Am 31. August hat die Bundesregierung das neue AI Security and Safety Institute (AISI) in Berlin gegründet. Damit wird ein Beschluss des Nationalen Sicherheitsrats von Juni umgesetzt, haben das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung und das Bundesinnenministerium in einer gemeinsamen Presseerklärung mitgeteilt. Ziel des Instituts sei es, „die Chancen und Risiken, die sich durch fortschrittliche KI-Modelle für Deutschland ergeben, zu evaluieren und die Resilienz im Bereich künstlicher Intelligenz nachhaltig zu stärken“.

Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) hebt in der Stellungnahme die Bedeutung der neuen Einrichtung für das Ziel hervor, mit der enormen technologischen Entwicklungsgeschwindigkeit Schritt zu halten: „Wir müssen Risiken und Leistungsfähigkeit moderner KI-Systeme technisch fundiert und schnell bewerten können.“ Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) fügt hinzu, dass KI enorme Chancen für Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Staat biete, sie jedoch kontrollierbar bleiben müsse: „Wir müssen an ihrer rapiden Entwicklung teilhaben.“

BSI und Bundesnetzagentur teilen sich die Verantwortung im AISI

Der Aufbau des AISI erfolgt laut Pressemeldung in mehreren Phasen. Zunächst bildeten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Bundesnetzagentur (BNetzA) den „virtuellen Nukleus“ des Instituts. Dabei liege der Schwerpunkt auf der Analyse und Bewertung führender KI-Modelle „vor allem hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und Risiken für die Cybersicherheit“. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, sei das BSI für Fragen von Cybersicherheit (Security) verantwortlich, also dafür, wie ein KI-System und seine Daten vor Angriffen und Missbrauch geschützt werden können. Die Bundesnetzagentur solle die Verantwortung für den sogenannten Safety-Aspekt tragen: Hier gehe es um technische Fehler, etwa wenn ein autonomes Fahrzeug ein Hindernis zu spät erkennt oder eine Medizin-KI einen Tumor auf dem Röntgenbild übersieht.

Im zweiten Schritt werde das AISI thematisch sowie in seiner Kapazität ausgebaut, teilen die Ministerien mit. Neben einem strukturierten Wissenstransfer sicherheitsrelevanter Erkenntnisse zu Künstlicher Intelligenz solle es die Bundesregierung in Fragen der technischen Evaluierung, zu Entwicklungsszenarien sowie zu strategischen Handlungsbedarfen beraten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des neuen Instituts ist der Presseerklärung zufolge die Vernetzung mit internationalen Partnern – sowohl im europäischen als auch im transatlantischen Raum. Ein Austausch finde unter anderem bereits mit Frankreich, dem Vereinigten Königreich und dem EU AI Office statt. Ziel der Kooperationen sind demnach der Wissensaustausch, die Erarbeitung gemeinsamer Positionen der beteiligten Staaten sowie einheitlicher Standards.

Unterschiedliche Standorte hatten sich beworben

Wie die Nachrichtenplattform heise online am 1. September berichtet, musste sich die Hauptstadt gegen einige Mitbewerber um den Standort des KI-Sicherheitsinstituts durchsetzen. Demnach hätten KI-Zentren oder Informatik-Fakultäten in anderen Landesteilen durchaus Vorteile gehabt, beispielsweise die Anbindung an bereits etablierte Forschungseinrichtungen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten waren zuletzt neben Berlin noch München und Saarbrücken im Rennen um die Ansiedlung des AISI. Wie die Augsburger Allgemeine am 21. August berichtete, bewarb Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) die Landeshauptstadt mit dem „leistungsfähigen Technologie- und Sicherheitsökosystem“, in das das neue Institut eingebettet werden könne. Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hatte sich dem Saarländischen Rundfunk (SR) zufolge für eine Anbindung des AISI an bestehende Einrichtungen an der Universität des Saarlandes eingesetzt und eine finanzielle Beteiligung des Landes in der Aufbauphase angeboten.

Der Tagesspiegel berichtete indes, dass Berlin als Standort vor allem attraktiv sei, wenn es um die Anwerbung internationaler Talente – beispielsweise aus den USA – gehe. Auch die räumliche Nähe zur Politik galt demnach als entscheidendes Kriterium.