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Stand: 01.09.2026 17:34 Uhr
Vom psychologischen Katz-und-Maus-Spiel bis zur großen Liebesgeschichte: Im September bietet die ARD Mediathek wieder Serien für sehr unterschiedliche Geschmäcker. Mit dabei sind der Thriller „The Suspect“, die Dramedy „Selling Sex“, die Leonard-Cohen-Serie „So Long, Marianne“, das kenianische Familiendrama „Country Queen“ und das große Finale von „Babylon Berlin“. Unsere Serien-Tipps für den September.
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„Babylon Berlin“: Das große Serienfinale beginnt im Januar 1933
Berlin, Januar 1933: Nur wenige Wochen liegen zwischen Hitlers Ernennung zum Reichskanzler und dem Reichstagsbrand und genau in dieser Zeit erzählt „Babylon Berlin“ seine letzte Geschichte. Während Charlotte Ritter in einer Mordserie an ehemaligen Frontsoldaten ermittelt, verschwindet Gereon Rath spurlos. Gleichzeitig bringt eine brisante Akte über Hitlers Vergangenheit mehrere mächtige Akteure auf den Plan.

Ab dem 10. September hier anschauen
Liv Lisa Fries und Volker Bruch kehren noch einmal als Charlotte und Gereon zurück, auch Lars Eidinger, Hannah Herzsprung und Christian Friedel sind wieder dabei. Neu im Ensemble sind unter anderem Devid Striesow und Clemens Schick.
Wie schon in den bisherigen Staffeln verbindet „Babylon Berlin“ Krimi, politische Geschichte und opulente Großstadtatmosphäre, diesmal vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die immer tiefer in den Nationalsozialismus kippt. Die acht Folgen der finalen fünften Staffel orientieren sich an Motiven aus Volker Kutschers Roman „Märzgefallene“. Wer die bisherigen Staffeln verfolgt hat, dürfte an diesem Finale ohnehin kaum vorbeikommen.
„Babylon Berlin“ Staffel 5
Deutschland, 2026
8 Folgen à 45 Minuten
Regie: Tom Tykwer, Achim von Borries, Henk Handloegten
Drehbuch: Drehbuch und Regie: Achim von Borries, Henk Handloegten, Tom Tykwer
Besetzung: Liv Lisa Fries, Volker Bruch, Lars Eidinger, Hannah Herzsprung, Christian Friedel, Benno Fürmann u.a.
Staffel 5. ab 10. September in der ARD Mediathek
„The Suspect“: Ein Psychologe unter Mordverdacht
Eigentlich könnte es für den erfolgreichen Psychologen Joe O’Loughlin kaum besser laufen: Er hat eine Familie, eine gut laufende Praxis und ist als Experte gefragt. Doch gerade als er sich mit einer erschütternden Diagnose auseinandersetzen muss, bittet ihn die Polizei um Hilfe bei einem ungewöhnlichen Mordfall. Eine junge Frau wurde mit 21 Messerstichen getötet und je länger Joe die Ermittlungen begleitet, desto mehr Ungereimtheiten tauchen auf. Besonders beunruhigend: Einige davon führen direkt zu ihm selbst.

Ist Joe tatsächlich nur zur falschen Zeit am falschen Ort oder kennt er die Wahrheit besser, als er zugibt? Genau mit diesem Zweifel spielt die fünfteilige britische Thrillerserie „The Suspect – Trügerische Wahrheit“. Aidan Turner, bekannt aus „Poldark“, macht es dabei denkbar schwer, Joe einzuschätzen: mal wirkt er sympathisch und verletzlich, dann wieder irritierend und undurchschaubar.
Je tiefer er in den Fall gerät, desto mehr geraten nicht nur seine Karriere und seine Familie ins Wanken, sondern auch das Bild, das man sich von ihm gemacht hat. Gerade dieses Misstrauen gegenüber der eigenen Hauptfigur macht den Reiz der Serie aus und sorgt dafür, dass man nach einer Folge ziemlich schnell wissen will, was wirklich hinter Joe O’Loughlin steckt.
„The Suspect – Trügerische Wahrheit“
Großbritannien, 2022
5 Folgen à ca. 45 Minuten
Regie: James Strong, Camilla Strøm Henriksen
Drehbuch: Peter Berry, nach dem Roman von Michael Robotham
Mit: Aidan Turner, Shaun Parkes, Camilla Beeput, Anjli Mohindra, Adam James, Bobby Schofield und Sian Clifford
Verfügbar in der ARD Mediathek bis: 21.09.2026
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„Selling Sex“: Zwischen Selbstbestimmung und Geschäft
BWL-Studentin Nelly hat ein teures Studium, ein unbezahltes Praktikum, nebenbei einen Cateringjob und trotzdem reicht das Geld kaum. Als sie zufällig eine ehemalige Kollegin wiedertrifft, die inzwischen als Escort arbeitet, eröffnet sich plötzlich eine ganz andere Möglichkeit: Nelly beginnt selbst, unter dem Namen Aurora Sex zu verkaufen und verdient damit schnell mehr als je zuvor.

