Der Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht vom 4. auf den 5. August geht nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung auf das Konto eines russischen Geheimdienstes. Das berichtet das Blatt unter Berufung auf Sicherheitskreise. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) wollen demnach am heutigen Dienstag die Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz über den mutmaßlichen Anschlagsversuch auf eine ukrainische Antonov-Maschine informieren.

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte eine klare Reaktion der Bundesregierung auf die gescheiterte Drohnenattacke auf den Flughafen Leipzig/Halle angekündigt. Zu den konkreten Maßnahmen äußerte sich Außenminister Wadephul zunächst ebenso wenig wie dazu, wen die Bundesregierung für den Drahtzieher hält. Unklar ist weiterhin auch, ob sich Merz persönlich zu Urhebern und Konsequenzen äußern will. Wie die „Bild“ berichtet, soll Merz bei der Pressekonferenz am Dienstag nicht zugegen sein.

Friedrich Merz

„Deutschland lässt sich in keiner Weise einschüchtern, und das wird auch weiterhin die Grundeinstellung unserer Politik sein“, sagte der Außenminister am Dienstagmorgen am Rande seines Besuches in der algerischen Hauptstadt Algier. Die Bundesregierung stehe „an der Seite unseres ukrainischen Partners“. Er betonte: „Russland muss wissen, dass Deutschland ein Stabilitätsfaktor in Europa ist, der immer auch zu Verhandlungen bereit ist, aber der sich in keiner Weise einschüchtern lässt.“

Wadephul kündigt „konsequente Antwort“ auf Drohnen-Attacke an

Im ZDF-„Morgenmagazin“ sagte Wadephul, man arbeite mit Hochdruck an der Lösung, aber diese müsse sorgfältig abgestimmt werden. Man müsse genau analysieren, welche Erkenntnisse man habe, und in Ruhe absprechen, welche Konsequenzen man daraus ziehe. „Es wird aber eine konsequente Antwort der Bundesregierung geben“, ergänzte er. „Deutschland muss sich so aufstellen, dass jeder, der uns angreift, weiß, wir finden Antworten. Und das bereiten wir jetzt sorgfältig vor.“

Nach Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle: Polizisten laufen über eine Wiese an einem Flughafen.

Eine mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Merz hatte am Sonntag im ARD-Sommerinterview gesagt, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss. „Wir haben eine weitgehende Einigung in der Bundesregierung, wie wir reagieren.“

Die Bundesregierung will ihre Reaktion auch mit europäischen Partnern und innerhalb der Nato abstimmen. Wadephul reist am Abend zum Treffen der EU-Außenminister nach Irland.

fmg/dpa