Blick auf ein Gebäudekomplex mit einem Kuppeldach.

AUDIO: Tipps für den Tag des offenen Denkmals in Sachsen (5 Min)

13. September 2026

Stand: 02.09.2026 04:00 Uhr

Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 gibt es in Sachsen viel zu entdecken. Unter dem Motto „Netzwerke“ können Interessierte am Aktionstag besondere Einblicke in bedeutende Bauwerke erhalten: zum Beispiel Lebensgeschichten auf dem Dresdner Johannisfriedhof, Leipzigs schönstes Trafohäuschen oder die Hexenburg in der Lausitz. Das sind unsere Tipps:

von Thilo Sauer, MDR KULTUR

Leipzig: Stadtarchiv im Sowjetischen Pavillon

Eine goldene Spitze ragt vom Dach in den Himmel und darauf sitzt ein roter Stern. Über dem säulenbesäumten Eingang prangen die Buchstaben „Stadtarchiv Leipzig“. Doch das ist nur das letzte Kapitel in einer langen, abwechslungsreichen Geschichte: Das damals „Achilleion“ genannte Gebäude wurde 1924 als Teil der Messe Leipzig (heute Altes Messegelände) gebaut und diente als Ausstellungsbereich für den Bereich Maschinenbau. Das Gebäude wurde allerdings auch mit Erlaubnis des Verbandes der Werkzeugmaschinenbau-Fabrikanten als Sporthalle genutzt.

Blick auf ein Gebäude mit einem spitzen Aufsatz.

Vom „Achilleion“ steht heute nur noch der vordere Teil und bewahrt die Geschichte der Stadt Leipzig.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt und in den 50er-Jahren als Sowjetischer Pavillon wieder aufgebaut und umgestaltet. Die UdSSR präsentierte sich in DDR-Zeiten in dieser Halle und von hier starteten auch die Rundgänge von Parteispitzen über die Mustermesse. Seit 2019 ist das Stadtarchiv, das Gedächtnis von Leipzig, hier untergebracht. Theoretisch ist ein Besuch jederzeit möglich, jedoch mit Formalitäten verbunden. Zum Tag des offenen Denkmals kann das Gebäude frei besichtigt werden. Außerdem informieren zwei Vorträge zur Geschichte des Gebäudes und über den Umbau.

Adresse:
Stadtarchiv Leipzig
Straße des 18. Oktober
04103 Leipzig

Öffnungszeiten:
13. September, 11 bis 14 Uhr

Programm:
11:15 bis 11:45 Uhr: Vortrag über das Areal der Alten Messe
11:45 bis 12:30 Uhr: Vortrag über den Pavillon

Barrierefreiheit:
Der Pavillon ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen schwellenarm erreichbar.

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Leipzig: Historischer Trafo zeigt die Schönheit des Stromnetzes

Der Tag des offenen Denkmals steht 2026 unter dem Motto „Netzwerke: Denkmale & Infrastruktur“. Dazu passt dieses Kleinod im Leipziger Westen hervorragend, das für die Regulierung des frühen Stromnetzes verantwortlich war. Heutzutage sind Stromkästen schmucklos – Kästen am Straßenrand, die im günstigsten Fall bemalt sind. Doch als Anfang des 20. Jahrhunderts zum ersten Mal ein Stromnetz die Haushalte in Leutzsch mit Strom versorgen sollte, ging es nicht nur darum, nützlich und günstig zu sein, es sollte auch gut aussehen. So entstanden sechs repräsentative Bauten: kleine Türme mit Tür und Bleiglasfenstern, die Ecken mit unbehauenem Stein verziert und mit Schiefer gedeckt.

Blick auf ein kleines Gebäude auf einer quadratischen Grundfläche, mit Tür und mit dunklen Schindeln gedeckten Dach.

Dieses Häuschen erzählt von der ersten Stromversorgung der Menschen in Leipzig: der historische Trafo.

Dank bürgerschaftlichem Engagement strahlt eine dieser Trafostationen seit 2012 wieder wie neu. Zum Tag des offenen Denkmals wird die Tür geöffnet: Die technischen Elemente sind zwar nicht mehr erhalten, aber Infotafeln und Mitglieder des Bürgervereins Leutzsch e.V., der die Sanierung ermöglichte und begleitete, beantworten außerdem alle Fragen zur Entwicklung des Stromnetzes im Leipziger Stadtteil.

