Konten eingefroren
Gäste vor die Tür gesetzt: Luxushotel steht vor dem Aus
02.09.2026 – 05:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Hotel Hilton in Frankfurt-Gravenbruch (Archivbild): Aktuell werden hier keine neuen Gäste mehr aufgenommen. (Quelle: IMAGO/Ingo Kutsche)
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Ein Luxushotel bei Frankfurt darf plötzlich keine neuen Gäste mehr empfangen. Grund sind Sanktionen gegen einen mutmaßlichen Iran-Financier.
Ein Gericht hat dem Hilton-Hotel Gravenbruch bei Frankfurt die letzte Hoffnung auf schnellen Zugriff auf seine gesperrten Konten genommen. Wie die „Hessenschau“ berichtet, hat das Oberverwaltungsgericht NRW den Versuch des Insolvenzverwalters abgewiesen, eingefrorene Gelder freizuklagen – aus Sorge, Vermögenswerte könnten am Ende doch iranischen Machthabern zugutekommen. Damit bleibt das Hotel vorerst im „Notbetrieb“, wie Geschäftsführer Werner Kleber es gegenüber der „Hessenschau“ nennt: Neue Gäste werden nicht mehr aufgenommen.
Ursache ist ein Sanktionsfall um den iranischen Financier Ali Ansari, der über ein Firmengeflecht am Hotel beteiligt gewesen sein soll; er selbst weist die Vorwürfe zurück und geht gegen separate britische Sanktionen juristisch vor. Kleber betont, keinerlei Kontakt zu ihm zu haben – trifft die Konsequenzen aber trotzdem mit voller Wucht. „Wir können keine Brötchen mehr bestellen“, beschreibt er die Lage. Rund 40 Gäste wurden in andere Häuser vermittelt, die 140 Beschäftigten informiert; dabei sei „die eine oder andere Träne“ geflossen.
Insolvenzverwalter kommt nicht an Treuhandkonto ran
Betroffen sind konkret die Allsco GmbH, Eigentümerin der Hotelimmobilie, und die Allsco Gravenbruch Hotelbetriebsgesellschaft – beide Firmen, an denen Ansari laut Handelsregister direkt oder indirekt beteiligt war. Selbst der für sie eingesetzte Insolvenzverwalter kommt nicht an sein Treuhandkonto heran, obwohl es keinen Bezug zu Ansari hat – ein Umstand, den auch die zuständige Sanktionsbehörde nicht auflöst: Ein Insolvenzverfahren ändere daran nichts, heißt es in dem Bericht. Wie folgenreich das ist, zeigte sich bei einem Wasserrohrbruch in dieser Woche: Der Antrag auf eine Ausnahme blieb unbeantwortet, das Hotel reparierte auf eigene Faust. Die Juli-Löhne konnten über Insolvenzgeld noch gezahlt werden.
Es ist bereits der zweite Rückschlag: Zuvor hatte schon Hilton selbst den Markenvertrag gekündigt, nachdem die USA eigene Sanktionen gegen Ansari verhängt hatten. Kleber will das Haus dennoch bald unter eigenem Namen wieder öffnen und anschließend verkaufen – vorausgesetzt, die Behörden geben den Zugriff auf das Konto frei. Es gehe um 140 Arbeitsplätze und ein Hotel, das für die Region „eine Instanz“ sei.
