Stuttgart. Für Beschäftigte und Besucher der Spielbanken in Baden-Württemberg könnten weitere Arbeitsniederlegungen spürbar werden. Der Tarifkonflikt bei den landeseigenen Casinos in Baden-Baden, Stuttgart und Konstanz schwelt weiter. Die Gewerkschaft Verdi wirft der Arbeitgeberseite vor, einen bereits verhandelten Kompromiss nachträglich wieder infrage gestellt zu haben.
Verdi-Verhandlungsführer Frank Hawel sagte in Stuttgart: „Mit der Ablehnung eines bereits verhandelten Kompromisses wurde das Vertrauen in die Verhandlungsfähigkeit und Verlässlichkeit der Arbeitgeberseite nachhaltig erschüttert.“ Besonders schwer wiege aus Sicht der Gewerkschaft, dass das Angebot zuvor schriftlich und mit Unterschrift der Geschäftsführung unterbreitet worden sei. Der Aufsichtsrat der landeseigenen Spielbanken hatte dem Verhandlungsergebnis die Zustimmung verweigert.
Verdi warnt vor weiteren Streiks
Verdi sieht durch den Kurs von Geschäftsführung und Aufsichtsrat das Risiko weiterer Arbeitsniederlegungen. Hawel warnte vor wirtschaftlichen Folgen und einem nachhaltigen Reputationsschaden für die Spielbanken. Zugleich könnten die geplanten Arbeiten an einem gemeinsamen Tarifwerk für alle Beschäftigten auf unbestimmte Zeit blockiert werden.
Besonders kritisch bewertet die Gewerkschaft das Vorgehen nach der Aufsichtsratssitzung Anfang Juli. Statt neuer Verhandlungen mit der Tarifkommission sei nach Verdi-Angaben ein einseitig vermindertes Angebot vorgelegt worden. Darin seien wesentliche Bestandteile des zuvor erzielten Kompromisses gestrichen worden. Die Tarifkommission will darüber am Donnerstag, 3. September, beraten. Verdi forderte den Aufsichtsrat erneut zu einem direkten Gespräch auf.
Erster Warnstreik in der Geschichte der Spielbanken
Anfang Juni hatte Verdi zunächst eine Einigung im Tarifkonflikt verkündet. Vorausgegangen war der erste Warnstreik in der Geschichte der Landestochter. Beschäftigte der Spielbanken in Baden-Baden, Stuttgart und Konstanz beteiligten sich daran. Die Arbeitgeber hatten den Warnstreik scharf kritisiert.
Hinter den drei Spielbanken steht eine Betreibergesellschaft, die zu 100 Prozent dem Land Baden-Württemberg gehört. Die Aufsichtsräte sind nach Angaben der Gesellschaft aus den Ministerien des Landes berufen worden. Rund 550 Menschen arbeiten laut Betreibergesellschaft für die drei Casinos im Land. dpa/red
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