Adresse:
Trafostation von 1910
Ecke Laurentiusstraße, Rathenaustraße und Blüthnerstraße
04179 Leipzig

Öffnungszeiten:
13. September, 14 bis 17 Uhr

Barrierefreiheit:
Das Objekt ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkung nur bedingt schwellenarm erreichbar.

Dresden: Beyer-Bau – ein Wahrzeichen der Technischen Universität

Es hätte so viel mehr werden können: Der Architekt Martin Dülfer hat einen ganzen Gebäudekomplex geplant, eine ganze Hochschulstadt. Doch davon wurden nur zwei Bauten weitestgehend realisiert. Immerhin gilt der Beyer-Bau – benannt nach Kurt Beyer, der an der Hochschule lehrte und nach dem Zweiten Weltkrieg dafür sorgte, dass in Dresden die Brücken wieder befahrbar waren – als weithin sichtbares Symbol der Technischen Universität, kurz TU Dresden. Dülfer, der auch Teil der Künstlergruppe „Zunft“ in Dresden war, orientierte sich nicht am reichen Stil seiner Stadt. Sein Bau besteht vor allem aus Backstein und ist in den Details vor allem vom Jugendstil geprägt. Dülfers Gedanken über Materialien sind im ganzen Gebäude spürbar, vor allem in dem achteckigen Turm mit Kuppeldach, das für astronomische Geräte vorgesehen ist.

Blick auf einen Backsteinbau mit einer Turm aus Stahl und Glas mit einer Kuppel.

Mit einem achteckigen Turm wurde der Beyer-Bau schnell zum Wahrzeichen der TU Dresden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude teilweise beschädigt, aber bald wieder aufgebaut. Zwischen 2018 und 2022 wurde der Beyer-Bau umfassend saniert und dient immer noch als bedeutendes Hochschulgebäude. Zum Tag des offenen Denkmals werden mehrere Führungen durch den modernen Bau angeboten.

Adresse:
Beyer-Bau
George-Bähr-Straße
101069 Dresden

Öffnungszeiten:
13. September, 10 bis 14 Uhr

Programm:
10, 11, 12 und 13 Uhr: Führung durch das Gebäude und den Campus

Barrierefreiheit:
Das Gebäude ist für Menschen mit Mobiliätseinschränkungen schwellenarm erreichbar.

Dresden: Johannisfriedhof erinnert an Lebensgeschichten

Friedhöfe sind nicht einfach nur letzte Ruhestätten: Sie können auch Orte des Verweilens und der Begegnung sein. Dafür steht auch der Johannisfriedhof in Dresden. Besonders eindrucksvoll ist die Feierhalle, die der Architekt des Berliner Reichstagsgebäudes, Paul Wallot, entworfen hat. Dahinter erstreckt sich das Friedhofsgelände mit viel Grün und vielen Geschichten.

Blick auf eine Skulptur eines weiblichen Engels an einem Grabmal.

Führungen auf dem Johannisfriedhof Dresden erzählen spannende Geschichten von Frauen aus der Kunst, die hier begraben sind.

Zum Tag des offenen Denkmals hat sich die Friedhofsverwaltung auf ein besonderes Thema konzentriert: Frauen. Nach Recherchen in Archiven und auf dem Friedhof wurden mehrere kunstschaffende Frauen gefunden, die in Dresden ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Zwei Führungen, jeweils über Musikerinnen und Autorinnen, erzählen an den jeweiligen Gräbern aus den bemerkenswerten Lebensgeschichten dieser Frauen.

Adresse:
Johannisfriedhof
Wehlener Straße 13
01279 Dresden

Öffnungszeiten:
13. September, 8 bis 19 Uhr

Programm:
12 Uhr: Lesung zum Feuilletonisten Heinz Knobloch
14 Uhr: Führung zu Grabstätten von Dresdner Sängerinnen
16 Uhr: Führung zu Grabstätten schreibender Frauen

Barrierefreiheit:
Die Führungen gehen über das Gelände und sind nur bedingt schwellenarm.

Oschatz: Mittelalterliches Gefängnis „Der schwarze Sack“

Vor wenigen Jahrhunderten war das Rathaus, vor allem in kleineren Städten, der wichtigste Ankerpunkt im öffentlichen Leben. Denn hier wurde auch Recht gesprochen und ausgeübt. Das kann man noch heute in Oschatz sehen, im mittelalterlichen Gefängnis „Der schwarze Sack“. Der Name stammt von einer lateinischen Inschrift am Gefängnis, das auf ein Bibelzitat zurückgeht, über Gott, der von den Menschen so enttäuscht ist, dass er den ganzen Himmel in ein schwarzes Trauertuch hüllen möchte, einen Sack. Bei einer Führung kann man noch die Pranger und Halseisen entdecken, die einen Einblick in das mittelalterliche Rechtsverständnis geben.