Die sechsteilige deutsche Dramedy „Selling Sex“ will Sexarbeit dabei weder romantisieren noch als klassische Opfergeschichte erzählen. Stattdessen geht es um Geld, Selbstbestimmung, Freundschaft, Begehren und die Frage, wie frei Entscheidungen eigentlich sind, wenn finanzielle Abhängigkeiten mit im Spiel sind.
Zwischen WG-Küche, Finanzberatung und Luxushotels prallen dabei sehr unterschiedliche Lebenswelten aufeinander. Gerade dieser moderne und bewusst kontroverse Blick macht „Selling Sex“ zu einer der ungewöhnlicheren neuen Serien in der ARD Mediathek.
„Selling Sex“
Deutschland, 2026
6 Folgen à 25 Minuten
Regie: Miriam Dehne
Drehbuch: Marie C. König, Hannah Schopf
Mit: Ella Morgen, Manal Raga a Sabit, Lera Abova, Malik Blumenthal, Samirah Breuer, Sasha von Halbach und Inga Busch
Verfügbar in der ARD Mediathek bis 28.08.2027
„Sherlock & Daughter“: David Thewlis ermittelt als Sherlock Holmes
Sherlock Holmes bekommt unerwarteten Besuch: Die junge Amerikanerin Amelia Rojas steht vor seiner Tür und behauptet, seine Tochter zu sein. Nach dem mysteriösen Mord an ihrer Mutter ist sie nach London gereist, um Antworten zu finden – und ist überzeugt, dass ausgerechnet der berühmte Meisterdetektiv ihr dabei helfen kann. Sherlock selbst reagiert zunächst wenig begeistert. Doch bald führen Amelias Nachforschungen die beiden auf die Spur einer weitreichenden Verschwörung.

Viele dürften David Thewlis noch als Remus Lupin aus den „Harry Potter“-Filmen kennen. In „Sherlock & Daughter“ übernimmt er nun die Rolle des legendären Detektivs, an seiner Seite spielt Blu Hunt die selbstbewusste Amelia.
Die achtteilige Mystery-Krimiserie ist im London des Jahres 1896 angesiedelt und verbindet klassische Sherlock-Atmosphäre mit einer neuen Frage: Ist Amelia tatsächlich seine Tochter? Gerade dieses ungewöhnliche Duo bringt frischen Wind in eine Geschichte, die schon unzählige Male neu erzählt wurde.
„Sherlock & Daughter“
USA/Irland, 2025
8 Folgen à 45 Minuten
Regie: Bryn Higgins, Elle-Máijá Tailfeathers
Drehbuch: Brendan Foley, Shelly Goldstein, Micah Wright, James Duff
Mit: David Thewlis, Blu Hunt, Ardal O’Hanlon, Fiona Glascott, Aidan McArdle und Dougray Scott
Verfügbar in der ARD Mediathek ab: 02.09.2026 (für 30 Tage)
„So Long, Marianne“: Die Frau hinter Leonard Cohens großer Liebesgeschichte
Weiße Häuser, flirrende Hitze, das tiefblaue Meer und eine Insel voller Künstlerinnen und Künstler: Ende der 50er-Jahre zieht es den jungen Schriftsteller Leonard Cohen auf die griechische Insel Hydra. Dort begegnet er der Norwegerin Marianne Ihlen und aus einer Sommerliebe wird eine intensive Beziehung, die beide über Jahre prägen und später in Cohens Musik weiterleben wird.

