Ab sofort ist im EKO-Haus, Brüggener Weg 6, eine Ausstellung zu sehen, die unter dem Titel „Wohin der Blick fällt …“ Arbeiten des 2021 verstorbenen japanischen Gegenwartskünstlers Koken Nomura zeigt. In Anwesenheit des japanischen Generalkonsuls Yoshitaka Tsunoda und der Künstler-Witwe Franziska Ehmcke begleitete die Musikerin Sara Hirota mit einem musikalischen Flug der Plejaden der Komponistin Takashi Yoshimatsu die Ausstellungseröffnung durch Kurator Michael Kuhl (EKO-Haus). Er stellte fest: „Im Zentrum der Arbeiten, die von Fotografien über Collagen und Skulpturen bis zu Installationen reichen, stehen die Wechselbeziehungen zwischen Menschen und Umgebung sowie die Kraft der Zerbrechlichkeit der Natur. Koken Nomura war ein Künstler, der genau hinsah und über seine Kunst Kritik äußerte.“

Der Kurator weist auf zwei Arbeiten hin, die den Titel „Augenschein“ tragen. Ausgediente Briefumschläge bilden das Grundmaterial dieser Collagen. Unzählige kleine Papierquadrate, die in der Mitte kreuzförmig aufgeklappt sind, verteilen sich über viele Zeilen auf einer Holzplatte. Erst bei genauem Hinsehen wird bemerkt, dass jedes Kästchen mit einem Auge unterlegt ist, das den Betrachter „in Augenschein“ nimmt. Michael Kuhl interpretiert: „Das versteckte Auge kehrt dabei die Dynamik des Sehens um. Nicht der Mensch betrachtet das Kunstwerk, sondern das Kunstwerk beäugt den Menschen. Der Beobachter bleibt im Verborgenen, während der Betrachter ihm schutzlos ausgeliefert ist.“

Über der Ausstellung könnte auch „Schau genau hin“ stehen. Denn Koken Nomura sah Dinge in unserer Welt, die andere leicht übersehen. So zeigt „Du bist ein Fisch, der über Durst klagt“ auf humorvolle Weise, dass wir in der Regel für das Offensichtliche blind sind. Und die Zeichnungen „Einheit ist Vielfalt“ möchten dazu anregen, die unendliche Vielfalt der Welt wertzuschätzen. Kein Mensch und keine Naturerscheinung sind ihm zu gering, um Beachtung zu finden.

Die Ausstellung ist bis 17. Oktober, dienstags bis samstags von 13 bis 17 Uhr, zu sehen. Eine Terminbuchung wird empfohlen über www.eko-haus.de.