Adresse:
Mittelalterliches Gefängnis „Der schwarze Sack“
Altoschatzer Straße
04758 Oschatz

Programm:
13. September, 9:30 und 11:30 Uhr: Führung durch das unterirdische Gefängnis

Barrierefreiheit:
Das Verlies ist nicht barrierefrei.

Bühlau: „Hexenburg“ – ein Unikat in Sachsen

„Hexenburg“ – das klingt gruselig, vielleicht sogar ein wenig nach dem Schwarzen Müller aus der Krabat-Sage. Doch wer näher an den Gebäudekomplex in Großharthau-Bühlau herangeht, wird feststellen, dass es sich um eine besonders schön gestaltete Industrieanlage aus dem 19. Jahrhundert handelt. Da das Gebäude lange Zeit leerstand und verwilderte, kam vermutlich die Bezeichnung „Hexenburg“ für die Dampf-, Mahl- und Schneidemühle auf. Diese Mühle wurde jedoch nicht mit Wind oder Wasser betrieben, sondern mit Dampf – eine Neuerung im damaligen Sachsen. Gebaut wurde die Anlage von Carl Gottlieb Wustmann, der die Region damit stark belebte und Innovationsgeist bewies: Mit dem Dampf betrieb er nämlich nicht nur mehrere Mühlenarten, sondern nutzte die Abwärme gleichzeitig zum Brotbacken.

Blick auf ein historisches Gebäude-Ensemble mit einem Schornstein.

Die sogenannte Hexenburg ist ein Unikat in Sachsen.

Auch architektonisch konnte er beeindrucken: Er gestaltete seine Mühle in Anlehnung an eine Kastellburg – einzigartig in Sachsen. Die Anlage wird von Klingerfassaden bestimmt, Pavillons begrenzen die Eckeinfahrten, ein Dachreiter sitzt auf dem Hauptgebäude. Die Anlage hat 365 Fenster, 52 Türen und 12 Tore – in Anlehnung an Tage, Wochen und Monate im Jahr. In den vergangenen Jahren wurde die Anlage umfassend und mit viel Blick für die Details saniert. In Zukunft soll sie Ferienwohnungen beherbergen. Zum Tag des offenen Denkmals werden Führungen angeboten, die über Geschichte und Gestaltung informieren.

Adresse:
Hexenburg
Zur Hexenburg 2
01909 Großharthau-Bühlau

Öffnungszeiten:
13. September, zwischen 11 und 17 Uhr jeweils zur vollen Stunde: Führungen über die Anlage

Barrierefreiheit:
Das Gelände ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nur bedingt barrierefrei.

Freital: Die Rösche des Segen-Gottes-Schachtes

Bereits zum 25. Mal ist die Rösche des Segen-Gottes-Schachtes in Freital Teil des Programms am Tag des offenen Denkmals und öffnet sich für Interessierte der (sächsischen) Bergbau-Geschichte. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Schacht mühevoll ausgehoben. Zunächst wurde das abgebaute Material dadurch nach draußen befördert, später wurde hier Wasser für die Dampfmaschinen gewonnen. Nachdem sich die Ära des Bergbaus dem Ende neigte, wurde auch die Öffnung verschlossen und der Schacht füllte sich mit Wasser. Inzwischen ist die Öffnung wieder freigelegt und der Schacht teilweise wieder befahrbar. Zum Tag des offenen Denkmals können Interessierte 50 Meter tief unter die Erde und in die Geschichte eintauchen. Es werden historische Werkzeuge und Modelle gezeigt, die Einblick in die damalige Arbeit bieten.

Blick in einen schmalen, steinernen Gang.

In Freital können Interessierte mehr über die Geschichte des Bergbaus erfahren.

Adresse:
Rösche des Segen-Gottes-Schachtes
Neben dem Grundstück Poisentalstraße 152
01705 Freital

Öffnungszeiten:
13. September, 10 bis 17 Uhr

Programm:
Es finden fortlaufend Führungen in den Schacht statt.

Barrierefreiheit:
Die Anlage ist nicht barrierefrei.

