Ein Dutzend Tische und Stühle wurden am Dienstag vor dem Rathaus aufgestellt. Es sind Schulmöbel, die bis zu den Sommerferien noch in 35 Düsseldorfer Grundschulen standen. Weiteres Mobiliar steht vor Lastern auf dem Marktplatz und in den Lagern der „UkraineHilfe Düsseldorf“ zum Abtransport bereit. Es sind insgesamt 12.600 Einzelstücke, die das Schulamt aus den Schulen zusammentragen und dort ersetzen ließ. Als Spende werden sie nun in verschiedene Städte des kriegsleidenden Landes verschickt: nach Sumy, Kiew oder Düsseldorfs Partnerstadt Czernowitz.

So wie in Nordrhein-Westfalen beginnt in dieser Woche auch in der Ukraine das neue Schuljahr. Die Bedingungen aber, unter denen die ukrainischen Schülerinnen und Schüler dort zur Schule gehen müssen, sind kaum vergleichbar. Zahlreiche Schulen wurden seit Beginn des Krieges im Februar 2022 bereits bei russischen Luftangriffen zerstört, die immer häufiger auch zivile Einrichtungen gezielt ins Visier nehmen. Der Unterricht für diese Schüler erfolgt daher – wenn überhaupt – in Schutzräumen oder digital.

Das Mobiliar der Düsseldorfer Grundschulen soll nun dabei helfen, den Unterricht in geschützten Räumen zu unterstützen oder aufrechtzuerhalten. Dabei stehe jeder Stuhl und jeder Tisch symbolisch „für ein Kind, das in der Ukraine nicht unter normalen Bedingungen lernen kann“, sagte Bürgermeisterin Clara Gerlach (Grüne). Gemeinsam mit der stellvertretenden NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) sowie Landesminister und Staatskanzleichef Nathanael Liminski (CDU) waren sie zur Verabschiedung des Transports der „UkraineHilfe Düsseldorf“ gekommen. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das von den Vereinen „AVP“ in Düsseldorf und der Organisation „United Help Ukraine“ aus den USA getragen wird.

Nach viereinhalb Jahren Krieg hat sich Düsseldorf nach Angaben der Verantwortlichen zu einem Knotenpunkt für die Verschickung von Hilfsgütern in die Ukraine entwickelt. Seitdem konnten 66 Lkws und rund 562 Tonnen Hilfsgüter von hier aus verschickt werden. Darunter etwa medizinisches Gerät, Medikamente und eben Schulmaterialien, die aus bundesweiten Spenden stammten. Auch die Stadt stellt für die „UkraineHilfe“ regelmäßig Güter bereit, zuletzt etwa Solaranlagen und Generatoren zur Versorgung der Bewohner von Czernowitz.

Die Hilfsgüter seien wichtig und würden der Bevölkerung helfen, sagt Sergej Aruin, Geschäftsführer von „AVP“. Mindestens genauso wichtig sei aber das Signal, das mit den andauernden Hilfstransporten bei den Menschen dann ankommen würde. Nämlich, dass man sie trotz des langen Krieges nicht vergessen habe. „Wir schicken nicht nur Tische und Stühle, wir schicken damit auch ein Zeichen.“