr bis ca. 10:30 Uhr. Der Teilnehmerkreis ist auf 15 Personen begrenzt. Interessenten können sich über die Mailadresse kreisarchiv@lk-l.de registrieren lassen. Die weiteren Details zum Besuch werden nach der Anmeldung mitgeteilt.
Sauber aufgeschnitten. Das neue Dokumentationszentrum in Borna verfügt über drei Etagen. Grafik: S&P Ingenieure+Architekten