Chemnitz: Mahnmal „Gedenken“ in Altendorf

Humanistischer Wille und Inklusion liegen an diesem Ort sehr nah an Ausgrenzung und Grausamkeit: 1904 wurde bei Chemnitz die „Königlich-Sächsische Landeserziehungsanstalt für Blinde und Schwachsinnige“ eröffnet. Der Gedanke war, dass auch Menschen mit Sehbehinderungen und geistigen Einschränkungen Bildung erhalten sollten. Nach der Machtergreifung der Nazis, kaum 30 Jahre später, wurden in der Anlage weiterhin Menschen mit Behinderungen betreut – allerdings wurden sie nun sterilisiert und verwahrt statt unterrichtet. Gemeinsam mit Menschen des SFZ-Förderzentrums wurde am Ort eine Gedenkstätte für die Verbrechen der NS-Diktatur errichtet. Mit Führungen und einer Ausstellung können sich Menschen über die Taten informieren und die Erinnerungen lebendig halten.

Eine Kugel in einer abgestuften runden Senke.

An diesem Ort soll an den Wert des Lebens erinnert werden.

Adresse:
Gedenken (Ehemalige Landeserziehungsanstalt Chemnitz-Altendorf)
Flemmingstraße 8c
09116 Chemnitz

Öffnungszeiten:
13. September, 14 bis 17 Uhr

Programm:
14 bis 17 Uhr: Ausstellung „Wege des Verbrechens“
14:30 Uhr: Geländeführung

Barrierefreiheit:
Das Gelände ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bedingt schwellenarm erreichbar.

Torgau: Brückenkopf – zwischen Verteidung und Gefängnis

Wie so viele Militärbauten wurde auch der Brückenkopf in Torgau mehrfach verändert. Entstanden ist die Anlage mit Graben, Wall und Kaserne im 17. Jahrhundert. Während der Eroberungskriege von Kaiser Napoleon wurde die Befestigung ausgebaut. Auch nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurde die Anlage weiterhin militärisch genutzt: Die Wehrmacht nutzte die Gebäude als Gefängnis ebenso wie die sowjetischen Besatzer und später die SED-Diktatur.

Die Anlage ist bis heute vollständig erhalten geblieben und militärhistorisch bedeutend. Sie wurde umfassend saniert und als Kultur- und Erinnerungsort neu belebt. Bei einer Führung erhalten Interessierte Einblicke in die Geschichte und die heutige Nutzung der Anlage. Überhaupt hat Torgau einiges an Denkmälern zu bieten: Zum Tag des offenen Denkmals kann man etwa auch den Dachboden der Marienkirche erkunden, den Apothekergarten kennenlernen oder mal den Wasserturm betreten.

Adresse:
Brückenkopf
Brückenkopf 1
04860 Torgau

Programm:
13. September, 14 Uhr: Führung zur Vergangenheit und Zukunft der Anlage

Barrierefreiheit:
Die Anlage ist nur bedingt barrierefrei.

Klipphausen: Batzdorfer Totenhäuschen

Wer zwischen Batzdorf und Scharfenberg nahe dem Elbtal durch die Grünanlagen wandert, stößt irgendwann auf einen weiß verputzten, zweistöckigen Bau: das Batzdorfer Totenhäuschen. Das ist kein Mausoleum oder Ähnliches, sondern ein sogenanntes Lust- und Gartenhaus, also ein Ort, wohin sich Leute aus dem Schloss zurückziehen konnten. Der Name hängt vermutlich mit mehreren Todesfällen zusammen, die sich während des Baus ereignet haben. Auch das Häuschen selbst stand bereits mehrfach vor dem Zerfall, wurde aber immer wieder gerettet – weil der Ort so schön und inspirierend ist, beispielsweise für den Dichter Novalis. Das Häuschen ist zwar jederzeit für Wanderlustige erreichbar, doch zum Tag des offenen Denkmals kann man auch einen Blick ins Innere werfen.

Adresse:
Batzdorfer Totenhäuschen
Elbleitenweg zwischen Batzdorf und Scharfenberg
Schlossstraße 2
01665 Klipphausen

Öffnungszeiten:
13. September, 12 bis 17 Uhr

Barrierefreiheit:
Das Gartenhaus ist nicht schwellenarm erreichbar.

Görlitz: Hotel Görlitzer Hof

Die Berliner Straße in Görlitz verbindet den Bahnhof mit der Altstadt. Einst war sie ein lebendiger Ort, an dem Reisende ankamen. Davon zeugte auch das Hotel Kaiserhof, das später in Görlitzer Hof umbenannt wurde. Während die Altstadt heute in Glanz erstrahlt, hat die Berliner Straße viel Flair eingebüßt und wird von Leerstand bestimmt. Auch dafür steht der Görlitzer Hof, der schon lange leersteht und dringend saniert werden müsste. Am Tag des offenen Denkmals bieten die neuen Besitzer einen Einblick in ihre Ideen direkt vor Ort.