„So Long, Marianne“ erzählt von einer Zeit, in der alles möglich scheint: vom Schreiben und Träumen, von langen Nächten, Freiheit und dem Versuch, irgendwo zwischen Liebe und Kunst den eigenen Platz zu finden. Doch hinter der sonnendurchfluteten Bohème steckt auch viel Sehnsucht, Eifersucht und die Frage, was passiert, wenn zwei Menschen dieselbe Nähe wollen, aber vielleicht nicht dasselbe Leben.
Alex Wolff und Thea Sofie Loch Næss spielen Leonard und Marianne mit viel Wärme und Verletzlichkeit. Eine Serie für alle, die sich gern für ein paar Stunden an einen anderen Ort und in eine andere Zeit ziehen lassen und für Geschichten über große Lieben, die vielleicht gerade deshalb bleiben, weil sie nicht für immer halten.
„So Long, Marianne“
8 Folgen à 50 Minuten
Deutschland/Kanada/Norwegen, 2024
Regie: Øystein Karlsen, Bronwen Hughes
Drehbuch: Øystein Karlsen, Jo Nesbø, Tony Wood
Mit: Alex Wolff, Thea Sofie Loch Næss, Anna Torv, Noah Taylor, Peter Stormare und Jonas Strand Gravli
Verfügbar in der ARD Mediathek bis: 14.12.2026
„Country Queen“: Wem gehört die Heimat?
Zehn Jahre lang hat Akisa ihr Heimatdorf Tsilanga hinter sich gelassen und sich in Nairobi ein neues Leben aufgebaut. Doch als ihr Vater schwer erkrankt, kehrt sie zurück und landet mitten in einem Konflikt, der längst das ganze Dorf erfasst hat. Der mächtige Bergbaukonzern Eco Rock kauft immer mehr Land für den Goldabbau auf. Während einige Bewohner auf das versprochene Geld und einen Neuanfang hoffen, wollen andere um jeden Preis das Land behalten, das ihren Familien seit Generationen gehört.

„Country Queen“ verbindet Akisas persönliche Rückkehr mit großen Fragen nach Heimat, sozialer Ungleichheit, Umweltzerstörung und wirtschaftlicher Macht. Dabei treffen immer wieder Gegensätze aufeinander: Stadt und Land, Arm und Reich, Tradition und Moderne. Gleichzeitig bleibt die sechsteilige Serie ein emotionales Familiendrama voller alter Konflikte, Beziehungen und Geheimnisse.
„Country Queen“ ist die erste High-End-Dramaserie aus Kenia und entstand als Koproduktion von ARTE und Netflix Africa. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet und wie viel man bereit ist, für sie zu riskieren.
„Country Queen“
Deutschland/Kenia, 2022
6 Folgen à 58 Minuten
Regie: Vincent Mbaya, Tosh Gitonga, Brian Munene
Drehbuch: Lydia Matata, Oprah Oyugi, Wanjeri Gakuru, Kimani Waweru
Mit: Melissa Kiplagat, Melvin Alusa, Nini Wacera, Blessing Lung’aho, Sheila Munyiva, Mumbi Kaigwa und Raymond Ofula
Verfügbar in der ARD Mediathek bis: 30.09.2026
„Biester“: Wenn zwei Welten aufeinanderprallen
Jenny und Vero haben große Träume und chronisch zu wenig Geld. Die beiden besten Freundinnen wollen raus aus ihrem Alltag und endlich ein Stück vom guten Leben abbekommen. Ganz anders die Schwestern Tiz und Nelly: Sie sind mit Luxus aufgewachsen und kennen Geldsorgen höchstens vom Hörensagen. Als sich die Wege der vier jungen Frauen kreuzen, prallen nicht nur zwei völlig unterschiedliche Lebenswelten aufeinander. Ein folgenschwerer Zwischenfall setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, bei der Geld, Freundschaft, Familie und Loyalitäten zunehmend durcheinandergeraten.

Die österreichische Dramedy „Biester“ erzählt bissig und mit viel schwarzem Humor von sozialer Herkunft, Privilegien und der Sehnsucht nach einem anderen Leben. Dabei sind weder die reichen noch die weniger privilegierten Figuren besonders unschuldig, und gerade das macht die zehn Folgen so unterhaltsam. Wer Serien mag, in denen Freundschaften kompliziert werden, Familien ihre Abgründe zeigen und hinter glänzenden Fassaden einiges brodelt, dürfte mit „Biester“ ziemlich schnell warm werden.
„Biester“
Österreich, 2024
10 Folgen à ca. 45 Minuten
Regie: Mirjam Unger, Andreas Kopriva
Drehbuch: Uli Brée Mit Anja Pichler, Mara Romei, Fanni Schneider, Theresa Riess, Ursula Strauss, Simon Schwarz und Claudia Kottal.
Verfügbar in der ARD Mediathek bis: 20.10.2026
Über mich
Ich bin Jessica Conrad, lebe im bunten Westen von Leipzig und arbeite als Kulturjournalistin bei MDR KULTUR. Serien gehören für mich definitiv zu den Dingen, in denen ich mich stundenlang verlieren kann. Und wenn mich eine Geschichte einmal richtig hat, wird aus „nur noch eine Folge“ ziemlich schnell ein kleiner Serienmarathon.
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