Im März feierte die altkatholische Gemeinde ihr 150-jähriges Jubiläum: Kürzlich wurden nun zwei Weggänge und ein Neuanfang gefeiert. Clemens Engels wurde offiziell durch Bischof Matthias Ring zum neuen Pfarrer der altkatholischen Gemeinde Düsseldorf und Aachen ernannt.
Mit rund 250 Gemeindemitgliedern in Düsseldorf und Aachen ist die Pfarrgemeinde eine vergleichsweise kleine katholische Glaubensgemeinschaft, die sich in der Tradition der ungeteilten Kirche des ersten Jahrtausends sieht: Treu zur katholischen Tradition, ohne Papst, mit ökumenischer Offenheit.
Zu dem Festgottesdienst in der Thomaskirche waren am vergangenen Wochenende nicht nur Gemeindemitglieder, Freunde und Familien gekommen, sondern unter anderem auch Oberbürgermeister Stephan Keller, Bürgermeister Josef Hinkel (beide CDU), der Superintendent der evangelischen Kirche Heinrich Fucks, Verena Hammes von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Pfarrer Hartmut Wölk und weitere Gäste aus Politik und kirchlichem Umfeld. Bislang war Clemens Engels als „Geistlicher im Amt“ (G.i.A.) vom altkatholischen Bistum in Bonn in die Gemeinde entsandt worden. Im Mai wurde er nach abgeschlossenem Masterstudium der altkatholischen Theologie von der Gemeinde einstimmig zum Pfarrer gewählt.
In dem von Dank und guten Wünschen geprägten Gottesdienst zu seiner Einführung ging es vor allem um das gemeinsame Unterwegssein. „Die Bedeutung des Glaubens geht weit über das Gemeindeleben hinaus“, betonte Keller in seiner Rede. „Diese Werte sind universell. Die Stimme hier ist vielleicht nicht die lauteste, aber verlässlich und kreativ“, sagte er.
Die Einführung von Clemens Engels war Bischof Rings letzte Amtshandlung: Am Samstag, 5. September, wird er in Bonn in den Ruhestand verabschiedet. Für den alten und neuen Pfarrer war dies besonders emotional, da er sich damals als römisch-katholischer Priester strauchelnd sah, mit Bischof Ring ins Gespräch ging und so seinen eigenen Weg ins Alt-Katholische fand.
Teresa Schumacher, die im Juli 2026 als Diakonin geweiht wurde, erhielt ebenfalls Anerkennung für ihre Arbeit. Ihre Weihe betont den gleichberechtigten Zugang zum Weiheamt, der in der altkatholischen Kirche Realität ist. Dank ging auch an Pfarrer Jürgen Wenge aus Köln – natürlich nicht ohne einen leichten Seitenhieb über die „richtige Rheinseite“. In 20 Jahren hat er die Gemeinde bereits drei Mal als sogenannter Pfarrverweser in den Formalitäten unterstützt. „Das wird jetzt hoffentlich nicht mehr nötig sein“, betonte er lachend, „denn das heißt: Clemens bleibt.“
Bislang waren Clemens Engels und Sara Sust gemeinsam in Düsseldorf und Aachen aktiv, zum 1. September wechselte Priesterin Sara Sust (G.i.A.) aber in die Gemeinde Essen und Bottrop, ebenso wie Diakon i.E. Christian Flügel nach 19-jährigem, großem Einsatz.
Sust blickte frohen Auges auf die gemeinsame Zeit zurück: „Clemens, du siehst als Erstes die Menschen und ihre Bedürfnisse.“ Für die Zukunft stellte sie viel Austausch der nun benachbarten Gemeinden in Aussicht. Nach Fürbitten, Segen und Kommunion lagen die letzten Worte vor der anschließenden Feier bei Clemens Engels. Bischof Ring hatte zu Anfang betont, dass eine Gemeinde wissen muss, wo sie hin will. Engels hat eine klare Vision: „Wir wollen weiter alles tun, damit aus dem ,friedlichen Nebeneinander‘ mit anderen Glaubensgemeinschaften ein ,fruchtbares Miteinander‘ wir. Auf rheinische Art: froh, offen und tolerant.“