Blick auf eine Fassade mit vielen Fenstern.

Die Glanzzeiten des Hotels Görlitzer Hof liegen lange zurück, aber es gibt neue Ideen für das Gebäude.

Adresse:
Görlitzer Hof
Berliner Straße 43
02826 Görlitz

Öffnungszeiten:
13. September, 10 bis 15 Uhr

Barrierefreiheit:
Das Gebäude ist noch nicht saniert und daher nur bedingt begehbar.

Lengenfeld: Alte Spinnerei und Tuchfabrik

Im 19. Jahrhundert wandelte sich mit der Industrialisierung auch die Herstellung von Textilien. In der zweiten Hälfte, etwa ab 1840, erlebte das Vogtland eine Blütezeit als Ort für Textilproduktion mit mehreren Spinnereien, Webereien und allem, was dazugehörte. 1853 wurde auch die sogenannte Alte Spinnerei gebaut. 1923 wurden viele Betriebe modernisiert, doch dann kam der Krieg und aus Mangel an Rohstoffen musste die Produktion unterbrochen werden.

Blick auf eine längliche Maschine mit Fäden unter einer Fensterreihe.

In Lengenfeld wird eine Fabrik wie vor ungefähr 100 Jahren betrieben.

Nach dem Krieg und der Gründung der DDR wurde die Fabrik nicht verstaatlicht, sondern blieb in privater Hand. Für Interessierte an Industriekultur und -geschichte ein Glücksfall, denn so konnte die historische Technik erhalten werden. Heute betreibt ein Verein den Ort als eine Art lebendiges Denkmal, wo alte Herstellungstechniken bewahrt werden. Zum Tag des offenen Denkmals kann die alte Fabrik besichtigt werden. Außerdem kann selbst gebastelt werden, beispielsweise gefilzt.

Adresse:
Alte Spinnerei & Tuchfabrik Lengenfeld
Walkmühlenweg 2
08485 Lengenfeld

Öffnungszeiten:
13. September, 10 bis 17 Uhr

Programm:
Während der Öffnungszeiten gibt es verschiedene Mitmachangebote.

Barrierefreiheit:
DIe Anlage ist weitestgehend schwellenarm erreichbar.

Freiberg: Drei-Brüder-Schacht zeigt Bergbau-Geschichte

Die Silbervorkommen rund um Freiberg machten Sachsen reich. Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts geriet der Silberbergbau der Region in die Krise, denn andernorts auf der Welt konnte Silber viel leichter geborgen werden. Die Bergbau-Unternehmen schlossen sich zusammen. So wurde der Drei-Brüder-Schacht gegraben, der am Ende aber nicht den erhofften Betrag brachte. Erst Jahrzehnte später erlangte er neue Bedeutung: Die Fördermaschinen sollten mit Wasserkraft betrieben werden. Nach der aufkommenden Elektrifizierung wurde der Schacht zum Kraftwerk und konnte 1914 seinen Betrieb aufnehmen. Bis 1972 arbeiteten die Maschinen und retteten die Region vor dem wirtschaftlichen Ruin. Die Maschinen sind bis heute erhalten. Neben Führungen in den Stollen und durch die Gebäude können Kinder dort basteln und den Umgang mit historischen Werkzeugen des Bergbaus kennenlernen.

Ein Mann steht vor einer alten Schaltwand und erklärt einem Paar etwas.

In Freiberg kann man am Tag des offenen Denkmals mehr über den Bergbau erfahren.

Adresse:
Drei-Brüder-Schacht
Am Dreibrüderschacht 27
09599 Freiberg

Öffnungszeiten:
13. September, 10 bis 16:30 Uhr

Programm:

Während der Öffnungszeiten gibt es Führungen, Kinderbasteln und Workshops.

Barrierefreiheit:
Die Anlage ist rollstuhlgerecht eingerichtet.

Kleingießhübel: Maienhof – Dreiseithof mit Umgebindehaus

1824 wurde im Ort Kleingießhübel der Dreiseitenhof gebaut, der aus einem Umgebindehaus und Stallungen besteht. 2010 wurde das Gelände privat mit natürlichen Materialien saniert und der originale Zustand weitestgehend wieder hergestellt. Die oberen Räume dienen inzwischen als Ferienwohnungen, die unteren Teile erstrahlen in altem Glanz. Zum Tag des offenen Denkmals können die wiederhergestellten Räume besichtigt werden, außerdem gibt es einen Flohmarkt auf der inneren Wiese.

Blick in die Wohnstube eines historischen Bauernhauses.

Auch Wohnräume wurden im Umgebindehaus erhalten.

Adresse:
Dreiseitenhof mit Umgebindehaus
Rundweg 3
01814 Kleingießhübel

Öffnungszeiten:
13. September, 10 bs 16 Uhr

Barrierefreiheit:
Das Gelände ist rollstuhlgerecht saniert.

Frohburg: Rittergut Kohren-Sahlis mit Schloss und Rokoko-Park

Die Geschichte des Ritterguts in Kohren-Sahlis lässt sich bis ins Jahr 1350 verfolgen. Im 18. Jahrhundert wurde der angrenzende Park angelegt, 1824 wurde dieser weiter ausgebaut zu einem Musterpark im Rokokostil mit Springbrunnen und Skulpturen. In DDR-Zeiten wurde der Park als Landwirtschaftsschule genutzt, seit 2020 ist er in privater Hand und wird vom Verein betrieben. Der hat zum Tag des offenen Denkmals viel Programm organisiert: Neben Führungen durch das Schloss und den Park gibt es eine Obstpresse und Kettensägenkunst. Damit will der Verein auch Geld sammeln, um den Park weiter sanieren zu können.

Blick auf ein herrschaftliches Haus mit hellgelber Fassade.

EIn Verein versucht Schloss und Park in Kohren-Sahlis zu bewahren.

Adresse:
Rittergut Kohren-Sahlis mit Schloss und Rokoko-Park
Am Sahliser Gut 10
04654 Frohburg

Öffnungszeiten:
13. September, 10 bis 17 Uhr

Programm:
Während der Öffnungszeiten jeweils zur vollen Stunde: Kettensägenkunst
10:45, 13:15 und 15:15 Uhr: Park-Fürhungen
12, 14:15 und 16:15 Uhr: Schloss-Führungen
Während der Öffnungszeiten immer 15 Minuten nach der vollen Stunden: Workshops zur Baumpflege

Barrierefreiheit:
Park und Schloss sind nur bedingt schwellenarm.

Meißen: Jahnhalle – Sport und Begegnung

Die Jahrhundertwende und das frühe 20. Jahrhundert waren eine Blütezeit für den Sport in Deutschland, wie auch viele Vereinsgründungen belegen. Die Menschen entdeckten allmählich, was Freizeit ist und dass sportliche Leistungen nicht für Auserwählte, sondern für das eigene Wohlbefinden bestimmt sind. Aus dieser Stimmung heraus engagierten sich Menschen in Meißen dafür, eine Sporthalle zu bekommen. 1895 wurde die Jahnhalle eröffnet, die heute unter Denkmalschutz steht. Inzwischen wird die Halle zu einem Ort der Begegnung weiterentwickelt, der über den Sport hinausgeht. Zum Tag des offenen Denkmals dürfen auch die Räume erkundet werden, die sonst eher verschlossen bleiben. Außerdem ist ein Chorkonzert geplant.

Blick in eine historischen Turnhalle mit hölzernenDeckenbögen.

Auch Sporthallen können zu Denkmälern werden: die Jahnhalle in Meißen.

Adresse:
Jahnhalle
Schreberstraße 37
01662 Meißen

Öffnungszeiten:
12. und 13. September, jeweils 15 bis 18 Uhr

Programm:
13. September, 16 Uhr: Chorkonzert

Quellen: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, wikipedia, Stadt Leipzig, Bürgerverein Leutzsch, TU Dresden, Oschatz-damals.de, Simsonen, HexenburgbeiDresden GmbH, Bergbauverein Freital, Kreativorte Mitteldeutschland, Batzdorfer Schloss, lte Spinnerei Lengenfeld, Förderverein Rokokopark Kohren-Sahlis, Bürgerstiftung Meißen

MDR Fallback Image

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Mehr Bauwerke und Denkmäler in Sachsen

Das Schloss Muskau mit dem Fürst Pückler Park in Bad Muskau

Die neue Niemeyer Sphere ist an das Dampfkesselhaus auf dem Gelände des Kranbauers Kirow in Leipzig gebaut.

Auf dem Burgberg über der Elbe thront die Albrechtsburg.